Erfolgreiche Filmpremiere von «Francesco e il papa»: (von links nach rechts) Ciro Cappellari (Regisseur), Abt Martin Werlen, Francesco Giuffra und Peter Weckert (Produzent) freuen sich. Bild Orlanda Senn
Erfolgreiche Filmpremiere von «Francesco e il papa»: (von links nach rechts) Ciro Cappellari (Regisseur), Abt Martin Werlen, Francesco Giuffra und Peter Weckert (Produzent) freuen sich. Bild Orlanda Senn
Ab dieser Woche wird der Dokumentarfilm im Kino gezeigt.
Ab dieser Woche wird der Dokumentarfilm im Kino gezeigt.

Film

Francescos grösster Traum

Am Freitag hatte der Dokumentarfilm «Francesco e il papa» die schweizerische Premiere in Einsiedeln. Die zahlreichen Premierengäste erhielten Einblick in einen besonderen Film, der exklusive Einblicke in das Leben des Papstes zeigt.

Nicht alltäglich, was letzte Woche in Einsiedeln geschah: Das Kino Cineboxx durfte eine schweizerische Premiere ausstrahlen. Abt Martin Werlen begrüsste mit den Worten: «Es gibt Menschen, die aufgrund ihres Charismas oder ihrer Aufgabe Menschen zusammenführen. Der Papst ist so ein Mensch. Francesco ebenfalls.» Für ihn ist klar, wieso die Filmpremiere in Einsiedeln ist. Es sei der einzige Ort, wo der Abt über dem Papst ist. Damit meine er die Abtwohnung, die im Kloster Einsiedeln über der Papstwohnung liege, erklärte er schmunzelnd dem staunenden Publikum. Der anwesende Regisseur sowie Produzent Peter Weckert blicken vor dem Film zurück auf die spannende Filmzeit.

Wie entstand die Idee zu diesem besonderen Film?

Peter Weckert: Sie entstand 2005 nach einem intensiven Traum, dass ich einen Kinofilm über den Papst machen müsse. Ich begann mit Vorrecherchen. 2006 traf ich auf den Philippinen einen Filmjournalisten von Radio Vatikan, der mir zu wichtigen Kontakten verhalf. Ende 2007 folgte ein Brief an den ersten Privatsekretär des Papstes. Daraufhin arbeiteten wir für zahlreiche Genehmigungen, bis wir 2009 während des ganzen Jahres drehen konnten. 2010 wurden dann die 200 Stunden Filmmaterial geschnitten.

Welches Publikum wollen Sie ansprechen, und was möchten Sie mit dem Film aussagen?

Ciro Cappellari: Es geht um die Beziehung zum Glauben, auch um die Zweifel. Und zwar nicht nur für Katholiken, sondern für alle Religionen. Unser Film ist nicht Werbung für die Religion, sondern ein Dokument über die Beziehung eines Kindes zur Kirche. Auch Francesco kennt Zweifel an der Religion.
Peter Weckert: Unser Film ist für die ganze Familie und für alle Konfessionen gemacht. Einerseits möchten wir über Francesco das moderne Rom zeigen, wie er mit seiner Familie lebt. Er besucht eine Tagesschule in Rom. Andrerseits zeigen wir den Papst sowohl als Menschen als auch die Traditionen im Vatikan, zum Beispiel die Privataudienzen mit Fürst Albert von Monaco oder Julia Timoschenko.

Sie haben als Regisseur schon viele Filme produziert. Was ist anders, wenn man einen Film im Vatikan dreht?

Ciro Cappellari: Dies ist mein erster Film über Religion. Er gibt Einblicke, wie sich der Glaube im Vatikan darstellt. Hinter diese Kulissen zu schreiten, war eine grosse Herausforderung.

Die schweizerische Filmpremiere findet im Kanton Schwyz statt. Sind wir die besseren Katholiken?

Peter Weckert: Abt Martin Werlen hat mir sehr geholfen beim Zustandekommen des Werkes. Es war von Anfang an klar, dass die Premiere in Einsiedeln stattfinden wird.

Erzählen Sie den «Bote»-Leserinnen und -Lesern bitte eine Anekdote, die Sie während den Drehs erlebt haben, der Kinogast aber nicht zu sehen bekommt.

Peter Weckert: Während der Sommermonate weilt der Papst in Castelgandolfo. Zur Mittwochsaudienz fliegt er jeweils mit dem Helikopter nach Rom. Für diesen Anflug positionierte sich ein Kamerateam über dem Petersplatz. Der Helikopter flog etwas zu hoch für unsere Kameraposition, so baten wir den Piloten, beim Rückflug tiefer zu fliegen. Beim Rückflug gab es Aufregung unter der Gendarmerie und der Schweizergarde, warum die Flugroute geändert wurde. Wir dachten nicht daran, die Sicherheitsleute im Vorfeld zu informieren.

Eine berührende Geschichte

«Francesco e il papa» erzählt die berührende Geschichte eines aussergewöhnlichen elfjährigen Jungen, dessen grösster Traum in Erfüllung geht: Er darf ein Solo für den Papst singen. In seinem Dokumentarfilm begleitet Grimme-Preisträger Ciro Cappellari den kleinen Francesco, Chorknabe im «Pueri Cantores», während der aufregenden Probezeit bis zum Höhepunkt seines bisherigen Lebens – seinem Auftritt vor dem Heiligen Vater. «Francesco e il papa» läuft ab der Karwoche in den Schweizer Kinos.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

18.04.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/rcGyAY