Franz-Xaver Geisseler (mitte) gab den vielen Besucherinnen und Besuchern gerne Auskunft und war ein gefragter Mann. Foto: Konrad Schuler
Franz-Xaver Geisseler (mitte) gab den vielen Besucherinnen und Besuchern gerne Auskunft und war ein gefragter Mann. Foto: Konrad Schuler

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Ein grosses Interesse geweckt

Franz-Xaver Geisseler hat das Inventar inklusive Namen der Firma Eichhorn Schwyzerörgeli übernommen und eröffnete am Samstag an der Hauptstrasse 25 in Einsiedeln das neue Geschäft unter dem Namen «Eichhorn-Lädeli».

Die 1886 gegründete Firma Eichhorn Schwyzerörgeli und ihr Gedankengut ist verkauft. Damit trat der «verrückte Ausland-Schweizer» am 11.11. um 11.11 Uhr im Hotel Sonne in Einsiedeln an die Öffentlichkeit und machte die Sache publik. Am Samstagabend nun öffnete das «Eichhorn-Lädeli» für die Öffentlichkeit die Türen. Die Gäste mussten sich etwas gedulden, aber kurz nach 18 Uhr war es dann so weit. Franz-Xaver Geisseler lud die Bevölkerung ein, sich über das neue Angebot informieren zu lassen. Besichtigt werden konnten auserlesene Schwyzerörgeli, eine Drehorgel, der nach und nach geschmückte Weihnachtsbaum, Modelleisenbahnzüge, Antiquitäten in vielfältiger Form wie Schränke, Kommoden oder Stühle, alte Fachbücher, Bilder, Münzen, Briefmarken und dergleichen mehr. Im Vordergrund stehen aber der Ankauf und Verkauf sowie die Reparaturen von Schwyzerörgeli. Ad-hoc-Formationen unterhielten Mehrere Male bildeten sich Ad-hoc- Gruppen, die auf den Schwyzerörgeli die interessierten Menschen unterhielten. Franz-Xaver Geisseler selbst zeigte auf, dass er auch mit einer Drehorgel umzugehen weiss. Die zahlreichen Gäste wurden bis Mitternacht mit Speis und Trank verköstigt. Dies oder jenes wurde gefragt, der Geschäftsinhaber war gefordert, soweit möglich Auskunft zu erteilen, was er natürlich mit grosser Leidenschaft und Hingabe gerne tat. Ein längerer Augenschein am Sonntagnachmittag und -abend bestätigte das ausserordentlich grosse Interesse seitens der Bevölkerung. Bezirksrat Markus Kälin kam vorbei, beglückwünschte Franz-Xaver Geisseler zur Geschäftseröffnung, wünschte ihm viel Glück und überbrachte ihm ein Geschenk. Mit 75 Jahren noch was machen Franz-Xaver Geisseler wurde 1943 in Wollerau geboren und wuchs dort in der Theilersmühle, der Untermühle und der Obermühle auf. Die Volksschulen besuchte er in Wollerau und Freienbach. Von 1959 bis 1962 war er kaufmännischer Lehrling in der Papierfabrik Horgen. Nach der Rekrutenschule im Tessin arbeitete er während drei Jahren in der Papierwarenfabrik in Taverne. Im Jahre 1967 ging er in London und in Paris zur Schule, arbeitete aber auch, vor allem im Bereich Briefmarkenhandel. Zeugen seiner Auslandaufenthalte sind seine hervorragenden Sprachkenntnisse in Englisch, Italienisch und Französisch. Eine ganze Reihe von anderen Sprachen versteht er zudem und kann sich auch in mehreren weiteren Sprachen recht gut ausdrücken. Von 1976 bis 2004 arbeitete er für zwei Papier- und Zellstoffkonzerne in der Schweiz, Frankreich, Tunesien und Russland. 1997 gründete Geisseler die Servibox Papier GmbH in Oberrieden. Bis heute ist er deren Inhaber. Marke und Modell Servibox sind europaweit geschützt. Die Servietten werden in der Schweiz in den Prodega-Cash+ Carrys und Aligro-Grossmärkten verkauft. Produziert werden sie in Kostrzyn nad Odra in Polen. 380 Leute werden in der dortigen Papierfabrik beschäftigt. Ab dem 1. Januar des nächsten Jahres will der «verrückte Ausland- Schweizer» in Einsiedeln Wohnsitz nehmen. Während des Weihnachtsmarktes ist das «Eichhorn-Lädeli» täglich zu den selben Zeiten wie der Markt offen, nachher ist das Geschäft jeweils am Mittwochnachmittag sowie von Donnerstag bis Samstag geöffnet.


Einsiedler Anzeiger / K.S.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das
  • Musik

Publiziert am

04.12.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/BeSj5C