Die Filme «Im Holz daheim» und «Zusammen wachsen» wurden von Céline Gretener realisiert. Bild Angela Suter
Die Filme «Im Holz daheim» und «Zusammen wachsen» wurden von Céline Gretener realisiert. Bild Angela Suter

Film

«Es überwiegte die Freude, die Filme dem Publikum zu zeigen!»

Gestern Abend wurde das 7. Schwyzer Kulturwochenende eröffnet. Als exklusive Vorpremiere wurden in der Cineboxx in Einsiedeln die Filme «Im Holz daheim» und «Zusammen wachsen» gezeigt, die von Céline Gretener realisiert wurden. Sie erzählte von deren Entstehung.

Mit Céline Gretener sprach Angela Suter vom Einsiedler Anzeiger.

 

Angela Suter: Um was handelt sich es bei den beiden Filmen? 

Céline Gretener: Es handelt sich um zwei Filme zum Thema Masken. «Im Holz daheim» begleitet die Entstehung einer Holzmaske von Markus Kläger. In «Zusammen wachsen» stehen die Wachsmasken von Verena und Susan Steiger im Fokus. Das Thema war von Schwyz-KulturPlus vorgegeben. Seit 15 Jahren gibt es alle zwei Jahre einen Film unter dem Motto «Die Letzten ihres Handwerks?». Mit unseren Filmen wird die Serie nun abgeschlossen. 

 

Wie sind die Filme entstanden?

Wir reichten dem Komitee von SchwyzKulturPlus im Oktober 2022 ein Konzept ein und bekamen den Auftrag. Dann haben wir mit den Protagonisten Kontakt aufgenommen, ihnen unsere Konzepte vorgestellt und die Dreharbeiten abgemacht. Wir drehten bei den Wachsmasken vor allem im Dezember, der Hauptproduktionszeit, und bei den Holzmasken zwischen Januar und Februar. Bei den Wachsmaskenherstellerinnen gab es so viel Spannendes, dass wir viel mehr gefilmt hatten, als im Konzept vorgesehen war. Das ist nicht ungewöhnlich bei einem Filmprojekt.

 

Wie verlief die Film-Produktion?

Ich habe mit vier Kolleginnen ein Filmkollektiv, Flur203. Zu dritt haben wird dieses Projekt realisiert. Ich hatte die Hauptverantwortung und übernahm die Kamera. Meine Kolleginnen, Nina Kovacs und Bianca Gadola, teilten Ton und Regie auf. Manchmal war ich auch allein mit der Kamera unterwegs. Die Postproduktion haben wir mehrheitlich selber übernommen, das wollten wir so. Dank einem zweimonatigen, unbezahlten Urlaub konnte ich im November und Dezember 2023 intensiv am Schnitt arbeiten. Anfang Jahr gingen die Filme dann in die Postproduktion und Franz Kälin von der Cineboxx hat sie am Schluss fürs Kino aufbereitet.

 

Bei der Eröffnung des Kulturwochenendes waren viele Kunstinteressierte anwesend. Machte Sie das nervös?

Ich war schon nervös. Die Filme in der Cineboxx auf einer so grossen Leinwand zu sehen, machte mir etwas Angst. Es überwiegte jedoch die Freude, die Filme endlich dem Publikum zu zeigen, dazu noch in einem tollen Kino. Ich wünsche mir, dass die Filme dem Publikum Freude bereitet haben.

 

Wie geht es weiter mit ihren beiden Filmen?

Heute ist Premiere in Steinen und am Samstag in Altendorf. Die Filme werden am Wochenende an verschiedenen Standorten gezeigt, unter anderem am Sonntag nochmals in der Cineboxx. Es gibt einen DVD zum Kaufen oder man kann die Filme streamen. Je nach Nachfrage kommen sie ins Kino.

 

Werden Sie das Kulturwochenende auch besuchen können?

Ja hoffentlich. Letztes Mal war ich auch an einigen Orten und hoffe, dass ich neben meinen eigenen Anlässen noch Zeit finde, andere Sachen anzuschauen.

 

Weshalb wurden Sie zur Filmemacherin?

Der Bereich Film finde ich sehr vielseitig. Ich finde es spannend, durch Filme in verschiedene Welten einzutauchen. Sei dies bei der Produktion oder beim Schauen der Filme. Ebenfalls faszinieren mich künstlerische Filme oder Videoinstallationen. Es ist ein guter Ausgleich zur Arbeit in der Schule. Das Filmstudium konnte ich in Teilzeit an der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich absolvieren.

 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Heilpädagogin und Filmemacherin?

Nein, eigentlich nicht. Aber der Anfang für mein Interesse am Filmeschneiden entstand unter anderem in meiner Tätigkeit als Heilpädagogin, da ich oft die Schulmusicals filmen durfte. Ich geniesse beide Berufe und finde es gut, dass es momentan keine Überschneidung gibt. Aber wer weiss: Vielleicht gibt es ja irgendwann doch einmal einen Zusammenhang?

 

Einsiedler Anzeiger / Angela Suter

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Film

Publiziert am

19.04.2024

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