Regula ist mit Leib und Seele Tanzlehrerin.
Regula ist mit Leib und Seele Tanzlehrerin.

Bühne

«Es tanzen ausschliesslich Frauen»

Zum 35-jährigen Jubiläum der Seventy Seven Dancers präsentiert Regula Bisig mit ihrem Tanzstudio heute Freitag und morgen Samstag eine Burlesque-Show.

Adrian Meyer: Ein Motto der diesjährigen Schüleraufführung ist Burlesque, eigentlich ein ziemlich erotischer Tanz. Wie kam es dazu?

Regula Bisig: Dieses Jahr ist das 35-jährige Jubiläum der Seventy Seven Dancers. Ich habe ziemlich lange studiert, was ich dazu machen könnte. Per Zufall habe ich den Film Burlesque von Christina Aguilera und von Cher gesehen. Ich war davon so begeistert, dass ich dachte: Das machen wir, das passt genau zu den Seventy Seven Dancers.

Warum?

Das ist ihr Stil: Variété, Hip-Hop, Jazztanz – es ist einfach ein guter Mix. Burlesque-Tanz ist ja ein total heisser Tanz, der all diese Show-elemente verbindet.

Haben Sie sich näher mit den Ursprüngen von Burlesque beschäftigt?

Nein, wir haben uns vom Film und der Musik inspirieren lassen. Dazu machten wir unsere eigenen Choreographien.

Wie entsteht so ein neues Programm?

In diesem Fall ist die Show eine Schüleraufführung und keine Mottoshow wie The Pirates vor zwei Jahren. Das heisst, dass meine acht Tanzlehrerinnen mit ihren jeweiligen Schülern eine eigene Choreografie einstudieren. Für den Burlesque-Showteil schlug ich meine Idee Patricia Reichmuth, meiner langjährigen Jazztanzlehrerin vor. Die ganze Burlesqueshow studierte sie zusammen mit Bettina Burkard und der Profitänzerin Sandra Rendon aus Zürich ein. Sandra Rendon trainiert die 77 Dancers, seit sie die Gruppe bei The Pirates gesehen hatte. Ihr gefiel die Show und sie wollte bei uns mitmachen. Meine Arbeit hingegenist eher im Hintergrund: Ich gebe Ideen und Inputs, koordiniere den ganzen Ablauf und kümmere mich um das Drumherum. So habe ich nur für diese Show gegen 50 Korsagen eingekauft. Mittlerweile haben sich über all die Jahre an die 500 Kostüme angehäuft.

Wie ist die Zusammenarbeit mit einer Profitänzerin?

Am Anfang war das schon hart. Sandra Rendons Ansprüche sind hoch. Das hat anfänglich bei den Tänzerinnen nicht immer gute Laune gegeben. Aber mittlerweile spüren sie die Fortschritte. Vor allem in der Technik: Drehungen, Sprünge, dort haben sie nun viel mehr Sicherheit. Für die aktuelle Show trainieren sie seit Januar intensiv.

Wer tanzt alles in der neuen Show?

Insgesamt wirken 250 Schülerinnen mit. Die Jüngsten sind knapp fünf Jahre alt. Die Altersgrenze nach oben ist gegen 40.

Keine Männer?

Es tanzen nur Frauen. Das war nicht immer so: Als mein ältester Sohn André noch Tanzlehrer im Hip-Hop war, hatten wir einige Männer dabei. Aber wir sind in Einsiedeln halt immer noch auf dem Land, da sind die Jungs etwas verklemmter, wenn es ums Tanzen geht.

Sie führen Ihre Tanzschule seit über 30 Jahren und geben immer noch Unterricht im Jazzdance, Line Dance, Qi Gong und Tai Chi. Was treibt Sie an?

Ich finde es sinnvoll, mit dieser Arbeit die Jugend zu fördern und gemeinsam ein Projekt zu realisieren. An solch einer Show können die Schüler ihren Angehörigen einmal zeigen, was in ihnen steckt. Das ist natürlich beste Werbung für mein Tanzstudio.

Wann ist für Sie Schluss mit Tanzen?

Erst, wenn ich nicht mehr gehen kann! (lacht).

Steckbrief

Vorname: Regula

Name: Bisig

Jahrgang: 1958

Wohnort: Gross

Beruf: Tanzpädagogin, Tanzschulleiterin, zurzeit Eventmanagerin

Hobbys: Wandern, Garten, Natur, Gospelsingers

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

13.04.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/HbNjcu