Musik
Ein zauberhaftes Musiktheater
Rund 350 Schulkinder verliessen am Gründonnerstag ihre Pulte und besuchten «Das Musik-Zauberschloss», um es lautstark zu unterstützen.
«Piano, Piano Zauberreise, alle Kinder sind ganz leise. Hokuspokus Fidibus, komm herbei du Musikus. » Mit diesem magischen Spruch rief der grosse Zauberer Cantus Firmus Magnus am vergangenen Gründonnerstag nach und nach die verschiedenen Musikerinnen und Musiker – zum grössten Teil Lehrpersonen aus der Musikschule Einsiedeln – in sein Zauberschloss.
Geübter Zauberer hatte alles im Griff
Das Publikum bestand aus den ersten, zweiten und der Einführungsklasse aus dem Bezirk Einsiedeln, ausserdem einer ersten Klasse aus Unteriberg. Nach kurzer Begrüssung verkündete der grosse Zauberer seine (durchaus realistische) Sorge, dass immer weniger Kinder Musikinstrumente lernen und so die Magie des Musizierens zu verschwinden droht. Deswegen wolle er heute ein besonders grosses Orchester aufstellen. Was er blockweise tat und die Instrumente bei dieser Gelegenheit auch gleich vorstellte, sie vorführen liess und korrekt kategorisierte. Keine leichte Aufgabe für den sympathischen Zauberer, der sein mal ehrfürchtiges, mal aufgeregtes Publikum immer wieder gekonnt ins Programm einband, die Spannung aufrecht hielt und dabei auch die Lautstärke im Saal fest im Griff hatte.
Im Bann der Instrumente
Es begann mit der Gitarre und dem Gesang, die weitum bekannt und mit zustimmendem Nicken zur Kenntnis genommen wurden. Gespannt lauschte man den Holzinstrumenten Panflöte und Querflöte. Bei der Harfe, die man zusammen mit der Flöte vorstellte, wurde es fast schon ehrfürchtig ruhig im Saal. Es folgten eine pantomimische Darstellung einiger Schlaginstrumente. Die Oboe und Klarinette überzeugten mit bekannten Hits. Das Saxofon war in zwei Ausführungen zu sehen und das Fagott bestaunte man mit grossen Augen. Bei der Posaune und der Trompete angekommen, gab es kein Halten mehr und es wurde begeistert mitgeklatscht und bewegt. Das Alphorn überzeugte mit seiner Grösse und dem vollen Klang, bevor beim Euphonium, dem Horn und der grossen Tuba wieder fleissig mitgeklatscht wurde. Beim Akkordeon hat sogar der Zauberer über die «mega vielen Knöpfe» gestaunt und sogar eine Orgel konnte man hören. Violine und Kontrabass rundeten die klassischen Orchesterinstrumente ab. Zum Schluss gabs noch ein «fetziges» Duett vom Schwyzerörgeli und der Bassgitarre.
«Freizeit der Kinder ist hart umkämpft»
Nach einem letzten gemeinsamen Lied und frenetischen Rufen nach einer Zugabe war die Aufführung nach rund einer Stunde zu Ende. Die angeregte Menge strömte aus dem Kultur- und Kongresszentrum hinaus an die kalte Luft. Auch der Zauberer und sein Orchester waren sichtlich erfreut über die vielen fröhlichen Gesichter, die sie an diesem Tag verabschieden durften. «Die Freizeit der Kinder ist hart umkämpft. Es gibt heute unendlich viele Möglichkeiten», so Adrian Meyer, Musikschulleiter für Einsiedeln und Ybrig. Musikinstrumente spielen tendenziell immer weniger eine Rolle im Leben der heutigen Kids. «Es kommt auch stark auf die Eltern an – ob sie das Musizieren fördern oder welche Instrumente sie spielen.» Mit der Aufführung möchte man der Musik eine Plattform bieten. Die Musiklehrpersonen erhoffen sich von diesem Tag, den einen oder die andere für ein Instrument oder sicher einen Besuch bei der anstehenden Instrumentenvorstellung zu erwärmen.
Instrumenten-Vorstellung im Zauberschloss
Das Musik-Zauberschloss ist ein Musiktheater, in dem Instrumente einer Musikschule vorgestellt werden. In Einsiedeln wird das Musik-Zauberschloss alle zwei Jahre aufgeführt, jeweils kurz vor der Instrumentenvorstellung der Musikschule Einsiedeln und Unteriberg. In Einsiedeln findet sie dieses Jahr am kommenden Freitag, 10. April, zwischen 17.30 und 20 Uhr, im Alten Schulhaus statt. Kinder und Eltern sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und noch mehr von den vorgestellten Instrumenten und Musiklehrpersonen zu sehen. Die Instrumente können bei dieser Gelegenheit selbst in die Hand genommen und unter fachmännischer Anleitung ausprobiert werden.
Einsiedler Anzeiger / Jael Marty
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Einsiedler Anzeiger
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