Eine dramatische und dynamische Szene, als Josef von seinen Brüdern aus dem Brunnen gezogen und als Sklave verkauft wird. Foto: Marlies Mathis
Eine dramatische und dynamische Szene, als Josef von seinen Brüdern aus dem Brunnen gezogen und als Sklave verkauft wird. Foto: Marlies Mathis

Bühne

«De Träumer» – ein bewegendes Musical

Eine fast unglaubliche Leistung hat der Adonia-Teens-Chor am Gründonnerstag mit der Aufführung des Musicals von Josef geboten. Das Stück ging unter die Haut und das nach nur drei gemeinsamen Probentagen mit Chor, Band, Akteuren und Technik.

Die biblische Geschichte von Josef, dem wohl bekanntesten der zwölf Söhne Jakobs, ist schon rund 4000 Jahre alt, hat jedoch nichts von ihrem Sinn und ihrer Aktualität verloren. Eifersucht, Streit, Machtmissbrauch oder Ausgrenzung haben tragische Konsequenzen, im Gegenzug dazu sind zum Glück Werte wie Vertrauen, Hoffnung, Vergebung und Liebe heute aber genau so gültig wie damals. Einer der 17 Adonia-Teens-Chöre, welche in der ganzen Schweiz während eines Monats das Musical «De Träumer» aufführen, gastierte am vergangenen Donnerstag dank des Engagements der Freien Evangelischen Gemeinde im Stiftstheater des Klosters Einsiedeln.

Emotionales Gemeinschaftswerk

Die beiden bekannten Liedermacher Markus Hottiger und Marcel Wittwer, welcher übrigens auch für die Arrangements zuständig war, haben es verstanden, die Geschichte Josefs sozusagen authentisch und doch immer wieder mit kurzen Bezügen zur heutigen Realität und mit zeitgemässer Sprache, mitreissenden Liedern und ebensolcher Musik wiederzugeben. Die gut 70 Jugendlichen unter der Leitung des Dirigenten Fabian Sterchi vermochten denn die rund 200 Anwesenden von Beginn weg in ihren Bann zu ziehen, und es gab wohl niemanden, den diese mit so viel Leidenschaft und Ehrlichkeit gesungene und gespielte Botschaft nicht tief in seinem Herzen berührte. Sei es am begeisternden Gesamtchor, den Solisten, den tänzerischen Einlagen – deren Choreografie für die ganze Schweiz übrigens in den Händen der Einsiedlerin Joëlle Riedi lag – an der fantastischen Band oder den Schauspielern mit einem überragenden Josef oder ganz einfach am ganzen Kollektiv gelegen.

Nur drei Probetage

Diese eindrückliche Leistung, dauerte doch das gesamte Musical gut 100 Minuten, ist umso höher einzustufen, wenn man weiss, dass jeweils nur gerade während drei Tagen gemeinsam geprobt wird. Jeder Teenager hatte im Januar eine Übungs-CD erhalten und dann das ganze Programm und das sind doch knapp 20 Lieder(!) selbständig auswendig gelernt und die Melodien dazu geübt! Während einer Frühlingsferienwoche wird dann das intensive Musicalprojekt durchgezogen, das heisst, gemeinsame Proben, optimale Einstellung von Akteuren, Licht und Ton, Hauptprobe und vier Auftritte an verschiedenen Orten in der Schweiz. Während dieser kleinen Tournee werden die Jugendlichen jeweils von Gastfamilien aufgenommen, sodass in dieser Hinsicht Kosten gespart werden können, werden doch für alle Aufführungen nur Kollekten aufgenommen.

Einsiedler aktiv dabei

Auch in Einsiedeln und der Umgebung durften die engagierten Teenager dank Doris und Sepp Beeler, welche das emotionale Musical-Erlebnis erst ermöglichten, am Donnerstag bei diversen Gastfamilien logieren. Ausserdem freuen sich mit ihrem Sohn Lukas, der die Rolle des Jakobs und des Pharaos spielen wird, mit Madleina (Frau des Pharaos) und Florian Odermatt (der Sohn Benjamin), Marije Oosting von Alpthal und David Vojacek aus Schindellegi auch vier junge einheimische Talente auf die Ferien und ihre Auftritte mit dem Stück «De Träumer», zusammen mit einem der Adonia-Teens-Chöre.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

29.04.2011

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