Die Premiere des Stiftstheaters war ein voller Erfolg. Die Schüler überzeugten mit einer genial gespielten Komödie. Bild Sandra Steiner
Die Premiere des Stiftstheaters war ein voller Erfolg. Die Schüler überzeugten mit einer genial gespielten Komödie. Bild Sandra Steiner

Bühne

Alles ging drunter und drüber

Das Stiftstheater führte am Freitag die Premiere des Stücks «Hase Hase» auf Unter der Regie von Oscar Sales Bingisser führten die Stiftsschüler die genial gespielte, vielfältige Komödie «Hase Hase» auf.

Eine Stunde vor Beginn der Komödie konnten sich die Besucher im Foyer noch mit Getränken und Snacks stärken, sich unterhalten und schon die ersten Fotos von den Proben anschauen. Im Theatersaal füllten sich die Plätze. Um 20 Uhr war es so weit. Die Theatergruppe eröffnete das Stück mit einem französischen «Chanson», musikalisch begleitet mit Klavier und Trompete. Das Bühnenbild zeigt eine kleine ärmliche Wohnung. Hase Hase, sein älterer Bruder Bébert und Vater Hase warten auf die Mutter, die liebevoll «maman» genannt wird. Maman kommt vom Einkaufen nach Hause und die Kinder werden gleich zur Mithilfe eingespannt. Die Zeiten sind schlecht, Geld ist Mangelware in diesem Haushalt. Doch die Mutter lässt den Kopf nicht hängen und verbreitet gute Laune mit ihrem Optimismus.

Eine aussichtslose Lage

Hase Hase geht noch zur Schule, Bébert studiert Medizin und der Vater soll bald eine Lohnerhöhung erhalten. Doch der Schein trügt. Hase Hase hat Probleme in der Schule und wird dort freigestellt. Bébert ist nicht am Studieren sondern arbeitet im Untergrund und verteilt Waffen an Terroristen. Vater Hase hat seinen Job verloren, ihm wurde gekündigt. Doch keiner der Drei getraut sich, der Mutter etwas zu sagen. Die Lage der Familie ist ziemlich aussichtslos, doch es kommt noch schlimmer. Die drei Geschwister, die schon von zu Hause ausgezogen sind, kommen nach und nach wieder nach Hause zurück. Der zweitälteste Sohn wird von der Polizei gejagt und gesucht und dieser versteckt sich nun in der Wohnung der Eltern. Die verheiratete Tochter kehrt zurück, weil sie sich scheiden lassen will und die andere Tochter sucht auf dem Standesamt das Weite und sagt ihrem Zukünftigen, dass sie ihn nicht heiraten will.

Es geht drunter und drüber

So haust die Familie auf engstem Raum in der kleinen Wohnung und geht sich gegenseitig auf die Nerven. Doch Familie ist Familie. Man rauft sich zusammen, man hilft sich gegenseitig und mit Mutters Optimismus halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Inmitten des Theaterstücks erklärt Hase Hase dem Publikum, dass er ein Ausserirdischer sei und er aber noch nicht genau wisse, was er hier für eine Aufgabe habe. Seiner Familie versucht er das zu erklären, doch diese meint, er solle doch nicht solche Geschichten erfinden. Schon bald geht alles drunter und drüber. Der verlassene Bräutigam weiss nicht wo er hin soll, also wohnt er auch bei der Familie Hase. Vater Hase und Hase Hase beichten der Mutter, dass sie entlassen worden sind. Die Nachbarsfrau möchte auch bei der Familie wohnen, da sie Angst vor dem Alleinsein hat. Hase Hase erhält eines Tages den Auftrag, umgehend zurückzukehren und die Familie zu verlassen. Seine Zentrale musste ihm versprechen, dass seiner Familie aber nichts passieren werde und er sie weiterhin beschützen dürfe. Er verabschiedet sich von seiner «Maman». Als er auf der Strasse ist, hört man eine Bombe hochgehen. Hase Hase bleibt verschwunden und Bébert kehrt auch nicht nach Hause zurück. Bald erfahren sie, dass Bébert von der «neuen Ordnung» gefangen gehalten wird. Die Familie plant seine Befreiung, die ihnen allen gelingt. Es wird gefeiert, gesungen und getanzt. Die Familie Hase lebe hoch. Mit all ihren Problemen, Sorgen und Ängsten haben sie diese prekäre Lage bestens gemeistert. Genau so soll Familie sein. Dieses Stück zeigte auch, was die Mütter dieser Welt alles leisten, um die Familie zusammenzuhalten. Auf alle Mamas dieser Welt, die mit Witz, Klugheit und viel Liebe alles am Laufen halten. Dies war eine absolut genial gespielte Komödie.

Einsiedler Anzeiger (sss)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

15.03.2016

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schwyzkultur.ch/8wfBBa