Unverkennbar: Renato V. Compostella zeichnet für das Design und die Illustrationen verantwortlich. Nzekwu (links) und Bingisser standen ihm «Modell».
Unverkennbar: Renato V. Compostella zeichnet für das Design und die Illustrationen verantwortlich. Nzekwu (links) und Bingisser standen ihm «Modell».

Bühne

«Der Messias» kommt zur Weihnachtszeit

«Der Messias» von Patrick Barlow ist ein weltweit gefeiertes Stück. Ab dem 8. Dezember ist die ebenso bissige, wie liebevolle Komödie in einer Dialekt-Fassung im «Chärnehus»
zu sehen.

Es ist ein legendäres Stück und auch der, der es nach Einsiedeln bringt, hat diese Legende genährt: Vor rund 30 Jahren hat Oscar Sales Bingisser den «Messias» bereits einmal am Theater an der Winkelwiese gespielt: «Es ist ‹tätsch lustig›, ein Traum-Stück für jeden Schauspieler», schwärmt er noch heute.

Zwei talentlose Schauspieler …

In dieser fulminanten Version der Weihnachtsgeschichte übernehmen die zwei erfolglosen Schauspieler Theo (Andy Nzekwu) und Bernhard (Oscar Bingisser) aus Geld- und Talentmangel gleich alle Rollen, die die Bibel hergibt: Die deprimierte Maria, den schlecht gelaunten Josef, einen giftigen Volkstribun, einen Hirten, der sich dauernd bei seinen Schafen verzählt, den flügelrauschenden Engel Gabriel, ja, und auch Gottvater selbst. Etwa 20 Rollen kommen zusammen … Geschrieben hat das Stück der englische Autor Patrick Barlow; die Uraufführung fand 1987 in London statt, von wo aus diese Weihnachtskomödie ihren Triumpfzug durch die Theater in der Welt antrat. Erstmals in Deutsch aufgeführt wurde «Der Messias» 1987 in Berlin. «Die Besetzung und die Entscheidung, das Stück in einer Dialektfassung mit schweizerischen, schwyzerischen und lokalen Bezügen aufzuführen, sind für uns die überzeugendsten Argumente, diese Komödie nach Einsiedeln zu bringen», sagt Bingisser. Der 59-jährige Einsiedler ist als Übersetzer, Schauspieler und Produzent sozusagen der «Spiritus rector» dieses Projekts. Dazu begegnen sich auf der Bühne mit Bingisser, Andy Nzekwu und Renate Anderegger einheimisches Urgestein, städtisches Flair und schräge Volksmusik vom Feinsten. Geht es nach Bingissers Überlegungen, geht die Truppe mit ihrem Stück anschliessend auf Tournee. Die Auftritte im Dezember des kommenden Jahres am Zürcher Hechtplatz-Theater sind bereits fixiert; mit weiteren Häusern werden derzeit Vorgespräche geführt.

Selbst an Weihnachten …

Mit Kleinkunst-Theatern, Übersetzungen und Bearbeitungen kennt sich Bingisser bestens aus. Keine zwei Jahre sind verstrichen seit der Uraufführung von «Bezirksgericht», einer anekdotischen Inszenierung einiger Einsiedler Gerichtsprotokolle aus den Jahren 1912 bis 1960. Die damals über 1200 Zuschauer seien Anlass und Motivation gewesen, dass im «Chärnehus » wieder solche oder ähnliche theatralische Anlässe stattfinden sollen, blickt er zurück. Und so kommt es am 8. Dezember zur ersten von ingesamt 21 Aufführungen. Bis am 7. Januar der letzte Vorhang fällt, stehen die Akteure fast jeden Tag auf der Bühne – selbst am 24. und 25. Dezember wird gespielt. Der Name verpflichtet.

Einsiedler Anzeiger (Vi)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

13.10.2017

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schwyzkultur.ch/V85vbd