Intensives und emotionales Theater - 1

Bühne

Intensives und emotionales Theater

Die Stiftsschülerin Alessia Riediker übernimmt im Stück «Hase Hase» die Rolle der Mutter.

Am Freitag öffnet sich im Stiftstheater der Vorhang zu Coline Serreaus Komödie «Hase Hase». Die Probenarbeiten waren intensiv und die Schauspieler sind topmotiviert.

Patrizia Pfister: Alessia, Du spielst die Hauptrolle im Stiftstheater ...

Alessia Riediker: Und mein Bruder spielt die männliche Hauptrolle. Ich spiele Frau Hase und bin Mutter von fünf Kindern. Bei uns geht alles drunter und drüber!

Wie kamst Du zu dieser Rolle?

Ich mache jetzt das dritte Mal am Stiftstheater mit. Ich hatte wohl Glück, dass mein Bruder bereits mitspielte und einen guten Eindruck hinterlassen hat. Der Regisseur fand, da ich ins Kostüm reinpasse und er meine Familie kennt, könne ich das sicher (lacht).

Du hast Dich für die Rolle also nicht freiwillig gemeldet?

Nein, so etwas ist immer etwas heikel. Ich habe das Stück im Vorfeld gelesen und mir überlegt, was ich spielen möchte. Frau Hase hat sehr viel Text, ich mache es jedoch gern, es macht viel Spass!

Wie aufwendig war die Probenarbeit?

Der Start war vor den Herbstferien und es wird immer intensiver, je näher die Premiere rückt. Wir hatten jeweils auch in den Ferien und an den Wochenenden Proben und in der letzten Zeit eigentlich jeden Tag.

Wie gehen das Theaterspielen und die Schule aneinander vorbei?

Mein Hobby während dieser Zeit ist nur Theater, andere Dinge muss ich oft absagen. Mit der Schule klappt es ganz gut, aber es ist schon sehr anstrengend. Die Proben dauern oft bis 22 oder 23 Uhr und in der Woche der Premiere müssen wir keine Prüfungen schreiben. Wenn das Theater vorbei und ich plötzlich wieder etwas Zeit habe, ist das immer wieder etwas Neues für mich.

Wovon handelt das Stück?

Es geht um die Familie Hase, in der scheinbar alles gut läuft. Plötzlich wird jemand arbeitslos, alle Kinder sind wieder da und es gibt diverse Probleme. Dann wird jemand verhaftet und wir starten eine grosse Befreiungsaktion. Alles passiert auf sehr engem Raum und ist sehr intensiv und ziemlich emotional.

Was ist die grösste Herausforderung für Dich?

Die letzten zwei Jahre spielte ich Männer. Ich finde es einfacher, in eine komplett andere Rolle zu schlüpfen. Jetzt als Frau muss ich zugleich Mutter sein und ernsthaft, charmant und so weiter spielen. Das ist schwierig.

Der Theatersaal ist ziemlich gross und ihr spielt ohne Mikrophone. Geht das gut?

Ja. Zu Beginn machen wir viele Sprachübungen. Ich weiss, wie wichtig die Deutlichkeit ist, nicht nur die Lautstärke. Zudem sprechen wir etwas langsamer.

Habt ihr eine Souffleuse?

Nein! Es funktioniert eigentlich gut so. Wenn jemand etwas vergisst oder vorgreift merken es die Zuschauer oft gar nicht. Es ist wichtig, spontan zu sein. Wir wissen uns zu helfen.

Wie schaust Du auf die Premiere vom nächsten Freitag?

Es freuen sich alle darauf, es ist ein mega-cooler Moment, auf den man lange hinarbeitet. Sobald sich der Saal füllt, werde ich etwas zittrig und hoffe es geht gut. Auf der Bühne ist man so beschäftigt, dass man das Publikum fast vergisst, trotzdem gibt es einen Kontakt mit den Zuschauern, das gefällt mir.



Stiftstheater Einsiedeln: Komödie «Hase Hase» im Theatersaal



Fr 11. März, 20 Uhr
Sa 12. März, 20 Uhr
So 13. März, 17 Uhr
Fr 18. März, 20 Uhr
Sa 19. März, 20 Uhr

Das Theaterrestaurant öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Einsiedler Anzeiger (Patrizia Pfister)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

08.03.2016

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schwyzkultur.ch/B97Y5h