Von der Vergänglichkeit und dem Sinn des Lebens: Ausstellung und Theater im Museum Fram
Von der Vergänglichkeit und dem Sinn des Lebens: Ausstellung und Theater im Museum Fram

Dies & Das

Ein faszinierendes Experiment

Ein Experiment erwartet die Besucherinnen und Besucher im Museum Fram. Frühere Bilder- und Gedankenwelten werden unseren heutigen Blicken ausgesetzt und mit einem Theaterstück bereichert.

Ab Sonntag, 24. April, bis 16. Oktober 2022 (mit gut siebenwöchiger Sommerpause) nimmt sich das Museum Fram in Einsiedeln in einer neuen Ausstellung dem Thema der Vergänglichkeit des Menschen an. Und gleichzeitig bereichern bis Ende Juni elf Mitglieder der Theatergruppe Chärnehus inmitten der Exponate und Bilder die Ausstellung mit ihrem Spiel, mit Leben.

Gemeinschaftswerk zweier Kulturvereine


Die Verantwortlichen von Ausstellungs- und Theaterprojekt hatten bei der Planung die Top-Aktualität des Themas wohl nicht so deutlich vor Augen. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine mit ungeahnten Folgen nicht nur für die Weltpolitik werden wir als Einzelne wie als Gesellschaft (auf-)gefordert, uns mit der Vergänglichkeit, dem Tod, aber auch mit dem Leben auseinanderzusetzen. Im Museum Fram ist das kulturell auf verschiedene Art und Weise möglich. Und es ist das erste Mal, dass sich zwei Kulturvereine im Klosterdorf mit einem Thema zu einem gemeinsamen Ausstellungs- und Theater-Experiment zusammengefunden haben: die Stiftung «Museum Fram Kulturerbe Einsiedeln» mit der Ausstellung «Vanitas» und der «Kulturverein Chärnehus Einsiedeln », respektive dessen Theatergruppe, mit der Uraufführung eines Stücks der in Einsiedeln aufgewachsenen Autorin und Regisseurin Livia Stampfli-Huber «Memento Momentum».

Eine Ausstellung zur Vergänglichkeit …


Die Ausstellung «Vanitas. Gedankenspiele über Eitelkeit und Vergänglichkeit» setzt historische Objekte, Bilder und Texte aus der Region Einsiedeln – etwa aus den Sammlungen des Museums sowie von Maria und Karl Hensler – in Beziehung zum Heute. Die Exponate gewähren dem Publikum Einblick in die kulturelle Auseinandersetzung mit unserer Vergänglichkeit, mit Leben und Tod. Es zeigt sich, Krisen machen die Endlichkeit des Lebens stärker bewusst. Nutzen wir diese Einsicht? Helfen etwa religiöse Bilder, Symbole und Rituale, uns an die Flüchtigkeit des Lebens zu erinnern? Oder sind diese alle längst aus unserem Alltag verschwunden? Und wie setzen sich zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken mit unserer Endlichkeit auseinander?

Existienziell und schwierig


Die Kunsthistorikerin Giulia Passalacqua, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums Fram, und der Historiker Heinz Nauer, Mitglied der Stiftung Kulturerbe Einsiedeln, haben sich als Kuratoren diesen Fragen, diesem existenziellen und schwierigen Thema angenommen. Entstanden ist keine klassisch historische Ausstellung. Die beiden haben den Spagat gewagt, Bilder und Symbole von Gestern ins Heute zu übertragen. Was haben wir im Griff? Wie können und müssen wir als Individuum und als Gesellschaft mit Krisen umgehen? Mehr Fragen als Antworten sind nach dem Ausstellungsbesuch durchaus gewollt! Die Zürcher Szenografin und Kunstvermittlerin Barbara Pulli hat es geschafft, die Besucherinnen und Besucher zu überraschen und das sensible Thema der eigenen Vergänglichkeit mit Fingerspitzengefühl geschickt in eine aussergewöhnliche Form zu bringen: Wie bei Dantes «Göttlicher Komödie» beginnt die abenteuerliche Reise in einem Dickicht, unerwartet in einem Wald. Und führt über das (eigene) Herz, über Rituale und den Wunsch nach Schutz und Unversehrtheit und die zehn Symbole der Vanitas zur Frage: Was bleibt von mir?

… und ein Theater über das Leben


Die Wechselausstellung wird bis Ende Juni 2022 mit Aufführungen des Theaterstücks «Memento Momentum» bereichert. Zusammen mit den Mitgliedern der Theatergruppe Chärnehus erlebt das Publikum einen anregenden und nicht zuletzt emotionalen Gang durchs Museum, durch eine gemeinsame Vergangenheit voll schöner Momente, verpasster Chancen und inniger Liebe. Für morgen Samstagabend ist die Premiere angesagt. Ob tatsächlich gespielt werden kann, wird kurzfristig entschieden. Coronaerkrankungen ha-ben den Mitwirkenden und auch der Regisseurin während der Proben und bis heute immer wieder arg zugesetzt. Wenn alle gesund sind, kann am 23. April 2022 das Theater im Museum Fram beginnen!

Infos


Ausstellung: «Vanitas. Gedankenspiele über Eitelkeit und Vergänglichkeit », Museum Fram, Einsiedeln, 24. April bis 26. Juni und 18. August bis 16. Oktober 2022; www.fram-einsiedeln.ch

Theater «Memento Momentum». Ein Museum. Eine Führung. Ein Wiedersehen. Eine Erinnerung; bis 24. Juni 2022; Eintritt 30 Franken; Tickets: www.showticket.ch

Einsiedler Anzeiger / Susann Bosshard-Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

22.04.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/5pq7VT