Die Ausstellung zeigt zugleich die Tourismusgeschichte von Einsiedeln auf und spricht auch auswärtige Besucher an. Bild Martina Reichmuth
Die Ausstellung zeigt zugleich die Tourismusgeschichte von Einsiedeln auf und spricht auch auswärtige Besucher an. Bild Martina Reichmuth

Dies & Das

Bilder sagen mehr als Worte

Unter dem Titel «Gruss aus Einsiedeln» lud das Museum Fram zu seiner neuen Ausstellung ein. Trotz oder gerade wegen dem erneuten Wintereinbruch nahmen einige den Weg zu den Räumlichkeiten in der Eisenbahnstrasse auf sich, um die mit viel Liebe zusammengestellten Bilder und Souvenirs aus vergangener Zeit zu bestaunen.

Die offene Gestaltung des lichtdurchströmten Museumsraums im Haus Fram lassen beim Betreten nicht erahnen, welch grosse Schätze sich in seinem Innern verbergen. Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man die vielen Kostbarkeiten und Zeugen längst vergangener Zeiten. Was für uns heute selbstverständlich ist, kam in der vorletzten Jahrhundertwende erst richtig auf: die Werbung. Heutzutage überlebt keine Branche ohne Werbung und daher wird oft mit viel Geld versucht, sein «Produkt» an den Mann zu bringen. Obwohl diese um 1900 erst in den Anfängen stand, zeigt die Ausstellung im Fram deutlich, dass bereits damals jedes Mittel recht war, um möglichst viele Touristen nach Einsiedeln zu locken.

Nach ausgewählten Themen

So war den damaligen Einwohnern von Einsiedeln klar, dass sie, nachdem nun die Eisenbahn das Reisen vereinfachte, neben Pilgern auch für andere Touristen attraktiv werden müssen. Unterteilt in verschiedene Themenbereiche zeigt die Sammlung Plakate, Broschüren, Karten und Souvenirs, bei welchen versucht wurde, eben dies zu erreichen. Erläuterungen und Literaturhinweise zu den Exponaten unterstützen den Besucher beim Rundgang durch die Ausstellung, müssen jedoch nicht ausnahmslos gelesen werden. Viele der Bilder sprechen für sich selbst. Da sie nicht chronologisch, sondern thematisch angeordnet sind, kann man sich seinen Weg durch den Raum selber suchen.

Damalige Druckkenntnisse

Obwohl der Hauptvermerk der diesjährigen Ausstellung auf der Geschichte der Vermarktung von Einsiedeln liegt, bekommt man nebenbei auch eine Vorstellung, wie sich der Bilderdruck im Laufe der Zeit gewandelt hat. Zu einigen Bildern werden hierzu entsprechende Hinweise geliefert. Gleichen einige der Exponate eher der Phantasie des Schöpfers, sind andere wiederum fast bis ins kleinste Detail wahrheitsgetreu dargestellt. Darunter hat es auch schon einige Schwarzweiss-Fotografien.

Erinnerungen

Die Genauigkeit der Bilder und die wahrheitsgetreuen Fotografien von Einsiedeln lassen bei vielen einheimischen Besuchern Erinnerungen über das alte Dorfbild wach werden. Hierbei kann man feststellen, dass man bereits einen Teil dieser Geschichte ist. Obwohl dies wenig mit dem eigentlichen Sinn der Ausstellung zu tun hat, verstrickt man sich so mit anderen in Gespräche und lebt eine andere Art von Kulturgeschichte nach.

Nicht nur für Einheimische

Da die Ausstellung zugleich die Tourismusgeschichte von Einsiedeln aufzeigt, spricht sie auch auswärtige Besucher an. Als Tourist sind sie ein Teil davon. Immer noch kommen viele nur zum Pilgern und als Tagestourist nach Einsiedeln. Dass Einsiedeln aber schon seit über 100 Jahren ebenfalls als Erholungsgebiet wirbt, zeigen die Bilder unter dem Thema «Einsiedeln für Sportler». Wer nicht zum ersten Mal in Einsiedeln ist, wird im Museum hier oder dort auch bekannte Dinge sehen, nachlesen oder mit Gehörtem verknüpfen können.

Zum Schmunzeln

In der hintersten Ecke des Raums findet man Souvenirs in Schaukästen, welche um 1900 in Einsiedeln zum Verkauf angeboten wurden. Bestimmt werden einige beim Anblick der Dinge schmunzeln und sich wundern, welcher Ramsch schon damals als Erinnerung von der Pilgerfahrt mit nach Hause genommen wurde. Neben den Schaukästen befindet sich eine Couch, auf der man sich verweilen und das Gesehene verdauen kann. Wer von allem noch nicht genug hat, kann sich dabei mit Durchlesen von originalen Postkartengrüssen aus dieser Zeit amüsieren. Damit die alte Handschrift von Gross und Klein gelesen werden kann, wurde von den Veranstaltern eine Computerabschrift hinzugefügt.

Teil der Geschichte Einsiedelns

Auch wenn man als Besucher mit wenig Vorkenntnissen an die Ausstellung über die Werbe- und Touris musgeschichte Einsiedelns geht, merkt man bald, dass die ausgestellten Bilder und die damit verbundenen Geschichten dahinter weit mehr zeigen als nur das. Auch wenn nicht immer realistisch dargestellt, zeigen sie Einblicke in das damalige Leben in und um Einsiedeln. Sie geben Auskunft darüber, wie

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

25.03.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/LbT4EL