Als Ruodi, der Fischer (Mitte), steht Erwin Hensler bei den diesjährigen Tell-Spielen auf der Bühne. In dieser Szene zusammen mit Tell (links) und Konrad Baumgarten. Foto: zvg
Als Ruodi, der Fischer (Mitte), steht Erwin Hensler bei den diesjährigen Tell-Spielen auf der Bühne. In dieser Szene zusammen mit Tell (links) und Konrad Baumgarten. Foto: zvg

Bühne

«Ich habe schon rund 300 Aufführungen mitgemacht»

Mit Erwin Hensler spielt auch ein Einsiedler bei der Oper Tell mit. Ihn, der schon gegen 300 Mal auf der Tell-Bühne stand, reizt es, als nicht Opernfan zu spüren, was den Charme einer musikalischen Aufführung ausmacht.

Die Liebe führte Erwin Hensler ins Berner Oberland: 1986 verliess er Einsiedeln in Richtung Bern, später nach Matten bei Interlaken und 2015 nach Unterseen, woher seine Frau stammt. Bereits 1995 trat er dem Verein Tellspiele Interlaken bei, der in einer eigens gebauten Spiel-Arena jährlich Wilhelm Tell nach Schillers Drama aufführt. Zirka 300 Aufführungen hat der 59-Jährige bis heute in verschiedenen Rollen gespielt: Friedrich Schiller, Arnold von Melchtal, Walter Fürst, Werner Stauffacher und Rudenz, den berittenen Jüngling. Aktuell steht er als Ruodi, der Fischer, auf der Bühne.


Theatervirus


Aus Freude am Laientheater und um Leute kennenzulernen, sei er Mitglied des Vereins Tellspiele geworden. Inzwischen ist Hensler in Interlaken längst stark verwurzelt. Des Tells überdrüssig ist er aber auch nach vielen Jahren nicht. Im Gegenteil. «Der Inhalt des Stücks ist heute noch sehr aktuell», sagt Hensler. Zudem habe er unverändert Freude am Freilichttheater und an der Tellspielfamilie: «Ich habe hier sehr viele gute Freunde – alle mit dem gleichen Theatervirus!» Irgendwie hat er diesen Virus aus Einsiedeln ins Berner Oberland mitgenommen, stammt er doch aus so etwas wie einer «Theaterfamilie»: Grossmutter Josefine Hensler, Mutter Brigitte Hensler, Bruder Louis Hensler, Onkel Paul und Kari Hensler, Tante Annelis Zehnder und Cousine Susi Füchslin-Hensler standen alle mindestens einmal auf der Einsiedler Welttheater- Bühne. Die Begeisterung von Erwin Hensler trägt ihn nach dem Theater gleich zu Rossinis Oper: «Ich bin zwar kein Opernfan», sagt er von sich selber, «aber ich möchte ’mal spüren, was da abgeht. Zudem reizt es mich dabei zu sein, wenn auf unserem Tellareal etwas Neues entsteht und aufgeführt wird.» Der Übergang wird nahtlos sein.


Zur Person Erwin Hensler


Der gebürtige Einsiedler Erwin Hensler (Jahrgang 1959) zog mit 27 Jahren nach Bern und 1990 weiter nach Matten bei Interlaken. Seit 2015 wohnt er in Unterseen. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Von Beruf ist er Hauswart und Aktivierungsfachmann (Alters- und Pflegeheim). Nebst dem Laientheater pflegt er Musik, Tennis und Skifahren als weitere Hobbys. Viele verwandtschaftliche Beziehungen führen zu Einsiedeln: Seine Eltern heissen Brigitte und Louis Hensler («Prägel»), seine Geschwister Louis und Ruth. Seine Tanten und Onkel sind Kari, Sepp, Annelies (Möbel Zehnder), Paul (Susi) und Willi.


Einsiedler Anzeiger / Victor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

24.08.2018

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schwyzkultur.ch/4kNxPP