Bei der Landung in China finden Jim Knopf, Lukas und die Lokomotive Unruhen vor. Sie erklären sich in der Folge bereit, nach der entführten Prinzessin Li Si zu suchen.  Bild Franz Kälin
Bei der Landung in China finden Jim Knopf, Lukas und die Lokomotive Unruhen vor. Sie erklären sich in der Folge bereit, nach der entführten Prinzessin Li Si zu suchen. Bild Franz Kälin

Bühne

Theater Sapperlot gastiert in Lummerland

«Lummerland» ist übervölkert! Die Eisenbahn mit der Lokomotive «Emma» soll abgeschafft werden! Das ist dieses Jahr der Beginn des unterhaltsamen Stücks der Kinder- und Jugendtheatergruppe Sapperlot.

Die am Welttheater 2007 mitwirkenden Kinder wurden seinerzeit vom Bühnenvirus gepackt. Sie wollten mehr Theater spielen. Gesagt, getan. Beat Ruhstaller sammelte die «theaterkranken» Kinder um sich und versuchte mit ihnen ein Stück auf die Bühne zu bringen. 2008 wurde mit «Momo» gestartet. Der Versuch gelang. Dieses Jahr können sich die Zuschauer mit dem sechsten Stück bestens unterhalten.

Jim Knopf, das Stück 2015

Elf Kinder im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren führten am Mittwochabend die dramatische Geschichte um Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer, nach dem Buch von Michael Ende, im Chärnehus vor voll besetzten Reihen auf.

Frisch agierten sie nach einer Dialektfassung und der Regie von Beat Ruhstaller. Nora Gassner schrieb die Musik, welche sie zusammen mit ihrem Vater Stefan und Josef Hensler zur gelungenen Aufführung beisteuerte.

Zu Beginn schien das Problem des Königs Alfons des Viertelvor-Zwölften die einzige Unruhquelle zu sein. Schliesslich drohte der Insel, die mit vier Personen und einer Lokomotive besiedelt ist, eine Übervölkerung.

Mit dem Entschluss von Lukas, dem Lokomotivführer, auszuwandern, beginnt die Dramatik des Stücks. Er lässt sich mit seiner Lok auf dem Wasser treiben. Es war spannend und unterhaltsam, wie die Kinder die Situation bei der Lan dung in China vorführten. Auch in diesem Land herrscht Unruhe. Die Abenteurer erfahren nämlich, dass die Tochter des Kaisers von einem Drachen geraubt wurde. Gefangenschaft durch die Kaiserwächter scheint die Reise zu beenden. Die Freiheit wird ihnen aber gewährt, weil sie sich auf die Suche nach der entführten Tochter machen wol len. Kurz darauf wird in das Reich des Drachens gewechselt.

Viel sei nicht verraten, aber...

Es sei hier nicht verraten, wie der Tag in diesem Umfeld abläuft. Flüssig gespielt erleben die Zuschauer den Disput zwischen dem ausgezeichnet spielenden Lokomotivführer Lukas und dem «gfürchig» wirkenden Drachen. Wiederum muss sich der Berichterstatter zurückhalten, um nicht zu viel zu verraten. Eines aber darf er weitergeben. Herzerfrischend, flüssig und sicher spielt die junge Theatertruppe. Dies ist gewiss ein grosses Verdienst von Beat Ruhstaller, der viel Zeit und Energie in diese Inszenierung investiert hat. Der Szenen- und der motivierende Schlussapplaus sind überzeugter Dank an ihn und seine Truppe! Die Schaffer hinter der Kulisse

Dass solches aber ein abgerundetes Bild zeigen kann, braucht es naturgegeben allerlei Drum und Dran. Dabei kann der Zuschauer feststellen, dass dafür viel Liebe zur Sache Begleiter war. Die Musik passte zum Stück, wie auch die Kostüme von Katharina Widmer. Ob auch sie den beeindruckenden Drachen gebaut hat, oder dies ein Meisterstück vom Bühnenbauer Fredi Trütsch ist, entzieht sich leider der Kenntnis des Schreibenden.

Würde aber nichts zur Lokomotive geschrieben, wäre dies ein unverzeihliches Versäumnis. Alle Materialien an diesem kleinen Kunstwerk sind Abfallprodukte, kunstvoll und sicher so gut zusammengebastelt, dass es sogar die Kinderschar zu tragen vermochte!

Mit dieser Aufführung wurde einmal mehr bewiesen, dass Kindertheater, gut geführt, die Herzen der Zuschauer anzusprechen vermag. Das gelang der jungen Theatertruppe um Beat Ruhstaller ausgezeichnet.

Weitere Aufführungen: 27. Februar und 6. März um 19.30 Uhr und am 28. Februar, 1. März, 4. März, 7. März und 8. März um 17.00 Uhr.

Weitere Infos unter www.chaernehus.ch

Einsiedler Anzeiger (heka)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.02.2015

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schwyzkultur.ch/Vi2j6W