Am Dienstag wurde mit dem Aufbau der Zuschauertribüne für das neue Stück der Theatergruppe Chärnehus im Park der Bibliothek Werner Oechslin begonnen. Foto: Adrian Meyer
Am Dienstag wurde mit dem Aufbau der Zuschauertribüne für das neue Stück der Theatergruppe Chärnehus im Park der Bibliothek Werner Oechslin begonnen. Foto: Adrian Meyer

Bühne

Chärnehus-Theater erneut Open Air

Für ihr neustes Stück hätte sich die Theatergruppe Chärnehus wohl kaum einen idyllischeren Ort aussuchen können: Am vierten August feiert «Lochmatt» im kulturträchtigen Park der Bibliothek Werner Oechslin Premiere. Diese Woche wurde mit dem Bau der Tribüne begonnen.

Von Weitem ertönt bereits das Scheppern von Gerüstbauteilen und die Rufe von Bauarbeitern, die so gar nicht zum idyllisch gelegenen und kulturträchtigen Park der Bibliothek Werner Oechslin an der Luegeten in Einsiedeln passen. Tatsächlich geht es aber darum, den weitläufigen Garten in nächster Zeit noch mehr mit Kultur zu füllen: Die Theatergruppe des Kulturvereins Chärnehus baute dies Woche die Tribüne für ihr neustes Stück «Lochmatt» an exakt jenem Ort auf. Am Dienstagabend wurde der Aufbau der Zuschauerränge in Angriff genommen, nachdem am Montag bei strömendem Regen das erste Material herbeitransportiert wurde.

Theaterrund mit Ausblick

Das bisher ungenutzte Theaterrund im hinteren Teil der Anlage bietet – vor allem in der Abendsonne – einen tollen Ausblick auf Dorf und Kloster, sowie optimale Akustik. Theaterleiterin und Schauspielerin Marann Schneider zeigt sich vom Schauplatz begeistert: «An diesem Ort lebt die Kultur. Bisher war er für die Öffentlichkeit gar nie zugänglich, wir sind Werner und Anja Oechslin deshalb für ihre Grosszügigkeit sehr dankbar.» Der Aufbau der Bühne und Zuschauerränge ist jedoch mit erheblich mehr Aufwand verbunden. Das gesamte Baumaterial muss mühsam auf einen Traktor umgeladen und an den im Hang gelegenen Schauplatz transportiert werden. Dementsprechend packen viele freiwillige Helfer an. Insgesamt sind über 50 Personen hinter und neben der Bühne tätig. Für die Baubewilligung musste die Theatergruppe derweil lange warten: «Das war eine schwierige Phase, wir hatten keinen wirklichen Plan B», erklärt Schneider erleichtert.

Hans Hassler improvisiert

Nebst den bekannten Paul Steinmann (Autor), Livio Andreina (Regie) und Anna Maria Claudemans Andreina (Ausstattung) findet sich in der Produktion eine weitere Person mit klingendem Namen. Der renommierte Akkordeonist Hans Hassler wird zum Theater seine virtuosen Improvisationen beisteuern. Er musizierte bereits 2003 beim Stück «Limbacher» für das Chärnehustheater und stellt auch für «Lochmatt» eine wahre Bereicherung dar: «Es ist gewaltig, man gibt ihm eine Melodie und nachdem er sie drei Mal spielte, ist sie komplett anders, aber dennoch irgendwie die gleiche», erzählt eine begeisterte Marann Schneider.

Die Erde öffnet sich

Im Stück «Lochmatt», das auf einer Idee von Zeno Schneider basiert und experimentellen Charakter hat, öffnet sich inmitten eines Dorfes wie aus dem Nichts ein Loch. Aufgrund dieses Geschehnisses beginnen sich die Dorfbewohner allmählich zu verändern. Mit gesellschaftlich akzeptierten Mitteln wird daraufhin versucht, dieses Loch ungeschehen zu machen. «Lochmatt ist eine Geschichte über Menschen und ihre eigenen, persönlichen Löcher», fügt die Theaterleiterin an. 19 Schauspieler im Alter von acht bis 75 Jahren spielen dabei 18 Rollen, die ihnen von Paul Steinmann auf den Leib geschrieben wurden.

Proben verlaufen nach Plan

Die Proben verlaufen wie erwartet, ab nächster Woche finden sie fast jeden Tag und wenn immer möglich draussen statt: «Die letzten Texte von Autor Paul Steinmann erhielten wir erst vergangene Woche. Wir haben uns bei Uraufführungen mittlerweile aber daran gewöhnt, dass nicht immer alles nach Schema F verläuft.» Stete Rückfragen und Absprachen zwischen der Regie und den einzelnen Schauspielern sorgten für eine gute Struktur und eine klare Linie. «Alles bleibt bis zur Premiere im Fluss», meint Schneider, die selbst eine Rolle im Stück spielt. Klar nähme die Nervosität und Spannung langsam zu, doch hätten alle ihren Spass daran. Sie schätze vor allem, dass zwar gruppenbezogen gearbeitet wird, aber dennoch jeder individuell stark gefordert werde. Beim Regisseur Livio Andreina seien die Meinungen und Rückfragen der Spieler immer willkommen. Nicht zuletzt gilt es, Verantwortung zu übernehmen. «Wir betreiben ein ernsthaftes Unternehmen mit einem grossen Budget, das behält man natürlich ständig im Hinterkopf.»

Vorverkauf gestartet

Seit Anfang Woche sind Reservationen für Tickets möglich, zum ersten Mal auch über

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

16.07.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/WCQuq7