Auf gemeinsamer Spurensuche: Werner Oechslin (links) und Jorge Francisco Liernur. Foto: Fredi Zehnder
Auf gemeinsamer Spurensuche: Werner Oechslin (links) und Jorge Francisco Liernur. Foto: Fredi Zehnder

Dies & Das

Weitgereister Gast zu Besuch

Auf der Suche nach Antworten forscht ein argentinischer Architekturprofessor in der Bibliothek Werner Oechslin.

Über 50'000 Bücher – in erster Linie Quellenschriften zur Architektur und zu benachbarten Bereichen wie Kunst- und Kulturgeschichte oder Philosophie und Mathematik – stehen in der Bibliothek Werner Oechslin. Diese Dichte, Qualität und Quantität sei einmalig, sagt Jorge Francisco Liernur.

Rektor in Südamerika

Zehn Tage will der Rektor der Universität Torcuato Di Tella aus Argentinien in Einsiedeln forschen und Antworten auf seine Fragen finden. Der weite Weg lohne sich auf jeden Fall, sagt er. Andernfalls wäre der Besuch von mehreren namhaften internationalen Bibliotheken nötig gewesen. Diese grösstmögliche Dichte an Quellenschriften in der Bibliothek Oechslin sei einmalig. «Die Bibliothek Werner Oechslin verfügt über eine der bedeutendsten europäischen Sammlungen», so Liernur bewundernd. Dies ermögliche einen unmittelbaren Vergleich zwischen den verschiedenen Quellen.

Eine Frage im Zentrum

Im Zentrum der Arbeit von Jorge Francisco Liernur steht die Frage nach der wechselseitigen Beeinflussung einzelner Kulturen. Das während langer Zeit vorherrschende eurozentrische Bild ist aus seiner Sicht überholt. Dies lasse sich auch aus Quellenschriften der Bibliothek von Werner Oechslin belegen. Mit den bisher gefundenen Quellen ist der argentinische Architekturprofessor, der auch einen Lehrstuhl an der renommierten Harvard Universität innehat, mehr als nur zufrieden. Der Fundus sei so gross, dass ihm nicht genügend Zeit zur Verfügung stehe. Seine in Einsiedeln gefundenen Erkenntnisse werden in sein neuestes Buch einfliessen.

Bibliothetk vernetzt

Der Besuch von Jorge Francisco Liernur ist kein Einzelfall. Immer wieder finden Geisteswissenschafter den Weg in die Bibliothek Werner Oechslin. Noch sind es nicht Hunderte, doch der gute Ruf der einmaligen Sammlung reicht weit über die Schweizergrenze hinaus. Zudem ist die Bibliothek Oechslin eine von 80 Hochschul-Bibliotheken, die dem Netzwerk Nebis angeschlossen sind. Die Katalogisierung der 50'000 Bände schreitet denn auch stetig voran. Werner Oechslin öffnet seine Forschungsbibliothek aber auch dem interessierten Publikum. An Tagungen oder Kolloquien finden sich immer wieder Wissenschafter und Interessierte aus der ganzen Welt ein, und sie alle staunen über die einmalige Bibliothek. Genau wie Jorge Franciso Liernur.

Stiftung Bibliothek Oechslin

Die Stiftung Bibliothek Werner Oechslin wurde 1989 gegründet. 1999 konnte ein Nutzungsvertrag mit der ETH Zürich abgeschlossen werden. Durch die feste Verbindung mit der ETH Zürich stellt die Bibliothek ein Kompetenzzentrum der wissenschaftlichen Forschung dar und möchte einen bedeutenden Beitrag zur Kultur und Wissenschaft, insbesondere der Architektur leisten.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

27.01.2012

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schwyzkultur.ch/JEAEVp