Nicht nur die Schauspieler, auch das Publikum war gefordert: Sie schrieben Sätze auf Zettel oder riefen Begriffe auf die Bühne, mit welchen die jungen Schauspieltalente konfrontiert wurden. Bild Franz Kälin
Nicht nur die Schauspieler, auch das Publikum war gefordert: Sie schrieben Sätze auf Zettel oder riefen Begriffe auf die Bühne, mit welchen die jungen Schauspieltalente konfrontiert wurden. Bild Franz Kälin

Bühne

Ein Feuerwerk an Premieren

Am letzten Freitag und Sonntag führte das «Jugendtheater Sapperlot» im Chärnehus in Einsiedeln «Theatersport» auf. Beim Theater waren nicht nur die Protagonisten, sondern auch das Publikum gefordert.

Dieses Theater wird niemals wieder jemand zu sehen bekommen. Beim Improvisationstheater des «Jugendtheaters Sapperlot» bestimmte das Publikum selbst, was auf der Bühne zu sehen sein sollte. Durch den Abend führte Moderator Markus Kälin, der dem Publikum einen Abend mit einem Feuerwerk an Premieren versprach. Auf der Bühne standen Anika Gubler, Kilian Kälin, Laura Petrig, Fiona Sigrist, Tabea Smailus, Christina Teuber, Michaela Trütsch und Doris Kyburz, die in zwei Teams eingeteilt waren und in einem «theatersportlichen Wettkampf» gegeneinander antraten. Musikalisch begleitet wurde das Theater von Nora Gassner.

Hohe Anforderungen

Auf die Aufforderung des Moderators schrieb das Publikum Sätze auf Zettel oder rief Begriffe auf die Bühne, mit welchen die jungen Schauspieltalente konfrontiert wurden und direkt reagieren mussten. Sei es ein Lehrer, der an einem Lachanfall stirbt oder ein reklamierender Kunde, der gar nicht weiss, über was er sich beschwert: die Jungschauspieler waren gefordert, sich in kürzester Zeit in die unterschiedlichsten Charaktere zu versetzen oder sich Geschichten auszudenken, die es in Worten, gesanglich oder auch nur mit Mimik und Gestik umzusetzen galt. An diesem Abend war also nicht nur Schauspieltalent gefragt: die Protagonisten mussten sich auch gesanglich beweisen, über ein gutes Gespür für ihre Schauspielkollegen verfügen, spontan sein und ein breites Allgemeinwissen mitbringen. Am Ende entschied das Publikum darüber, welches Team die Aufgaben am besten meisterte.

Alles improvisiert?

Auch ein improvisiertes Theater braucht eine intensive Vorbereitung. Seit April probten die be geisterten Schauspielerinnen und Schauspieler einmal wöchentlich für ihr Theater der besonderen Art. Auch wenn sie nicht wissen konnten, was das Publikum am Abend des Auftritts von ihnen sehen möchte, so übten sie trotzdem unterschiedliche Situationen und «schauspielerische Basics» und mussten sich aneinander gewöhnen. Definitiv nicht improvisiert war die Verpflegung des Publikums: Für das Wohl der Gäste wurde sowohl vor der Vorstellung, in der Pause wie auch nach der Vorstellung gesorgt.

Theater als Passion

Gefunden hat sich die jugendliche Theatergruppe am Welttheater 2007: Bei einigen Kindern und Jugendlichen bestand der Wunsch, auch weiterhin auf der Bühne zu stehen. So entstand aus einem Freundeskreis um Felicitas Gassner und einer finanziellen Starthilfe des Kulturvereins «Chärnehus» das «Jugendtheater Sapperlot». Seither führt die Ju gendtheatergruppe jährlich eine Produktion auf, für welche Kinderbücher in ein Theaterstück umgeschrieben werden. Aus zeitlichen Gründen war dieses Jahr keine Produktion möglich, weshalb sich die Gruppe nach Alternativen umsah und diese im «Theatersport» fand. Unter der künstlerischen Leitung von Doris Kyburz und der Produktionsleitung von Felicitas Gassner und Michaela Trütsch wurde dem Publikum ein erfrischend andersartiger Theaterabend geboten.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

24.06.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/Q7xaPV