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Eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort

Am vergangenen Donnerstagabend traf sich der harte Kern des Fram-Clubs zur Generalversammlung im Museum Fram. Die GV zeigte einen Verein, der wächst und lebendig ist. Als Gast trat Bezirksrätin Leta Bolli auf, welche Einblick in ihr Ressort Kultur und Bildung gab.

Am Donnerstag, 29. Januar, traf sich der Fram-Club im Museum Fram zur ordentlichen Generalversammlung. Gleich zu Beginn sorgte eine Zahl für gute Stimmung: «Wir haben sage und schreibe 524 Mitglieder», verkündete Präsidentin Marann Schneider – spontaner Applaus für die Überrschreitung der 500-Marke. Im vergangenen Vereinsjahr konnten 31 neue Personen begrüsst werden; 5 Mitglieder sind verstorben.

Marann Schneider erinnerte daran, dass der Fram-Club 2010 gegründet wurde – und blickte mit einem Augenzwinkern auf die seither verstrichene Zeit: Im Laufe der Jahre seien «die Haare grauer geworden oder ausgefallen», innerlich aber bleibe man jung. Was den Verein trage, sei genau das, was man an den Donnerstagen immer wieder spüre: Neugier, Begeisterung und die Freude am gemeinsamen Entdecken. Oder wie sie es in ihren Worten auf den Punkt brachte: «Das Augenmerk und der Gwunder sind stärker als die Trägheit. » Viele würden dafür gerne das Haus verlassen, «für einen Fram-Club-Abend».

 

Jahresbericht

Im Jahresbericht 2025 folgte eine kurze Rückschau auf ein lebendiges Vereinsjahr mit vielfältigen Anlässen. In Erinnerung blieben etwa Abende, wie derjenige mit der Jodlerin Nadja Räss, welche nicht nur die Gäste, sondern, wie Marann Schneider betonte, sogar Walter Kälin zum singen bewog. Und beim Thema «Vom Willerzell ins Weltall» mit der ETH-Professorin Maria Schönbächler wurde deutlich, wie breit das Spektrum ist. Finanziell schloss das Vereinsjahr mit einem Defizit ab. Die Kassierin erläuterte die Rechnung; die Versammlung nahm sie an.

 

Jahresprogramm 2026

Danach ging es bereits nach vorn: Das Programm des ers-ten Halbjahres verspricht erneut «Leckerbissen». Weil im Museum Fram mit Blick auf die neue Dauerausstellung (wir berichteten) zeitweise kein regulärer Betrieb möglich ist, wird der Fram-Club in den kommenden Monaten auswärts unterwegs sein. Besonders angekündigt wurden zwei unterschiedliche Klosterführungen: eine Exquisit- Führung, bei der Markus Bamert Klosterschätze aus der Kunstsammlung präsentiert, sowie eine Führung mit Work-shop im Scriptorium, geführt von Rita Kälin (Conrad Kälin Getränke AG). Das weitere Jahresprogramm ist im Kasten aufgeführt.

 

«Ein Dorf von Welt»: Details zur neuen Dauerausstellung

Ein zweiter Schwerpunkt des Abends galt der bevorstehenden Dauerausstellung im Museum Fram. Marann Schneider und Walter Kälin skizzierten das Projekt «Ein Dorf von Welt», das eine Lücke schliessen will: Einsiedeln sei historisch und international bekannt – es fehle jedoch bisher ein konstant zugänglicher Ort, an dem Einheimische und Gäste die vielfältige Geschichte des Klosterdorfs dauerhaft erleben können. Den Schritt zu einer Dauerausstellung begründeten die Verantwortlichen mit den Erfahrungen aus den bisherigen Wechselausstellungen. Alle zwei Jahre eine neue Schau auf die Beine zu stellen, übersteige langfristig die personellen und finanziellen Möglichkeiten. Gleichzeitig wünsche man sich eine moderne Präsentation, die mehr bietet als reines «Täfeli lesen»: Inhalte, Objekte und Geschichten sollen zeitgemäss vermittelt werden – mit Raum für Aktualisierungen und immer wieder neuen Schwerpunkten aus dem Archivbestand.

Die Ausstellung, beziehungsweise die Geschichte, beginnt mit einem animierten Kurzfilm des Einsiedlers Roman Kälin, der einen Blick auf die Anfänge rund um den heiligen Meinrad wirft. Danach führen vier Kapitel in grober Chronologie durch zentrale Entwicklungen und Eigenheiten des Klosterdorfs.

