Autorin Eveline Hasler sorgte mit Joe Fuchs (links) und Walter Kälin (rechts) für einen tiefgründigen Kulturabend. Foto: Arnold Landtwing
Autorin Eveline Hasler sorgte mit Joe Fuchs (links) und Walter Kälin (rechts) für einen tiefgründigen Kulturabend. Foto: Arnold Landtwing

Dies & Das

Himmlisch vergnügliche Buchpremiere

Am Donnerstag konnte der Fram-Club im gleichnamigen Museum eine besondere Perle präsentieren. Für die Buchpremiere war die Schweizer Schriftstellerin Eveline Hasler für eine Lesung und ein Gespräch in Einsiedeln zu Gast.

Da haben Joe Fuchs von der Buchhandlung Benziger und Walter Kälin als Präsident des Fram-Clubs ganze Arbeit geleistet. Gerade mal drei Tage nach der Veröffentlichung ihres neuesten Buches «Der Engel und das schwarze Herz» las und erzählte Eveline Hasler neueste Abenteuer des Engels Eleusius. Die gut 80 Besucher wussten die tiefgründigen Ausführungen wie die fröhliche Stimmung des Anlasses zu schätzen.

Von Engeln und Hexen

Unter sorgfältiger Führung von Moderator Kälin gewann das Gespräch mit dem Gast schnell an eindrücklicher Tiefe und spannte einen grossen Bogen. Die Zuhörer wurden mitgenommen ins Tessin, wo Eveline Hasler lebt. Anschliessend führten die Gedanken nach Glarus, wo sie herstammt und wo 1782 die letzte Hexe hingerichtet wurde. Engel und Hexen beschäftigen die Autorin gleichermassen, weil sie sich nicht in gängige Normen einzwängen lassen. Währenddem Hasler historisches Aufarbeiten einer Geschichte manchmal als schwer lastend wahrnimmt, geht ihr eine solche Engelgeschichte «locker von der Hand und hinterlässt Schmetterlingsstaub auf den Tasten des Computers».

Aber nicht ganz zufällig…

Engel Eleusius ist mittlerweilen im dritten Lehrjahr angelangt «und immer noch nicht ganz durchgebacken», verriet Eveline Hasler, um sogleich zu ergänzen «aber das ist auch besser so, denn die Begegnung mit einem vollends geläuterten Engel wäre für uns Menschen schrecklich überwältigend». Etwas ruhiger geworden beschränkt Eleusius sein Wirkungsfeld auf die Achse Waldsiedel–Rom. N iemand zweifelt daran, dass er es irgendwie schafft, das Lavaherz zu finden und nebenbei in ein präsidiales Bunga-Bunga zu pfuschen. Aber gelingt es ihm, den twitternden Abt vom Computer wegzubringen oder gar zu verhindern, dass den Mönchen im Tausch gegen die schwarze Madonna eine weisse untergejubelt wird?

Wäre ein Wunder

Das wäre hingegen ein echtes Wunder. Um diese Geheimnisse zu lüften, empfiehlt es sich, das handliche Buch «Der Engel und das schwarze Herz» zu lesen oder wie es Eveline Hasler empfahl «in die Klosterkirche zu gehen und sich selber davon zu überzeugen». Die zweistündige Veranstaltung dauerte in himmlischen Kategorien wohl kaum mehr als ein engelhaftes Augenzwinkern. Aber nur ein ganz kurzes. Etwa so kurz wie das Blinzeln der schwarzen Madonna, das der eine oder die andere schon wahrgenommen zu haben meint.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

02.10.2012

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