Die junge Theaterautorin Livia Huber gewann den zweiten Preis. Bild Anna Oechslin
Die junge Theaterautorin Livia Huber gewann den zweiten Preis. Bild Anna Oechslin

Bühne

Zweiter Platz für Hubers «Angstfrei»

Am 19. Juni wurde der Leonhard-Frank-Preis übergeben Livia Huber belegte mit ihrer Flüchtlingskomödie den zweiten Rang am Wettbewerb um den Leonhard-Frank-Preis.

Am 19. Juni 2015 wurde am Mainfranken Theater in Würzburg der Leonhard-Frank-Preis vergeben. Von den über sechzig eingesendeten Theaterstücken zum Thema «Angstfrei» wurden die besten drei von den professionellen Schauspielern des Mainfranken Theaters inszeniert. Livia Huber, die bereits 2014 für ihr zwei Jahre zuvor uraufgeführtes Stück «Mutter Hausfrau, Vater Arzt» den Publikumspreis der Heidelberger Theatertage gewonnen hatte, belegte in Würzburg den zweiten Platz. Über den 2. Rang hat sie sich sehr gefreut und besonders die Inszenierung ihres Stückes hat sie derart begeistert, dass sie beinahe vergessen habe, dass sie selbst das Stück geschrieben hat!

Das Theaterstück

Ihre eingereichte Komödie trägt den Titel Flüchtling @ Home und handelt davon, wie die gut situierte Mara wünscht, Flüchtlingen zu helfen. Ihr Mann erfüllt ihren Wunsch und besorgt ihr einen Flüchtling, der scheinbar nicht reden kann. Es handelt sich jedoch nicht um einen richtigen Flüchtling, sondern um Ali, einen Arbeitskollegen ihres Mannes. Mara wird die neue Aufgabe jedoch bald zu viel und sie versucht, den Flüchtling loszuwerden. Das Stück ist laut Livia Huber ein Versuch, die Verzweiflung und Ohnmacht aufzuzeigen, mit der die westlichen Länder konfrontiert sind. Was passiert, wenn man sich seiner eigenen Privilegien bewusst wird und dennoch nicht darauf verzichten will. Oder aber wenn man seine Privilegien nicht mehr gewissensfrei geniessen kann und sich dadurch zum Helfen genötigt fühlt.

Kritik an Gesellschaft

Die Theaterkomödie der 26-jährigen Einsiedlerin ist eine Kritik an unserer privilegierten Gesellschaft, für die die eigenen vier Wände oftmals das Oberste ist und die Prob leme von Flüchtlingen beiseite geschoben werden. Das Stück zeigt auf, wie eine Person aus egoistischen Gründen versucht zu helfen und welche Probleme dabei auftreten. Ziel der Autorin ist es, die Zuschauer zum Lachen zu bringen anstatt ihnen Vorwürfe zu machen.

Die Autorin

Livia Huber ist 1988 geboren und studierte von 2008 bis 2011 Literarisches Schreiben an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich. 2013 gründete sie das Kin derkulturzentrum Zauberwald, wo sie heute arbeitet. Nebenbei schreibt sie einmal im Monat das Chasperlitheater und führt es mit Leidenschaft auf. Dies tut sie unter anderem, um die Schweizerdeutsche Sprache zu fördern. Es gefalle ihr fast besser, Theaterstücke für Kinder zu schreiben, als Theatertexte für Erwachsene, da die Kinder sich doch jedes Mal gerne in das Stück einmischen und mitreden. Wenn sie einmal nicht mit ihren Spielgruppenkindern beschäftigt ist, schreibt sie an ihrer neuen Komödie, die den Titel «Embryonal» trägt. In dieser Komödie geht es um eine fiktive Gesellschaft in der Zukunft, in der Eltern die embryonalen Anlagen ihrer Wunschkinder frei gestalten können und welche neuen Probleme in einer solchen Gesellschaft auftreten. Falls das Stück von ihrem Verlag Drei Masken in München aufgenommen wird, der als Vermittlerrolle zwischen Theater und Autorin dient, steigen die Wahrscheinlichkeiten einer Uraufführung.

Einsiedler Anzeiger (aoe)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

10.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/ZGUtgb