Am Krimi-Morgen waren Regisseurin Bea Huwiler (links) und Autorin Mitra Devi anwesend. Foto: Franz Kälin
Am Krimi-Morgen waren Regisseurin Bea Huwiler (links) und Autorin Mitra Devi anwesend. Foto: Franz Kälin

Dies & Das

Spurensuche in der Cineboxx

Ein Buch und ein Dokumentarfilm werden vorgestellt. Dabei zeigt der Film, wie aus der Idee das Buch entsteht.

Das Schneetreiben am Sonntag hätte zu dieser Veranstaltung nicht idealer sein können. Cineboxxbetreiber Franz Kälin und der Verein Biblioversicum haben die Begegnung mit Mitra Devi und Bea Huwiler ermöglicht. Eine gute Gelegenheit, das Buch «Der Blutsfeind» und den Dokumentarfilm «Crime – Auf Spurensuche mit Krimiautorin Mitra Devi» kennenzulernen, die beide im September erschienen sind. Der fünfzigminütige Film erweist sich als guter Einstieg in die Kriminalgeschichte, er macht «gluschtig», den fünften Fall von Nora Tabani nicht nur ansatzweise sondern ganz zu lesen.

Erfolgreich mit Krimis

Mitra Devi, 1963 geboren, lebt als freie Autorin, bildende Künstlerin und Journalistin in Zürich. 2001 sind ihre ersten Kurzgeschichten erschienen. Inzwischen ist sie Autorin von zwölf Büchern und einigen Kurzgeschichten, die sich bestens für das «Schreckmümpfeli» von Radio DR S eignen. Mit Privatdetektivin Nora Tabani und ihrem Partner Jan Berger – die renomierte NZZ nennt es «ein vielversprechendes Ermittlerduo» – hat Devi eine erfolgreiche Krimiserie mit Lokalkolorit geschaffen. Dem Auftakt mit «Stumme Schuld» folgen «Filmriss», «Seelensplitter», «Das Kainszeichen» und nun «Der Blutsfeind». Im Film wird die Schriftstellerin gefragt, ob sie gern schreibe. Der Antwort «ja» folgt ein herzhaftes Lachen. Diese Lust am Schreiben wird auch bei der Lesung spürbar. Die Auszüge aus ihrem neusten Werk lassen ihre Liebe zum Detail und die sorgfältigen Recherchen spüren, ohne zu langweilen. Inhaltlich offenbart sich eine tiefgründige Gedankenwelt, die gerne von einer direkten Sprache unterstützt wird. Treffend und einfühlsam beschreibt sie die Charaktere ihrer Protagonisten – da billigt man gar dem bösen Mörder ein gewisses Mitgefühl zu. Das sei durchaus gewollt, betont Mitra Devi im Gespräch. Sie wolle die Täter nicht nur verurteilen.

Ein Erstling, der gleich überzeugt

Die 54-jährige Bea Huwiler kennt die erfolgreiche Autorin seit vielen Jahren und weiss um ihre Naturverbundenheit und Verwurzelung mit Zürich. Mit der Kamera hat sie die Autorin ein Jahr lang beim Schreiben und auf der Pirsch begleitet. «Crime» zeigt nebst Schaffensfreude, Talent und Disziplin die Recherchen auf, die es braucht, damit aus einer vagen Idee eine fesselnde Story und ein fertiges Buch wird. D er Film verherrlicht nicht, bauscht nicht auf. Er lässt Bilder sprechen, die Regie wirkt ruhig, doch nie langweilig. Man spürt, wie viel Herzblut in der Sache steckt und nicht das Portemonnaie den Takt bestimmt. Es muss auch nicht, Bea Huwiler hat den Film ohne finanzielle Unterstützung von aussen realisiert. Allerdings betont die Filmschaffende, auf wie viel Goodwill beide gestossen sind, «der Film machte Türen auf». Kuno Blum, der Präsident des Vereins Biblioversicum, hat als Moderator durch die Matinée geführt, bezeichnet den Film als «Kunstwerk» und spricht von einem «wunderschönen Erlebnis». Keiner der Besucher dürfte ihm widersprechen!

Nora Tabanis fünfter Fall

Zwei Maskierte stürmen eine Bank in Zürich. Privatdetektivin Nora Tabani, die in der Schalterhalle auf einen Auftraggeber wartet, wird als Geisel genommen. Die Räuber zwingen Angestellte und Kunden in den Tresorraum. Hat jemand Nora Tabani in eine Falle gelockt? Denn einer der Täter kennt sie. Draussen folgt Tabanis Partner Jan Berger einer Spur, die ihn in einen Schlachthof führt. Auch eine Spezialeinheit der Polizei arbeitet fieberhaft an einem Rettungsplan. Dann eskaliert die Lage. Und Nora sieht sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Mitra Devi: Der Blutsfeind – Nora Tabanis 5. Fall; Appenzeller-Verlag, 2012, 286 Seiten, ISBN 978-3-85882-636-7 – Preis: CHF 38.-

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

30.10.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/xJfhbW