Das raffiniert gebaute Stück und die Darsteller, die ihre Rolle voll auskosten, sorgen für ein eindrückliches Theatererlebnis. Foto: Franz Kälin
Das raffiniert gebaute Stück und die Darsteller, die ihre Rolle voll auskosten, sorgen für ein eindrückliches Theatererlebnis. Foto: Franz Kälin

Bühne

Intrigen, Verwechslungen und Angeberei

Spritzig gespielt, mit Zug inszeniert: In Alpthal unterhält die Theatergesellschaft mit einem Stück von Verwechslungen und bietet dabei dem Publikum wirkungsvolle Pointen, die wiederum für viele Lacher sorgen.

Mit dem Werk «Nora und Jenny» hat die Theatergesellschaft Alpthal den Geschmack des Publikums getroffen. Am Samstagabend fand die Premiere im vollbesetzten Saal der Mehrzweckhalle statt.

Turbulente Geschichte

Der uraufgeführte turbulente Zweiakter von Claudia Gysel lebt von viel Situationskomik mit Episoden aus dem täglichen Leben. Regisseurin Cornelia Kälin hat es verstanden, das hohe Tempo der Handlung während fast zweier Stunden durchzuspielen, was an die sieben Darstellerinnen und Darsteller hohe Anforderungen stellt. Diese sind mit viel Herzblut bei der Sache und gehen in ihren Rollen völlig auf. Köstlich, wie sie sich immer mehr in Missverständnisse und Geheimniskrämereien verstricken. Dabei ist das Stück mit viel doppeldeutigem Sprachwitz gespickt.

Unterschiedliche Lebensstile

Eigentlich beginnt es ganz harmlos in einem Reiheneinfamilienhaus. Nora Hübscher (Tanja Kälin) und Jenny Oberholzer (Rita Kälin) sind zwei Freundinnen, die ein völlig unterschiedliches Leben führen. Während sich Nora, deren Mann Stefan Hübscher (Iwan Marty) ein Gourmet-Restaurant führt, alles leisten kann, plagen Jenny nach dem Kauf eines Hauses andere Sorgen. Damit sie finanziell über die Runden kommt, muss sie verschiedene Nebenjobs annehmen. Ihr eigenwilliger und geiziger Ehemann Daniel Oberholzer (Thomas Marty) kümmert sich keinen Deut um die Hausarbeiten und erhält dabei von seiner Tante Rosmarie Oberholzer (Annemarie Auf der Maur) noch Unterstützung. Nachdem sich Jenny eine Fussverletzung zugezogen hat und sich auf ärztlichen Rat hin schonen muss, weiss ihr Ehemann ihre Arbeit immer mehr zu schätzen, bereiten ihm doch das Kochen und das Bügeln grösste Mühe. Die Auftritte von Hans Grütter (Peter Marty) und der ungemein redegewandten Valerie Schmuck (Sissy Graf), die sich als Werbefachfrau ausgibt, lösen weitere Verwirrungen aus. Das Verhängnis nimmt für Stefan Hübscher, dessen Gourmet-Tempel in finanzielle Schwierigkeiten gerät, für Valerie Schmucki und für den gegenüber seiner Ehefrau verständnislosen Daniel Oberholzer seinen Lauf, vor allem deshalb, weil sie sich allesamt überschätzen. Als sich schliesslich auch noch Hansi Grütter als Schwindler herausstellt, erreicht das Durcheinander seinen Höhepunkt. In diesem schwierigen Konflikt finden Nora und Jenny gemeinsam eine Lösung. Wie sie sich aus den Irrungen und Wirrungen retten, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Passende Rollen

Wie ein roter Faden zieht sich die Freundschaft zwischen Nora und Jenny durch das Stück. Beide wollen eigentlich immer das Beste füreinander. Doch wie es so ist, wenn alle nur das Beste wollen, kommt meistens nichts Gescheites heraus. Die beiden anspruchsvollen Rollen werden von Tanja und Rita Kälin ausgezeichnet beherrscht. Auch die anderen Darsteller sind mit viel Spielfreude im Einsatz, um aus Rollen Typen zu machen. Iwan Marty als Gourmet-Koch, Thomas Marty als nicht gerade einsichtiger Ehemann, Sissy Graf als rhetorisch begabte Werbefachfrau. Auch die weniger grossen Rollen von Peter Marty, der mit seinen Pointen das Stück immer wieder auflockert, von Annemarie Auf der Maur, einer schrulligen Tante, sind vortrefflich besetzt, was viel zu einem guten Gesamteindruck der Vorstellung führt.

Wechselvoller Szenenablauf

Das raffiniert gebaute Stück und die Darsteller, die ihre Rolle voll auskosten, sorgen für ein eindrückliches Theatererlebnis. Wechselvoll ist auch der Szenenablauf. Er bezieht mit viel Bewegung sowie sprachlichen und optischen Elementen das Publikum, unter dem sich Ständerat Bruno Frick, Nationalrat Pirmin Schwander und Regierungsrat Peter Reuteler befanden, förmlich in das Geschehen ein. Es gab an der Premiere sehr viele Lacher, viel spontane Reaktionen aus dem Publikum und am Schluss der verdiente grosse und lange Applaus.

Weitere Aufführungen:

Sa, 13. März
20.15 Uhr

So, 14. März
14.15 Uhr

Mi, 17. März
20.15 Uhr

Fr, 19. März
20.15 Uhr

Sa, 20. März
20.15 Uhr

Fr, 26. März
20.15 Uhr

Sa, 27. März
20.15 Uhr


Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

09.03.2010

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schwyzkultur.ch/WPMmCf