Aufmerksam zuhörende Theaterleute lauschen den Ausführungen von Regisseur Livio Andreina. Foto: Paul Jud
Aufmerksam zuhörende Theaterleute lauschen den Ausführungen von Regisseur Livio Andreina. Foto: Paul Jud

Bühne

Einmal mehr: Das grosse Ganze anstossen

Am letzten Montag lud der Vorstand der Welttheatergesellschaft Leute ein, die hobbymässig jedes Jahr Theater spielen: die Theaterleute aus unserer Region.

Hanspeter «James» Kälin freute sich, am Montag im Museum Fram rund 30 Personen begrüssen und ihnen seinen Stab, und im Besonderen Livio Andreina, vorstellen zu können: «Ihr seid alles erfahrene Theaterleute. Lasst euch vom ‹Welttheater-Virus› infizieren!» Dann übernahm Livio Andreina die Regie – und er tat es, natürlich, gekonnt: «Es ist eine europäische Einmaligkeit, auf diesem Platz ein so grosses Theater aufzuführen! Grundthema ist das Stück von Calderón, bei dem es um die tiefsten menschlichen Fragen geht.» Und dann gab er erste Details bekannt, die das Welttheater-Feuer entzünden sollen: «Dieser Abend ist eine weitere Veranstaltung, um das Ganze anzustossen. Musiker und Chöre wurden orientiert, mit den Schulen ist man im Gespräch für Projekte, die das Thema umkreisen. Eine erste Skizze des Stücks ist schon vorhanden. Das spielt sich nahe bei Calderón ab.»


Drei Akte, fünfzehn Szenen


Livio Andreina stellte dann grundsätzliche Fragen in den Raum: «Wofür lohnt es sich, Rollen – auch im Leben – zu spielen? Was können wir von Calderón lernen? Man kann sich schon etwas vorstellen. Eine Figur geht durch alle Rollen. So wird sie beispielsweise Königin, um als Bettlerin zu enden. Es wird also eine Reise durch die Zeit. Ohne Opfer gibt es kein Fest – nirgends. Man muss sehr viel geben.» Und dann wird es genau: «Das ganze Spiel hat drei Akte, die fünfzehn Szenen beinhalten. Sieben Hauptrollen und zwanzig Nebenrollen sind der Kern. Die Aufführung wird eine Auseinandersetzung mit Sprache, Spiel und viel Musik. Da braucht es viele Rollen im Sprechchor. Statist ist für mich ein unmögliches Wort, jeder und jede wird irgendetwas sagen!» Und als Höhepunkt: «Die zweitletzte Szene ist ganz einfach ein riesiges Fest!» Die Zuhörenden waren gebannt – erste innere Bilder entstanden da ganz bestimmt schon. Der Virus nistete sich ein …


Was geschieht wann?


Spielerbetreuer Markus Kälin gab dann die Termine für das Welttheater 2019 bekannt:
• 10. April: Generalversammlung der Welttheatergesellschaft
• 31. August: Welttheater-Tag (Informationstag für Mitwirkende)
• 14. bis 28. September: Castings Rollen
• 19. und 20. Oktober: Workshop mit Choreograph Graham Smith und Regisseur Livio Andreina für alle Mitwirkenden
• 30. Oktober: Rollenverteilung
• 9. und 10. November: Workshop mit Choreograph Graham Smith und Regisseur Livio Andreina für alle Mitwirkenden
• 23. und 24. November: Workshop mit Choreograph Graham Smith und Regisseur Livio Andreina für alle Mitwirkenden
• 7. Januar 2020: Probenbeginn Schauspiel (Probenbeginn Musik individuell im Oktober 2019)
• 17. Juni: Premiere
• 26. Juli bis 4. August: Sommerpause
• 5. September: Derniere


Zwischen 600 und 700 Leute würden für alle Chargen gebraucht – auf und hinter der Bühne. Mit einem Fassungsvermögen von 2200 bis 2300 Personen wird eine kleinere Tribüne als letztes Mal erstellt. Ein Tribünendach sei angedacht. Und die definitive Textfassung liege im November dieses Jahres vor.


Und die Vereine der Region?


In der abschliessenden Umfrage äusserten sich die Theaterleute aus der Region. Sie wurden auch gefragt, ob sie zugunsten des Welttheaters im nächsten Jahr ihre Theateraufführungen ausfallen lassen könnten. Alle äusserten sich, dass es sicher faszinierend sei, da mitzumachen. Aber – diese Aufführungen hätten eine grosse Tradition. Viele Besucher kämen seit Jahren an ihre Aufführungen. Man könne nicht darauf verzichten. Es ergebe sich eine grosse Belastung. Da beginne man im Oktober dieses Jahres mit den Theaterproben, spiele über Weihnachten/Neujahr. Dann ginge es mit einer kleinen Pause – bis September – zum Welttheater. Und im Oktober würden bereits wieder die eigenen Proben beginnen. Das sei für alle, die noch im Beruf stehen, eine grosse Belastung. Sie würden das mit ihren Leuten besprechen. Jede und jeder könne mitmachen, war das einheitliche Credo. Festzuhalten ist, dass an diesem Montagabend das Feuer entzündet wurde. Nun muss es lodern und sich ausbreiten. Ein guter Anfang ist gemacht!


Einsiedler Anzeiger / lj

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

22.02.2019

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schwyzkultur.ch/QJKk2U