Von links: Der zurückgetretene Revisor Toni Schönbächler, Präsident Beat Ruhstaller und der nach 30 Jahren zurückgetretene Kassier Franz Breu an der GV des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln.
Von links: Der zurückgetretene Revisor Toni Schönbächler, Präsident Beat Ruhstaller und der nach 30 Jahren zurückgetretene Kassier Franz Breu an der GV des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln.
Susann Bosshard und Heinz Nauer berichteten an der Generalversammlung vom Projekt Einsiedeln anderswo. Fotos: zvg
Susann Bosshard und Heinz Nauer berichteten an der Generalversammlung vom Projekt Einsiedeln anderswo. Fotos: zvg

Dies & Das

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt

Generalversammlung des Kulturvereins Chärnehus mit Präsentation von Susann Bosshard-Kälin und Heinz Nauer

Präsident Beat Ruhstaller begrüsste eine erfreuliche Anzahl Mitglieder zur 42. Generalversammlung des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln. Für den Vorstand war es ein ruhiges Jahr. Die Arbeit in den Gruppen war bereichernd und intensiv. An der 1.-August-Feier des Bezirkes vor dem Alten Schulhaus führte der Verein die Festwirtschaft. Der Reinerlös betrug 3000 Franken. Für die Vereinskasse ist das ein grosser Zustupf. Allen helfenden Mitgliedern dankt er ganz herzlich. «Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung», mit diesem Zitat eröffnete Albert Bingisser den Bericht der Ausstellungsgruppe. Nach der vom Publikumsecho her erfreulichen Ausstellung «Abgestaubt – Fundstücke aus dem Bezirksarchiv», wurde im April 2017 mit dem Museum Fram ein zwölfseitiges Sammlungskonzept erarbeitet. So wissen beide Organisationen, was sie einander übergeben können. In der Beratung für ein neues Thema kristallisierte sich in der Gruppe die Fotografie in Einsiedeln heraus. Der Titel heisst «Einsiedeln und seine Fotograf(i)en».


Nach 30 Jahren verabschiedet


Seit der Vereinsgründung war Franz Breu in der Ausstellungsgruppe sehr aktiv. Während 30 Jahren hat er die Kasse zur grössten Zufriedenheit geführt. Obmann Bingisser verdankte diese langjährige Tätigkeit mit einem Gutschein für einen Aufenthalt in der Propstei St. Gerold. Sichtlich betroffen erinnerte Bingisser an Gary Stern, der am 17. April 2018 in Männedorf seinem Krebsleiden erlegen ist. Garys Spuren finden sich im Welttheater, in der Bibliothek Oechslin und im Kulturverein Chärnehus. Für die Ausstellungen hat er Konzepte entworfen, zehn Ölbilder zur «Zeitenwende» gemalt und den Umschlag für das Einsiedler Wörterbuch gestaltet. Danke Gary.


Casanova ist abgereist


Marann Schneider hat ausführlich über das Theater «De Casanova im Chloster» berichtet. Sie leitet zusammen mit Ringgi Oechslin die Theatergruppe Chärnehus. Das Projekt hat alle bisherigen Grenzen überschritten. Autor war Thomas Hürlimann und Regisseurin Barbara Schlumpf. Total waren 101 Personen beteiligt. Viele haben gratis mitgemacht, so beim Bühnenbau, Pressearbeit, Grafik und im Theaterrestaurant. Einen speziellen Dank richtete sie an Beat Ruhstaller, der neben seiner Hauptrolle auch noch die Produktionsleitung übernommen hatte. 25 Aufführungen im ehemaligen Kino Etzel waren ausverkauft. Finanziell konnte dank aussergewöhnlichen Sponsoren ein Gewinn von etwa 29’000 Franken erzielt werden. Aktuell üben einige Mitglieder für das nationale Theaterereignis «100 Jahre Landesstreik» in Olten. Vereinskassier Markus Kälin erläuterte die Jahresrechnung, welche am 30. März abgeschlossen hatte. Die Ausstellungs-, Theater- und Jugendtheatergruppe Sapperlot haben eine eiserne Reserve zum Abdecken von allfälligen Verlusten. Ab und zu übernimmt der Verein Infrastrukturkosten im Chärnehus, etwa eine neue Beleuchtung oder dringende Unterhaltsarbeiten. Alle Mitglieder erhalten als Geschenk eine Schrift zugestellt, seit zwei Jahren im grösseren Format. So hat die Versammlung der leichten Beitragserhöhung zugestimmt. Präsident Ruhstaller dankte für das Vertrauen. Der neue Stiftungspräsident Hans Gyr erinnerte daran, wie lebenswichtig eine breite Nutzung des Hauses ist, um das älteste zivile Gebäude im Dorf erhalten zu können. Er dankte allen, welche einen Beitrag dazu leisten. Weitere Informationen über die Vereinsgruppen und Stiftung unter www.chaernehus.ch. Um 20.45 Uhr schloss Beat Ruhstaller den statutarischen Teil.


Einsiedeln anderswo


«Wussten Sie, dass es in einer einzigen Stadt in Amerika sehr viele Einsiedler Nachkommen gibt?» Mit dieser Frage begann Susann Bosshard-Kälin, Buchautorin, ihre Präsentation. Zusammen mit Heinz Nauer, Historiker, erzählte sie über das spannende Projekt, das sich seit 2014 fortlaufend weiterentwickelt hat. Zusammen mit einer Kamerafrau und einem Fotografen besuchten sie in Louisville, Kentucky, zahlreiche Familien Kaelin, Schoenbaechler, Oechsli, Birchler und Zehnder mit Einsiedler Wurzeln. Entstanden ist ein multimediales Gesamtpaket: Ergebnisse finden sich im Internet, auf Facebook, in einem Film und ganz wichtig, in einem Buch. Dieses erscheint zuerst nur in Englisch, mit zahlreichen Fotografien und Bildern. So etwa von einem Haus in Oberegg, das in Louisville immer in Ehren gehalten wurde. Am 1. August wird eine Einsiedler Delegation mit Bezirksammann Franz Pirker und Weibel Bruno Kälin in Kentucky mit den amerikanischen «Einsiedlern» feiern. Wo führt die Verbundenheit noch hin?


Einsiedler Anzeiger / mitg.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

12.06.2018

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schwyzkultur.ch/aRkt8y