Der pavillonartige, zweigeschossige Neubau soll das altehrwürdige Schulhaus Wil in Muotathal nicht konkurrenzieren. Visualisierung: MV-Architektur, Schwyz
Der pavillonartige, zweigeschossige Neubau soll das altehrwürdige Schulhaus Wil in Muotathal nicht konkurrenzieren. Visualisierung: MV-Architektur, Schwyz

Kunst & Design

Eine Loggia in respektvollem Abstand zum Schulhaus Wil

Am Architekturspaziergang in Muotathal wurde das Siegerprojekt des Studienauftrags für das Schulhausareal Wil erläutert.

Kürzlich hat der Muotathaler Souverän deutlich Ja gesagt zum Planungskredit von 280000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des alten Schulhauses Wil. Wie das 1877 erbaute Schulhaus und sein Umfeld auf dem Schulhausareal künftig aussehen könnten, war am Donnerstag Thema am Architekturspaziergang von SchwyzKulturPlus. Neben den Kultur- und Architekturinteressierten nahmen auch zahlreiche Interessierte und politisch Involvierte aus der Gemeinde Muotathal daran teil. Das Projekt von MV-Architektur in Schwyz ging aus einem Studienauftrag als jenes hervor, das weiterverfolgt wird. Architekt Marc Völkle erläuterte anschaulich den Entwicklungsprozess bis zum aktuellen Vorschlag, der einen an eine italienische Loggia angelehnten Neubau vorsieht. Dieser Neubau steht im respektvollen Abstand zum denkmalgeschützten Schulhaus Wil. Der Grund: Die beiden Gebäude sollen nicht in Konkurrenz stehen. Den Zustand des Schulhauses Wil bezeichnete Völkle als desolat, doch die Struktur sei gut. Es wird original mit Schindeln saniert. Um Platz zu gewinnen, erhält das Schulhaus einen Treppenturm, der vom Schulhausplatz her zugänglich ist. Im Schulhaus bleibt im Erdgeschoss die öffentliche Bibliothek für die Bevölkerung bestehen. Es gibt vier eher kleine Klassenzimmer und im Dachgeschoss unter dem Gebälk einen Rückzugsort für die Lehrerschaft. Auch die Dunkelkammer 1799, das Suworow-Museum, soll weiterhin im Schulhaus Platz finden.

Über eine repräsentative Treppe ins Obergeschoss


Der Holzneubau im Stil einer Loggia rahmt den Pausenplatz ein. Hier ist im Erdgeschoss ein optisch durchlässiger Kindergarten geplant. Über eine breite, repräsentative Treppe erreicht man im Obergeschoss den multifunktionalen Versammlungsraum, in dem das Publikum bewirtet werden kann. Der Saal in Holzkonstruktion soll stützenfrei sein. Vom Saal aus gelangt man in den Pausen in den gedeckten Aussenbereich, den Laubengang. Im Plenum wurde das Projekt am Donnerstagabend nicht diskutiert. Nach der Präsentation beantwortete Marc Völkle jedoch individuelle Fragen, die auftauchten und vor der Wand mit den Plänen angeregt diskutiert wurden.

Bote der Urschweiz / Silvia Camenzind

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

21.03.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/Ke8hrT