Die Einsiedler Gäste waren bei der Punktevergabe fair, «viel zu fair», wie der Moderator bemerkte. Bild Franz Kälin
Die Einsiedler Gäste waren bei der Punktevergabe fair, «viel zu fair», wie der Moderator bemerkte. Bild Franz Kälin

Bühne

Let's Comedy: Buhen erwünscht

Am zweiten Let’s Comedy brachte der Theatersport von Impro Konstanz und Improphil Luzern die Gäste zum Johlen, Lachen, Springen und – es war erwünscht – auch zum Buhen.

Wenige der rund 150 Gäste wussten wohl genau, was sie am vergangenen Freitagabend in der Reithalle Einsiedeln erwarten würde. Es werde Theatersport geben, hiess es im Voraus, am zweiten Let’s Comedy des Kulturvereins Fismo: Zwei Teams duellieren sich mittels improvisierter Theaterszenen. Das Publikum ruft Inputs auf die Bühne, entscheidet anschliessend mit Abstimmungskarten, welche der Szenen besser war. Sprich: lustiger, origineller und mit mehr Körpereinsatz als das gegnerische Team. Die Organisatoren hatten Improphil Luzern (Randulf Lindt, Reto Bernhard) eingeladen. Und diese brachten gleich noch Gäste aus Süddeutschland mit: Impro Konstanz (Roberto Hirche, Mario Müller) hiessen die Gegner, die es in mehreren Runden improvisierten Theaters zu besiegen galt.

5, 4, 3, 2, Einsiedeln, Los!

Eingangs erklärte der Luzerner Moderator Marco Sieber die Spielregeln und was es mit den ausgeteilten roten und blauen Kärtchen auf sich hatte: Damit werden Punkte an die jeweiligen Teams verteilt. «Vergesst das Welttheater: Ihr müsst nicht ruhig sein, sondern konzentriert», sagte er und übte mit dem Publikum, wie man johlt, pfeift, klatscht, die Publikumswelle hinkriegt – und richtig buht. Für grosse Erheiterung sorgte die Wahl eines Gastes namens Rainer, dem fortan die Aufgabe des «Wellenmeisters» zukam: Immer, wenn jemand aus dem Publikum seinen Namen schrie, sollte er die Publikumswelle einleiten. Rainer, das war klar, musste an diesem Abend dutzende Male aus dem Stuhl springen. Mit einem lauten «fünf, vier, drei, zwei, Einsiedeln, los!» startete die erste Runde. Was sich danach auf und vor der Bühne abspielte, kann nur als grandios bezeichnet werden: Die beiden Teams improvisierten mit den Inputs des Publikums aus dem Nichts kleine Geschichten, mal gemeinsam, mal in Konkurrenz, mal mit Hilfe einiger Gäste.

Viel zu fair

Begleitet wurden die Szenen durch das ebenso grandios improvisierte Klavierspiel des Musikers Jimmy Muff. Die Einsiedler Gäste waren bei der Punktevergabe fair, «viel zu fair», wie der Moderator bemerkte. Am Ende gewannen Impro Konstanz deutlich, doch das war eigentlich Nebensache. Nach über zwei Stunden verlangten die Gäste mit Standing Ovations nach einer Zugabe. Die Lachmuskeln schmerzten, doch es wurden ihnen gewährt: Die beiden Theatersport-Teams sangen als grosses Finale ein herzzerreissendes Benefizlied auf die berühmteste Schweizer Wurst: Der Input des Publikums lautete «Cervelat».

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.05.2012

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