Dieses Trio präsentierte gestern Donnerstag im Spielbüro-Pavillon dem Einsiedler Anzeiger exklusiv drei neue Plakate des Welttheaters 2013 (von links): Gerhard Kälin, Edith Moosbrugger und Peter Kälin. Bild Urs Gusset
Dieses Trio präsentierte gestern Donnerstag im Spielbüro-Pavillon dem Einsiedler Anzeiger exklusiv drei neue Plakate des Welttheaters 2013 (von links): Gerhard Kälin, Edith Moosbrugger und Peter Kälin. Bild Urs Gusset

Bühne

«Den Gwunder für das Stück wecken»

Interview mit Peter Kälin, Präsident der Welttheater Gesellschaft Einsiedeln, zu den neuen Plakaten für das Welttheater 2013.

Urs Gusset: Peter Kälin, welche Gedanken schiessen Ihnen beim Betrachten der neuen Plakate durch den Kopf?

Peter Kälin: Dass nun endlich das Ergebnis einer langen, sehr langen Phase des Überlegens und Erarbeitens vorliegt. Trotz des früh zur Verfügung stehenden Textes taten wir uns, zusammen mit der künstlerischen Leitung und dem Werbebüro, sehr schwer, eine adäquate Lösung zu finden. Vorschläge wurden begutachtet, für eine Weiterbearbeitung ausgewählt und schliesslich dann doch wieder verworfen. Erst kurz vor dem Welttheatertag fanden wir jene Lösung, die nun vorliegt.

Haben Sie andere Gedanken als beim letzten Welttheater 2007, als das Plakat einen Engel mit einer Dynamitstange und einer brennenden Lunte gezeigt hat und sehr provokativ war?

Ja, selbstverständlich. In der Spielperiode 2013 kommt ja eine Neufassung mit neuem Autor und mit neuem Regisseur zur Aufführung, die sich auch deutlich von der letzten Aufführung unterscheiden wird.

Wer ist für die aktuelle Plakatkampagne verantwortlich und welche Botschaft wollen die Plakate vermitteln?

Für die Werbekampagne und somit auch für die Plakatkampagne ist zum zweiten Mal das Büro Lesch + Frei, Zürich, verantwortlich. Wie schon erwähnt, waren alle Beteiligten recht gefordert, eine passende Lösung zu finden. Es sind 17 Botschaften, die je nach Werbemittel verwendet werden. Diese sind Passagen aus dem Text. Sie nehmen teilweise direkt Bezug auf das Thematische des Einsiedler Welttheaters 2013.

2007 ein explosives Plakat, jetzt eher ruhige Plakate. Wieso hat ein Wandel stattgefunden?

Der erste Eindruck täuscht. Liest man die Textpassagen, dürften dessen Inhalte durchaus zum Nachdenken anregen und wohl auch zu Diskussionen führen. Der Wandel zu 2007 besteht darin, dass die Plakate Textpassagen des Stücks wiedergeben.

Sind die aktuellen Plakate moderater, weil die Reaktionen vor fünf Jahren so heftig waren?

Nein, überhaupt nicht. Das Plakat hat die Aufgabe, beim Betrachter den «Gwunder» für das Stück zu wecken und ihn schliesslich für einen Besuch zu gewinnen. 2007 war es der Dynamit-Engel, 2013 sind es Textpassagen aus dem Stück. Wir waren der Meinung, dass für 2013 auch ein anderer Ansatz für das Erscheinungsbild gefunden werden musste.

Mussten Sie bei den neuen Plakaten auf jemanden Rücksicht nehmen – zum Beispiel auf das Kloster Einsiedeln?

Nein!

Hätten extrem provokative Plakate nicht wieder gewaltig die Werbetrommel rühren können?

Wir hatten im Jahr 2000 und 2007 nicht primär wegen den Plakaten so viele Besucher, sondern weil die Inszenierung mit den beeindruckenden «Bildern» vor der Klosterkirche zu gefallen wusste. Ich glaube auch, dass wir mit den zwei letzten Spielperioden bewiesen haben, dass die spielbegeisterten Einsiedlerinnen und Einsiedler ihr heutiges Theaterpublikum gefunden haben. Selbstverständlich ist es auch eine Verpflichtung, diese Qualität von Theater weiterhin zu pflegen.

Das Plakat des Welttheaters 2007 hat den Betrachter geradezu gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Und jetzt?

Die Plakate bieten nach wie vor wieder den Einstieg, dies erneut zu tun. Davon bin ich überzeugt.

Kann von den neuen Plakaten auch auf den Inhalt des neuen Stücks geschlossen werden?

Hier kommt es auf die verwendete Textpassage an. Bei «Heilandsack » ist dies wohl weniger der Fall, als bei «Ich wett kein alti, faltigi Frau wärde mit emä chrankä, grusigä Chind».

Die Plakate unterscheiden sich deutlich. Und die Stücke? Fahren Autor Tim Krohn und Regisseur Beat Fäh die gleiche Schiene wie ihre Vorgänger Thomas Hürlimann und Volker Hesse?

Nicht nur das Plakat, auch die Stücke werden sich unterscheiden. Nach dem Thema «Endwind» im Jahr 2007 folgt nun das Thema «Der Mensch in der Schöpferrolle».

Auch dieses Mal gibt es einen Flyer… …

Eine erste Auflage steht ab Samstag, 1. Dezember, zur Verfügung.

In den letzten Monaten ist viel Bewegung ins Welttheater 2013 gekommen – Text liegt vor, Welttheatertag, Castings, Plakatpräsentation und Eröffnung des Spielbüros.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.11.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/C3JmES