Der Entwurf des Bühnenbilds für das Welttheater 2013 hatte geradezu visionäre Züge: Der Klosterplatz steht nun während mehreren Jahren wirklich im Umbau. Archivbild Josias Clavadetscher
Der Entwurf des Bühnenbilds für das Welttheater 2013 hatte geradezu visionäre Züge: Der Klosterplatz steht nun während mehreren Jahren wirklich im Umbau. Archivbild Josias Clavadetscher

Bühne

Nächstes Spiel nicht vor 2018

Das Einsiedler Welttheater zieht momentan seine Schlussbilanz. Die Saison 2013 ist nicht so gelaufen, wie man gerne gehabt hätte. Sicher ungefährdet ist aber die nächste Spielsaison.

Die Welttheatergesellschaft (WTG) Einsiedeln steht dieses Jahr nicht mehr im Scheinwerferlicht. Im letzten Sommer ist das grosse Spiel in einer Neufassung von Autor Tim Krohn und der Regie von Beat Fäh aufgeführt worden. Zentrales Thema waren der Machbarkeitswahn, die Genmanipulation und die Optimierungsmanie. Inhaltlich hat das Stück getragen, statt der budgetierten 51 000 Besucher haben aber nur 46 000 das Schauspiel gesehen. Ein zentraler Grund dürfte darin liegen, dass die Saison 2013 mit Freilichtspielen, gerade in der Zentralschweiz, aus-, wenn nicht sogar überlastet gewesen ist. Der Vorstand der Welttheatergesellschaft steht momentan in den Abschlussarbeiten. Auch sind noch letzte finanzielle Buchungen zu tätigen, zum Beispiel die Mehrwertsteuer-Abrechnung. Wie WTG-Präsident Peter Kälin bestätigte, werde die Rechnung aber sicher rot abschliessen. Das Defizit wird in der Grössenordnung zwischen 300 000 und 400 000 Franken erwartet.

Nächste Spielperiode ist gesichert

Trotz diesem Verlust bleibt die Finanzlage aber solide. Vor Beginn der Spielperiode 2013 wies die Welttheatergesellschaft Reserven von 1,6 Mio. Franken auf. Insofern könne man sich auf eine komfortable Lage stützen, versicherte Kälin, gerade im Vergleich zu anderen Freiluft-Inszenierungen, die nach der Saison 2013 fast überall echte Existenzsorgen wälzen. «Die nächste Spielperiode in Einsiedeln ist in keiner Art und Weise gefährdet», betonte Kälin. Wann allerdings auf dem Klosterplatz Einsiedeln wieder gespielt wird, das ist offen. Die Spiele der letzten drei Jahrzehnte folgten einem unregelmässigen Rhythmus: 1981, 1987, 1992, 2000, 2007 und jetzt 2013. Er gehe davon aus, bestätigte Kälin, ohne sich auf eine Jahrzahl festlegen zu wollen, dass frühestens 2018 wieder gespielt werde, aber vielleicht auch erst 2020. Das hänge auch von anderen Terminen ab, zum Beispiel von Grossanlässen, die zu koordinieren sind.

Klosterplatz ist Baustelle

Kommt noch dazu, dass letzte Woche mit der Sanierung und den Umbauten der Bögen auf dem Klosterplatz begonnen worden ist. Diese Arbeiten sollen fünf bis sechs Jahre dauern. Solange diese Sanierung im Gange ist, kann auf dem Platz ohenhin nicht gespielt werden. Das sei aber nicht dramatisch. «Wir haben zum Glück keinerlei Zeitdruck», sagte Präsident Kälin. Für die nächste Spielperiode wird die Welttheatergesellschaft auch am Grundsatzbeschluss, der vor 20 Jahren gefasst worden ist, festhalten. Damals wurde strategisch vereinbart, dass nicht Eichendorffs Bearbeitung des Calderon-Stoffes mehr inszeniert werden soll, sondern auf der Basis des Kernthemas immer Neufassungen. Für jede Spielperiode stelle sich dagegen immer die Frage, so Kälin, wie nahe man an Calderons Urfassung mit allen Figuren gehen soll. Dazu gehöre auch, dass der Vorstand sich selbstkritisch mit der abgelaufenen Saison befasse. Genau solche Fragen stelle sich der Vorstand momentan, erklärte Kälin. Es gehe darum, den Weg für die nächste Spielperiode zu ebnen. Entscheidungen dazu hat der Vorstand noch keine gefasst. Er will dagegen an der nächsten Generalversammlung vom Juni über erste Beschlüsse informieren. Der Abschluss einer Spielsaison und der Übergang in die nächste ist immer auch der Moment für allfällige personelle Wechsel im Vorstand. Alle Vorstandsmitglieder stehen im Juni zur Wahl. Mit einer Ausnahme: Die Vertretung des Klosters Einsiedeln im Vorstand wird durch die Klosterleitung selber bestimmt. Das ist dieses Mal sehr speziell: Erstmals in der 90-jährigen Geschichte des Trägervereins sitzt mit Urban Federer der Einsiedler Abt gleich selber im Vorstand.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

19.02.2014

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schwyzkultur.ch/xkHR7W