Hans Hassler, Akkordeonist des Chärnehus-Theaters «Lochmatt» und renommierter Musiker. (Bild: Adrian Meyer)
Hans Hassler, Akkordeonist des Chärnehus-Theaters «Lochmatt» und renommierter Musiker. (Bild: Adrian Meyer)

Bühne

Chärnehus-Theater: Der Akkordeonist im Interview

Der renommierte Musiker Hans Hassler spielt bereits zum zweiten Mal mit seinem Akkordeon beim Theater Chärnehus. Improvisation und Einfühlungsvermögen sind gefragt.

Adrian Meyer: Wie blicken Sie der Premiere des Stücks «Lochmatt» entgegen?

Hans Hassler: Ich bin sehr gespannt. Die Leute sind motiviert und es ist schön, mit ihnen zusammen arbeiten zu können. Es ist ein gutes Stück mit vielen starken Momenten, mit Witz und Ironie, aber durchaus auch mit Tiefgang.

Wie kam es dazu, dass Sie fürs Chärnehus-Theater musizieren?

Ich habe bereits vor sieben Jahren beim Stück «Limbacher» mitgewirkt, damals im Klosterhof bei den Rossstallungen. Ausserdem habe ich im Chärnehus bereits einmal ein Solokonzert gegeben und zusammen mit Oscar Sales Bingisser eine Lesung gemacht. Man kennt sich also. Ich wurde dann relativ spät angefragt und es hat per Zufall gleich gepasst. Eigentlich hätte ich nämlich nach Shanghai an die Weltausstellung müssen.

Tatsächlich?

Ja, ich wäre dort als Mitglied einer neunköpfigen Band im Rahmen eines Projekts zum Schweizer Nationalfeiertag für zwei Konzerte aufgetreten. Als unser Regisseur und unser Komponist im März den Auftrittsort besuchten, sah jedoch alles völlig anders aus als geplant. Unter diesen Umständen konnten wir nicht mehr auftreten, es hat einfach nicht gepasst. Das Ganze wurde nach einem Jahr Vorbereitung abgesagt!

Wie entstehen die Melodien für das aktuelle Stück?

Einige Stücke sind bereits notiert. Bei anderen Melodien hat die Regie gewisse Vorstellungen, zum Beispiel ein «Weltuntergangswälzerli» oder eine «Tüfelsmusig». Ich suche dann und probiere, inszeniere anders, ändere die Melodie immer wieder. Vor Ort muss ich auf den Moment reagieren. Bei den Proben merke ich dann: Ich seh mich so und nicht anders. Das Ganze ist somit ein Mix aus Improvisation und festgesetzten Stücken.

Was ist der besondere Reiz, für Theaterstücke Musik zu machen?

Diemusikalischen Lösungen zu finden. Ich improvisiere viel. Nach der vierten oder fünften Vorstellung spiele ich anders als noch bei der Premiere. Eigentlich ist sowieso jedeVorstellung immer anders. Plötzlich entdecke ich dann eine Version, bei der ich denke: So muss es sein! Es ist ein stetes Suchen und Finden, da kann es schon sein, dass ich darauf auch erst nach vier Vorstellungen stosse. Das heisst aber nicht, dass die ersten paar Vorstellungen nicht gut sind! Die Aussage des Stücks darf natürlich nicht darunter leiden, ein gewisses Level sollte man haben. Man muss immer 100 Prozent geben, aber wenn ich die 110 Prozent erreiche, ist es noch besser.

Was sagen Sie zum Spielort im Garten der Bibliothek Werner Oechslin?

Der Ort ist sehr schön und stimmungsvoll.

Das Theater findet draussen statt, verträgt ihr Akkordeon allfälligen Regen?

Nein, das wäre gar nicht gut. Das Akkordeon würde sogleich kaputt gehen. Bei Regen muss es gedeckt sein, deshalb wird für mich extra ein Unterstand aufgebaut.

Sind Sie zurzeit noch in andere Projekte involviert?

Ich werde mit zwei Schauspielern zusammen das Stück «Ein Russ im Bergell» über einen Engadiner Bergführer und den russischen Baron Anton von Rydzewski spielen. Ich gebe auch weiterhin Solokonzerte.



Weitere Infos

- www.chaernehus.ch
Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.08.2010

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schwyzkultur.ch/EyX5C8