Film

«Bodä Ärdä Lustig» – Die Fasnachtsseele der Einsiedler im Film

Roli Ochsner und Franz Kälin laufen nun schon seit einiger Zeit an jedem Fasnachtsanlass mit der Kamera mit. Doch warum? Im Einsiedler Anzeiger erklären sie ihr Filmprojekt.

Im Jahr 2024 feierte der Film «Die Bürgerwehr und ihr Pagat» Premiere. Diese Auftragsarbeit der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr liess beim Filmemacher Franz Kälin die Idee aufkeimen, dass die Einsiedler Fasnacht mit all ihren Facetten es wert sei, in einem Dokumentarfilm beleuchtet zu werden. «Die Fasnacht ist so etwas Tolles, da müssen wir doch einen Film darüber machen. Aber nicht nur über die Fasnacht, nein, über die Leute», erklärt Kälin den Beginn des Projekts. Roli Ochsner half ihm damals beim Pagatfilm und war so-fort von der Idee begeistert. Weiter erklärt Kälin: «Im Film geht es nicht nur um die Umzüge, sondern vielmehr um alles, was dahinter ist.» Ochsner ergänzt: «Wer macht das, wer ist das, war-um macht er das? Was treibt diese Leute an, und was ist die Seele dahinter?» Archaisch und unorganisiert: Die besondere Fasnacht Die Einsiedler Fasnacht in allem ist etwas Spezielles. Diese Feststellung wird nicht nur von den Einsiedlern gemacht, auch von auswärts wird diese Tatsache immer wieder so wiedergegeben. Gewisse Teile der Einsiedler Fasnacht sind nicht organisiert und kommen archaisch daher, insbesondere der Sühudiumzug. Die Fasnacht «bricht» aus und ist nicht zu stoppen. Im Vergleich zur rheinischen Fasnacht – alles entlang des Rheins inklusive Basel –, wo alles eher «militärisch» organisiert ist (Prinzengarden und so weiter), zählt Einsiedeln zur schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Und diese ursprüngliche Fasnacht legt den Grundstein. Unumstritten sind die vielen Einflüsse der verschiedenen Besucher des Pilgerortes Einsiedeln. Mit dieser Grundlage ging es in die Planung. 

 

Seit 2017 mit der Kamera unterwegs

Bereits seit 2017 ist Franz Kälin immer wieder mit der Kamera an der Fasnacht unterwegs und hat Filmmaterial gesichert. Ochsner hat 2003 als Präsident des STV Einsiedeln den Brotauswerferfilm realisiert und erhielt dabei erste tiefere Einblicke rund um die Fasnacht. Diese liessen ihn bis heute nicht los. Die Einblicke in die Fasnacht dauern aber nicht nur an den typischen drei Fasnachtstagen – Schmutziger Donnerstag, Güdelmontag und Güdeldienstag –, sondern vor allem während der restlichen 362 Tage, in denen sich alles um die Vorbereitung dreht.

 

«Bodä Ärdä Lustig» als Filmtitel

Bei der Titelsuche sind sie auf den Ausdruck «Bodä Ärdä Lustig » gestossen. Vermeintlich werden diese Worte dem Dorfdichter Meinrad Lienert zugeordnet. Genauere Recherchen ha-ben jedoch ergeben: Der Ausruf stammt von Martin Gyr. Als Untertitel wurde «Die Einsiedler und ihre Fasnacht» ausgewählt. Postproduktion läuft – Premiere im November 2026 Im Film werden viele Einsiedlerinnen und Einsiedler zu Wort kommen. Diese gewähren Einblicke in die vielseitigen Vorbereitungen über das ganze Jahr. Ebenfalls in die Vorbereitungen fliessen Vergleiche mit anderen Fasnachten ein. Dank der seit Jahren stattfindenden Filmaufnahmen ist sehr viel cineastisches Material vorhanden. Die beiden Filmemacher sind nun in der Postproduktion. Es gilt, das Material zu sichten, zu schneiden und in die gewünschte Reihenfolge zu bringen. Was Roli Ochsner aber jetzt schon sagen kann: «Es gibt kein Happy End – der Pagat wird am Schluss verbrannt! » Bis jedoch der fertige Film bestaunt werden kann, dauert es noch ein bisschen. Die Premiere ist auf den 11. November 2026 in der Cineboxx festgelegt. Roli Ochsner und Franz Kälin sind aber noch auf Geldgeber angewiesen und um jede Unterstützung froh.

Weitere Informationen: www.bodenerdenlustig.ch

 

Einsiedler Anzeiger / René Hensler

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Film

Publiziert am

21.03.2026

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