Walter Kälin betonte an der GV, man wolle Geschichte nicht nur erzählen, sondern über konkrete Beispiele greifbar machen, warum Einsiedeln tatsächlich «ein Dorf von Welt» sei – mit Verbindungen weit über die Region hinaus, etwa durch den Benziger Verlag oder die Diogenes-Wurzeln. Die Kapitel reichen vom finsteren Wald der Frühzeit über das Dorf im Schatten des Klosters bis zur Wallfahrtsindustrie als wirtschaftlichem Motor. Im letzten Teil wird Einsiedeln als religiöses Zentrum und zugleich als Peripherie beleuchtet. Ein besonderes Element wird das Zukunftslabor unter der Leitung der Einsiedler Fotografin und Archäologin Evelyne Marty, in dem junge Menschen von ihrem Leben im Dorf und ihren Vorstellungen für morgen erzählen.

 

Führungen und Media-Guide

Geplant sind zudem Führungen sowie ein moderner Media-Guide: Das Smartphone der Besucher wird zum Audioguide und kann auch historisches Video-material zugänglich machen – etwa Ausschnitte aus Welttheater-Aufführungen. Das Projekt ist mit Total-Ausgaben von 390’000 Franken budgetiert. Finanziert wird die Ausstellung hauptsächlich durch Sponsoren. Inhaltlich verantwortet wird es von Heinz Nauer gemeinsam mit Giulia Passalacqua, die Szenografie stammt von Raphaël Barbier.

 

Leta Bolli: «Der Kulturteil ist nicht zu unterschätzen»

Zum Schluss gehörte die Bühne Bezirksrätin Leta Bolli, die den Fram-Club-Mitgliedern einen Einblick in ihr Ressort Kultur und Bildung gab. Bildung sei zwar der Hauptteil ihrer Arbeit, mit 1650 Schülerinnen und Schülern sowie 220 Lehrpersonen gebe es «jeden Tag etwas zu tun». Aber: «Der Kulturteil ist nicht zu unterschätzen. Das Schöne ist: Es ist sehr freudvoll. » Bolli schilderte die Arbeit der zuständigen Kommission, die acht Sitzungen pro Jahr durchführt und die Kulturförderbeiträge vergibt. Dafür stehen 80’000 Franken pro Jahr zur Verfügung; die Mittel dürften relativ frei vergeben werden – wichtig sei jedoch, dass ein Bezug zu Einsiedeln vorhanden ist. Man wolle die kulturelle Vielfalt stützen, möglichst viele und unterschiedliche Sachen unterstützen – und lieber breit fördern als nur einzelne Projekte gross. Neben der Förderarbeit nannte sie wiederkehrende Aufgaben: die Organisation und Durchführung kultureller Anlässe wie der Einsiedler Chilbi oder den Zuzügerempfang, sowie den Einsiedler Kulturpreis im Zweijahresrhythmus. Wie konkret diese Arbeit manchmal wird, zeigte eine Anekdote aus einer Chilbi-Nacht: Um zwei Uhr morgens habe das Sicherheitspersonal angerufen, im WC sei ein Schlauch kaputt, das Wasser laufe – da merke man, «wie weit» das Aufgabenfeld einer Bezirksrätin reichen könne, wie sie schmunzelnd anmerkte.

 

Kleinodien sind wichtig

Ein weiterer Bereich ist Leta Bolli wichtig: der Unterhalt und die Pflege der Kleinodien im Bezirk – Brunnen, Gedenksteine, Bildstöcke, Gedenkkreuze. Die «gestohlene» Sandsteinsäule vom Galgenchappeli habe sogar «zu zweifelhaftem Ruhm» der Kulturkommission geführt. Ein kleiner Seitenhieb an den Einsiedler Anzeiger, der die Geschichte gross rausbrachte, sorgte im Publikum für Lacher. Optimistisch blickte Bolli auf die Infrastruktur: Es gebe viele Räume für Kultur – bald kämen weitere dazu, etwa der Saal der Musikschule und bereits jetzt der Saal der Kirchgemeinde. Und mit der neuen Bibliothek entstehe ein «sehr schöner Ort», an dem auch Lesungen gut stattfinden könnten. Bei den Highlights nannte sie, wie unglaublich viel in Einsiedeln laufe – das Welttheater als besonderer Höhepunkt (sie selbst half an der Eintrittskontrolle), die vielen Kulturanlässe und mehr. Für viele dürfte es überraschend gewesen sein, zu hören, wie breit der Aufgabenbereich einer Bezirksrätin sein kann. Nach ihrem Auftritt lud Walter Kälin die Gäste beim Apéro zum Diskutieren ein.

 

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Publiziert am

03.02.2026

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