Roman Kälin durfte in Vancouver einen Filmpreis entgegen nehmen.
Roman Kälin durfte in Vancouver einen Filmpreis entgegen nehmen.
Die Natur ist nicht aufzuhalten. Die Skyline von New York zeigt sich im Film «Wrapped» ungewohnt grün. Bild zvg
Die Natur ist nicht aufzuhalten. Die Skyline von New York zeigt sich im Film «Wrapped» ungewohnt grün. Bild zvg

Film

Der Einsiedler Roman Kälin gewann Filmpreis

Drei Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg gewannen für ihren Diplomfilm überraschend den ersten Preis an der «Siggraph», der weltweit wichtigsten Konferenz für 3-D-Animation und Computergrafik.

Der 28-jährige Roman Kälin hat sein Hobby zum Beruf gemacht und im letzten April sein mehrjähriges Studium in «Animation und Visual Effects» an der Filmakademie Baden-Württemberg abgeschlossen. Der Einsiedler und seine zwei deutschen Kommilitonen beschlossen, ihren Abschlussfilm «Wrapped» für die 41. internationale Konferenz und Ausstellung über Computergrafiken und interaktive Techniken (Siggraph) in Vancouver einzureichen.

Den ersten Rang geholt

Unter mehreren hundert Kurzfilmen gewann ihr Werk in der Kategorie «bestes Studentenprojekt». Der Sieg kam überraschend. «Wir hatten uns gar keine Chancen ausgerechnet. Wir hofften lediglich, dass sie unseren Film an der Konferenz zeigen würden», erklärt Roman Kälin, der letzte Woche aus Kanada in die Schweiz zurückflog. Die drei Gewinner wurden vor einigen Monaten über ihren Preis beim Computer Animation Festival informiert. Die drei ehemaligen Studenten reisten nach Vancouver, um an der Preisverleihung teilzunehmen und den Award persönlich entgegenzunehmen.

Publikum kennt sich aus

Die Preisverleihung fand im ausverkauften «Electronic Theater» statt. Mehr als 2000 Gäste sahen die Filme der Nominierten live vor Ort. «Zu Beginn wurden alle Preisträger ausgerufen und nach vorne gebeten.» Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erhielten sie ihre Trophäe. «Es wurden viele sehr interessante Animations- und Visual-Effects-Projekte gezeigt. Es ist eine besondere Ehre in einem so hochkarätigen Programm mit dabei sein zu dürfen», erinnert sich der Einsiedler an die Atmosphäre. «Da es sich um ein Publikum aus der Branche handelt, erkennen die Leute die Arbeit, die hinter solch einem Film steckt.»

Der Grossstadt-Dschungel

Roman Kälin bezeichnet den Kurzfilm «Wrapped» als «abstrakt». Es geht darum, wie die Natur sich die Stadt zurückerobert. Der Einsiedler arbeitete schon früher mit seinen Mitstudenten Florian Wittmann und Falko Paeper zusammen. Vor dem Dreh kreierten sie ein Storyboard, eine skizzenhaft 3-D-animierte und gezeichnete Version ihres Drehbuches. Dieses war jedoch ziemlich roh, da sie noch keine genauen Drehorte hatten. Die Filmemacher entschieden sich für New York als Schauplatz. Roman Kälin kennt die Stadt von einem früheren Aufenthalt sehr gut. «Es ist eine echte Grossstadt und sozusagen der Inbegriff der Zivilisation.» Zuerst suchte der Einsiedler einige Tage lang geeignete Drehorte und holte Bewilligungen ein. Nach einem zehntägigen Dreh vor Ort machten sie sich mit den Aufnahmen auf den Weg zurück nach Deutschland. Dort folgte die Nachbearbeitung und Erstellung der 3-D-Effekte am Computer, welche etwa ein Jahr dauerte. Roman Kälin und Florian Wittmann waren vor allem für die 3-D-Elemente zuständig, während Falko Paeper das Zusam menfügen von 3-D-Elementen und realem Film übernahm.

Langer Weg nach Deutschland

Der kreative Einsiedler studierte nach der Matura zwei Jahre lang Architektur in Zürich. Die Möglichkeiten schienen ihm jedoch zu begrenzt. «Die Häuser eines Architekten sollten realistisch, also umsetzbar sein.» Der heute 28-Jährige findet aber auch grossen Gefallen am Kreativen und Filmischen, «wo man auch übertreiben kann!» Er schaute sich deshalb nach etwas Neuem um und entdeckte dabei die Filmakademie. «Es gibt nichts Vergleichbares in der Schweiz.» Für seinen Jahrgang bewarben sich rund 500 Personen. Davon wurden zehn Prozent an die Prüfung eingeladen und zwölf Studenten schlussendlich angenommen.

Oscar

«Es war eine sehr intensive Studienzeit», blickt der Einsiedler zurück. Bereits während des Studiums wurden einige seiner Filme mit Preisen ausgezeichnet und auf zahlreichen Festivals weltweit gezeigt, so zum Beispiel in Cannes auf dem Saatchi und Saatchi New Directors Show Case. Kurz nach dem Erfolg an der Siggraph wurde auch bekannt, dass «Wrapped» am LA Shorts Fest einen Award gewonnen hat und somit berechtigt ist, für die Oscars einzureichen. Momentan ist Roman Kälin als Freelancer tätig und verwirklicht seine eigenen Ideen. Unter anderem arbeitet er viel

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

29.08.2014

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