Praveen Niraganathas präsentiert seine Maturaarbeit zum Thema «Originale –- eine Spurensuche in Einsiedeln». Als Quelle machte er Interviews mit Vertretern der Einsiedler Bevölkerung. Bild Patrizia Pfister
Praveen Niraganathas präsentiert seine Maturaarbeit zum Thema «Originale –- eine Spurensuche in Einsiedeln». Als Quelle machte er Interviews mit Vertretern der Einsiedler Bevölkerung. Bild Patrizia Pfister

Dies & Das

Von aussergewöhnlichen Zeitgenossen

Praveen Niraganathas verfasste eine Maturaarbeit zum Thema «Originale - eine Spurensuche in Einsiedeln». Dabei wurden viele Erinnerungen geweckt.

Praveen Niraganathas spricht einen schönen Einsiedler Dialekt, wie das heute nur noch wenige Jugendliche tun. Die Ausdrucksweise hat er von seinem Grossvater Josef Oechslin.

Suche nach Originalen

Der Gymnasiast träumte ursprünglich davon, eine Maturaarbeit über Dialekte zu schreiben. Sein Betreuer Dr. Christoph Henggeler riet ihm jedoch davon ab, da es ziemlich kompliziert sei und schon viele Arbeiten zum Thema gebe. Stattdessen riet er dem Schüler, über Originale in der Region Einsiedeln zu schreiben. Mit diesem Thema konnte sich Praveen Niraganathas ebenfalls gut anfreunden und sogleich machte er sich auf die Suche nach geeigneten Interviewpartnern. Er unterhielt sich unter anderem mit Albert Bingisser, Richard Schönbächler, Karl Hensler, Sepp und Alice Kälin, Markus Lienert, Max Lienert und Josef Oechslin. «Die Interviewpartner haben sich so ergeben. Ich fragte die einzelnen Personen, ob sie mir noch andere nennen können, die sich an viele Originale erinnern.» Die Reaktionen auf die Interview-Anfragen waren allesamt positiv.

Festlegung der Definition

Praveen Niraganathas definiert «Dorf-Originale» in seiner Arbeit wie folgt: «Eine jede Generation empfindet aussergewöhnliche Zeitgenossen als Originale. Diese können durch ihr Auftreten, ihre Lebensweise oder durch die Wahrnehmung zu dieser Bewertung kommen.» Im Fragekatalog des Gymnasiasten befanden sich folgende Elemente: Gibt es heute in Einsiedeln weniger Dorf-Originale als früher? Gab es weniger Frauen, die als Originale bezeichnet wurden als Männer? Inwieweit deckten sich die Definition von Originalen mit Beispielen von ausgewählten Einsiedler Originalen?

Erinnerungen an früher

Die Interviews sind spannend zu lesen. Als erstes Dorf-Original wird Meinrad Bingisser genannt, der weitherum bekannt war. Unter anderem, da er Genossenpräsident und Malermeister war. Sein Sohn Albert Bingisser nennt als weiteres Unikum Etienne Benziger, der immer besonders gekleidet war. Als Beispiele für weibliche Originale führt er Wirtinnen an. Richard Schönbächler vertritt die Meinung, dass es vor der Zeit der AHV mehr Originale gab, da die ärmeren auf der Strasse lebten und eher zu Originalen wurden. Karl Hensler erwähnt, dass Fahrende oft Originale waren. Es gebe sie zudem auch oft in kleineren Kreisen, beispielsweise der Feuerwehr. «Im Dorf bekannte Originale sind heutzutage schwer zu finden, spontan fällt mir Luna Wisel ein.» Sepp und Alice Kälin erwähnen Gerzner Kari, der Körbe herstellte, im Sommer in einer Hütte in Biberbrugg wohnte und während des Winters im Armenhaus. Als Grund, dass es weniger Frauen-Originale gab, nennt Markus Lienert, dass Frauen früher nie alleine in den Ausgang gingen. Er erwähnte jedoch die «Mählbrüe», die Marroni verkaufte oder Frau Portmann, die «Umesägeri». Max Lienert alias Rossmax bezeichnet sich selber als Original, da er zu allem immer einen Spruch hat. Er sieht auch bei jungen Leuten Potenzial, dass einige zu Originalen werden könnten, da sie gerne Unfug machen. Josef Oechslin erzählte ebenfalls von diversen Leuten, die im Armenhaus waren und als Originale galten, beispielsweise Gustav Grätzer.

Für Einsiedler spannend

Im Vorfeld hatte Praveen Niraganathas die Erwartung, dass viele Interviewpartner die gleichen Originale nennen würden. Das taten sie auch, da viele der Befragten etwa gleich alt und in Einsiedeln aufgewachsen sind. Nach den Interviews war das grösste Problem für den Autor, den Rahmen der Maturaarbeit von maximal 20 Seiten nicht zu sprengen und beim Transkribieren die «Übersetzung» der schweizerdeutschen Aussagen auf Schriftdeutsch möglichst gut umzusetzen. Als Resultat der Arbeit zeigte sich, dass es drei unterschiedliche Typen von Originalen gibt. Der erste ist gut in die Gesellschaft integriert, der zweite sind die Fecker ohne festen Arbeitssitz und die dritten die «Armenhäusler». Praveen Niraganathas ist zufrieden mit seiner Maturaarbeit und findet, dass sie vor allem für Einsiedler interessant sei. Zudem ist er sehr froh, dass

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

06.12.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/KYWXk9