«Das Künstlerische und das Technische müssen Hand in Hand gehen», sagt Veit Kälin. Bild Fredy Stäheli
«Das Künstlerische und das Technische müssen Hand in Hand gehen», sagt Veit Kälin. Bild Fredy Stäheli

Dies & Das

«Menschen aus dem Alltag herausführen»

Veit Kälin ist neu Co-Leiter des Theaterspektakels und übernimmt dort die Verantwortung für Technik und Betrieb. Ein Porträt des theaterbegeisterten jungen Einsiedlers.

Schon als Kind hat Veit Kälin gerne konstruiert und liebend gerne an technischen Problemen herumgetüftelt. Während seiner Schulzeit konnte er als Beleuchter bei Produktionen im Chärnehus und später beim Welttheater Erfahrungen sammeln. Und ist so mit der Welt des Theaters intensiv in Berührung gekommen.

Faszination

«Mich haben die spezielle Atmosphäre, das kribbelige Lampenfieber der Schauspielerinnen und Schauspieler und die Theaterräume fasziniert», sagt Veit Kälin. Es habe ihn interessiert, mit Hilfe der Technik zum Gesamterlebnis beitragen zu können. «Je nach Lichteinfall und Helligkeit entstehen andere Stimmungen. Auch mit Farben kann man ganz unterschiedliche Atmospären schaffen», sagt der Beleuchtungsspezialist. Die Technik ist Teil eines Gesamten. «Es geht darum, die Menschen zu faszinieren, sie aus dem Alltag herauszuführen.» Die Technik habe dabei eine dienende Rolle. Sie sei nicht sichtbar und stehe im Dienste der Illusion, das habe auch etwas Magisches, erläutert der Theatertechniker. «Das Künstlerische und das Technische müssen Hand in Hand gehen.» Wenn die Technik zu sehr sichtbar sei, gehe der Zauber der Illusion verloren, führt der Theatertechniker aus. Als Beispiel erwähnt er eine Produktion der Compagnie Zimmermann & de Perrot. Dafür haben die Techniker während anderthalb Tagen eine sechs Tonnen schwere Stahlkonstruktion gebaut. Am Schluss war im dunklen Raum nur ein filigranes, sich drehendes Metallrad zu sehen, auf dem die Artis ten ihre Kunststücke vorführten. Alles andere sei schwarz abgedeckt worden, so dass man nichts von der gigantischen Technik gesehen habe.

Leiter am Theaterspektakel

Ab Anfang des nächstes Jahres ist Veit Kälin einer der drei geschäftsführenden Leiter des grössten Theaterfestivals der Schweiz. Die Arbeit für diese Aufgabe läuft aber bereits jetzt. Es gibt Sitzungen im Hinblick auf das Theaterspektakel 2015. Denn es müssen Stücke ausgewählt und es muss abgeklärt werden, ob sie im Rahmen des Spektakels technisch realisierbar sind. Jedes Stück hat spezifische Anfoderungen. Diese würden zunehmend höher, berichtet Kälin. Die Multimediatechnik, die man beispielsweise aus Popkonzerten kennt, hat auch im Theaterbereich Einzug gehalten. Für die Bühnenausstattung zeichnet man heute CAD-Pläne, um die optimale Platzierung von Scheinwerfern, Lautsprechern und Beamern zu bestimmen.

Welttheater öffnete Türen

Ein wichtiger Baustein in Veit Kälins Laufbahn war das Welttheater. Dort war er noch während seiner Gymnasialzeit für Beleuchtung und technische Betreuung zuständig. Und konnte so wertvolle Erfahrungen sammeln. Er hat nachher im Bereich Licht und Technik bei verschiedenen Firmen als Freelancer gearbeitet und sich weitergebildet. Er wurde von Mund zu Mund weiterempfohlen und konnte so eine eigene kleine Firma gründen. Bereichernd für ihn war auch das Engagement für die Compagnie Zimmermann & de Perrot. Mit ihr war er auf Tournee und damit international unterwegs. Es sei interessant und spannend, wie jede Nation ihren eigenen Stil habe, Aufgaben anzupacken und zu erle digen. Dieses Wissen kommt ihm beim Theaterspektakel zugute, das ja ein internationales Festival ist.

Zeit trotz Engagement

Trotz so viel Engagement fürs Theater findet Veit Kälin noch Zeit, um im EHC Einsiedeln und in einer Plauschmannschaft Eishockey zu spielen. Auch wenn er berufsbedingt nicht an jedem Training dabei sein kann. Er ist auch gerne mit dem Bike unterwegs und liebt es zu surfen. Sei es Kitesurfen oder Wellenreiten. Letzteres dann, wenn er in seiner Freizeit auf Reisen ist, um andere Kulturen kennenzulernen.

Einsiedler Anzeiger

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Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

23.09.2014

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schwyzkultur.ch/PcCfnQ