Peach Weber brillierte in Einsiedeln vor ausverkauftem Haus. Bild zvg
Peach Weber brillierte in Einsiedeln vor ausverkauftem Haus. Bild zvg

Bühne

Das war nichts für politisch Korrekte!

Am vergangenen Freitag fand in der Reithalle das «Let's Comedy» statt. Die Organisatoren hatten Peach Weber eingeladen und bewiesen damit ein gutes Händchen. Der Komiker brachte das Publikum mit kokettem Klamauk zum Lachen.

Peach Weber scheint ein guter Beziehungspartner zu sein. Er erzählte etwa, dass seine Freundin an ihrem Geburtstag niemals, wirklich: niemals den Abwasch machen müsse. «An ihrem Geburtstag? Niemals! Das kann sie ohne Weiteres am Tag darauf erledigen.» Doch halt! Derjenige, der am vergangenen Freitag nicht in der Reithalle gewesen ist, soll jetzt bloss nicht denken, dass der Komiker nur frauenfeindlichen Klamauk von sich gegeben habe,so ist es nämlich ganz und gar nicht gewesen. «Wisst ihr eigentlich, warum Frauen so gut riechen? Nein ...? Ich schon: Sie bestehen zu 75 Prozent aus Orangenhaut ...» Aber Stopp! Solche Witze sollen nicht frauenfeindlich sein? Gewiss nicht, dies ist alles andere als frauenfeindlich - «das ist Physik.»

Viele kriegten «ihr Fett weg»

Spass beiseite und ohne Witz jetzt: Peach Weber machte sich auch über andere - wie soll man sagen? - Personengruppen lustig. (Fast hätte man geschrieben: «Minderheiten» ...) So kriegten etwa Vegetarier und deren Rohkost essende Kinder, namentlich Veganer, ihr Fett weg; so mussten beispielsweise der Internetsucht frönende Jugendliche dran glauben; so blieben auch Rollator fahrende Senioren nicht verschont. Rollator fahrende Senioren? Dazu hatte Peach Weber eine Geschichte parat. Er erzählte, dass er im zarten Alter von 17 Jahren beinahe etwas mit einer Einundachtzigjährigen angefangen hätte; auf ihr verlockendes Angebot, «Du kannst alles von mir haben!», erwiderte er aber nach langem Zögern: «Am liebsten nehme ich den Rollator.» Schon wieder Frauenfeindlichkeit! Diejenigen, die sich dem Lager der politisch Korrekten zuordnen, hatten am vergangenen Freitag nichts zu lachen. (Diesbezüglich nur nebenbei gefragt: Haben Leute, die korrekt sind, allzu korrekt, überhaupt jemals etwas zu lachen? Wohl kaum, ausser vielleicht spöttisch über die Unkorrektheit,allein ist Lachen aus Spott überhaupt lustig? Allerdings zurück zum Thema!)

Im Sekundentakt

Der Aargauer Komiker feuerte im Sekundentakt, oder besser gesagt: im Zwanzig-Sekunden-Takt Witze in Richtung Publikum ab; meistens, oder besser gesagt: fast immer traf er dabei ins Schwarze. Die Zuschauer dankten mit mehrfachem Szenenapplaus und forderten zwei Zugaben. Als Peach Weber gegen 22.30 Uhr hinter der Bühne verschwand, fragte man sich: Ob er noch kurz zurückkommt?

Eine Konfetti-Kanone

Er kam, sah und feuerte eine Konfetti-Kanone ab. Wer im Anschluss an den rund zweistündigen Auftritt noch ein Autogramm erhalten wollte, der durfte sich dieses vom umgänglichen Mann holen. Und wer mit ihm noch eine Foto zur Erinnerung machen wollte, der hatte ebenfalls seine Erlaubnis. «Isch scho en Gmögige, de Peach Weber, nöd?» In der Tat gab es in der ausverkauften Reithalle kaum jemanden unter den rund 400 Besuchern, der sich nicht von der guten Laune des Komikers anstecken liess.

Einsiedler Anzeiger (chm)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

28.04.2015

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schwyzkultur.ch/rS6Eke