«Die Weiterentwicklung des Theaters ist mir ein persönliches Anliegen»: Hanspeter Kälin, neuer Präsident der Welttheatergesellschaft Einsiedeln. Bild Victor Kälin
«Die Weiterentwicklung des Theaters ist mir ein persönliches Anliegen»: Hanspeter Kälin, neuer Präsident der Welttheatergesellschaft Einsiedeln. Bild Victor Kälin

Dies & Das

Hanspeter Kälin ist neuer Präsident der Welttheatergesellschaft Einsiedeln

Mit Hanspeter Kälin steht ein Mann an der Spitze der Welttheatergesellschaft, der die Erneuerung des Spiels massgeblich prägte. Dennoch will er das bisherige Konzept hinterfragen.

Hanspeter Kälin ist familiär vorbelastet: Soweit er sich erinnern kann, hatten alle seine Vorfahren mit dem Welttheater zu tun. Grossvater, Vater und Mutter waren als Schneider mit der Garderobe beschäftigt und brachten das Welttheater im wahrsten Sinne des Wortes nach Hause; sein Vater spielte mit und James ebenfalls: 1965 im Alter von 13 Jahren erstmals als Singengel, dann als Reicher, Scholar und 2013 Bauer - eine Rolle, welche sein Vater bereits schon spielte. 1982 erfolgte der Ruf in den Vorstand, dem er seither ununterbrochen angehört! Im Jahre 2000 holte Regisseur Volker Hesse den Architekten und Designer zusätzlich in den künstlerischen Stab, um ihm Raumgestaltung und Bühnenbild zu übertragen.

«Kultur, Architektur und Design im Allgemeinen und Theater im Speziellen», gibt der 63-Jährige als seine grosse Passion an. Derzeit ist er am Proben für das neue Stück der Theatergruppe «Chärnehus», welches im Mai Premiere feiert. Hanspeter Kälin ist seit Jahren Mitglied der kantonalen Kulturkommission, und seit einiger Zeit deren Vizepräsident. Als Ausgleich reist er gerne und betreibt Sport.

PERSÖNLICHES
Victor Kälin: Herzliche Gratulation zur Wahl. Jetzt, wo Sie die Verantwortung als Erster tragen: Konnten Sie in der Nacht auf Freitag noch gut schlafen? Oder hat Sie das Welttheater bereits in Ihren Träumen «heimgesucht»?

Hanspeter Kälin: Ich habe wunderbar geschlafen, einfach etwas zu wenig lang. Ich habe zwar eine neue Funktion übernommen; aufgrund meiner langjährigen Erfahrung meine ich aber zu wissen, was mich erwartet. Zumal ich in den letzten Jahren sehr eng mit Peter Kälin zusammengearbeitet habe. Daher bleibt mir zwar ein grosser Respekt vor der Aufgabe, aber sie bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Ich stürze mich nicht in ein unbekanntes Abenteuer.

Weshalb haben Sie sich für das Amt zur Verfügung gestellt?

Ich fühle mich seit jeher mit dem Welttheater verbunden und setze mich seit Jahrzehnten dafür ein. Die Zukunft, die Weiterentwicklung unseres Theaters ist mir ein persönliches Anliegen. Das Welttheater ist eines der grössten immateriellen Kulturgüter von Einsiedeln - es ist Identität. Einmalig! Es ist eine wunderbare Aufgabe, hier mitwirken zu können. Ich habe Ideen, wie das Spiel auch noch aussehen könnte und habe grosse Lust, mit jungen Leuten und frischen Kräften die Herausforderung anzupacken.

Als langjähriges Vorstandsmitglied können Sie gut abschätzen, was alleine schon mit der zeitlichen Beanspruchung auf Sie zukommt.

Aufgrund meiner Erfahrung ist der Aufwand für mich abschätzbar. Und um ihn bewältigen zu können, habe ich einige Vorkehrungen getroffen. Die Nachfolge in meinem Büro ist geregelt, was mich enorm entlastet. Und im Vorstand wird mich die neu gewählte Anne Nietlispach administrativ unterstützen, sodass ich mich gezielt auf die konzeptionelle Entwicklung konzentrieren kann.

VEREIN
Was ist das Erste, was Sie als neuer Präsident tun werden - oder bereits getan haben?

Meine ersten Gedanken galten der zukünftigen Zusammensetzung des Vorstands. Für mich war von Anfang an klar, dass ich keine «Beisitzer» will, sondern aktive Mitglieder. Die nächste Aufgabe besteht nun darin, gemeinsam ein erstes Jahresziel zu formulieren: Wo wollen wir an der nächsten Generalversammlung sein?

Was bezeichnen Sie als grösste Herausforderung, der sich die Welttheatergesellschaft stellen muss?

Wir müssen es schaffen, in einem reichhaltigen Konkurrenzumfeld unverwechselbar zu bleiben. Und es muss uns zudem gelingen, unsere Einmaligkeit so zu kommunizieren, dass die Leute gar nicht anders können, als das Welttheater zu besuchen. Die Voraussetzungen, diese Einmaligkeit mit in die Zukunft zu nehmen, betrachte ich als gut. Ich denke an den Klosterplatz, unsere Spieltradition, die vielen Freiwilligen, welche sich mit dem Welttheater identifizieren. In diesem Ausmass kenne ich in der Schweiz nichts Vergleichbares.

Ihr Vorgänger Peter Kälin sieht vor allem einen Schwerpunkt, dem in Zukunft das Hauptaugenmerk gelten m

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

31.03.2015

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