Tschegga (Martina Binz), ein Waisenkind aus dem «Welschen», ist unglücklich bis sie Töni (Beat Betschart) kennenlernt. Bild kulturwerk.ch
Tschegga (Martina Binz), ein Waisenkind aus dem «Welschen», ist unglücklich bis sie Töni (Beat Betschart) kennenlernt. Bild kulturwerk.ch
Richard Schönbächler beschäftigt sich schon lange mit Senntenfahrten. Bild EA
Richard Schönbächler beschäftigt sich schon lange mit Senntenfahrten. Bild EA

Film

Richard Schönbächler ist Co-Autor des Films «Tönis Brautfahrt»

Schon beinahe sein ganzes Leben beschäftigt sich Richard Schönbächler mit Senntenfahrten ins Welschland. Nach jahrzehntelanger Arbeit kommt Ende Januar der Film in die Kinos.

«Ich habe den fertigen Film noch nicht gesehen», gesteht Richard Schönbächler. Natürlich kenne er einzelne Ausschnitte, aber das Gesamte noch nicht. Der Einsiedler hat «sehr grosse Freude am Film». Schliesslich waren die Senntenfahrten über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil der Zentralschweizer Wirtschaft.

Mit Herzblut dabei

Den Film zu drehen «war ein riesiger Aufwand.» Die Crew bestand unter anderem aus dem Kamerateam, Tontechnikern und verschiedenen Schauspielern. «Es waren sicher 50 Personen involviert.» Die Suche nach Laiendarstellern teilten sich Schönbächler und Regisseurin Claudia Steiner durch persönliche Kontakte. «Ich habe selber viele gekannt, zum Beispiel den Hauptdarsteller Töni.» Die Angefragten zeigten sich erfreut und machten voller Herzblut mit. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Schauplätzen statt: In Einsiedeln, dem Gotthardgebiet, im Tessin und zum Teil auch in Italien. «Es war nicht immer einfach», schliesslich musste die ganze Crew verpflegt sein und während Dreharbeiten ergeben sich oft Wiederholungen und stundenlange Wartezeiten. «Während den Dreharbeiten wurden die Kühe insgesamt sieben Mal die Schöllenen hinaufgetrieben», erzählt Schönbächler schmunzelnd.

Wer kann Kühe beschlagen?

Der Einsiedler hat sogar einen Mini-Auftritt im Film. Einmal sitzen die Bauern in einem Restaurant zusammen. Dort hat sich Richard Schönbächler ebenfalls an einen Tisch gesetzt, um zu helfen, das Restaurant zu füllen. Es gestaltete sich oftmals kompliziert, die vergangenen Zeiten filmisch darzustellen. Einige Aus schnitte wurden im Freilichtmuseum Ballenberg gedreht. «Es war schwierig, einen Schmied zu finden, der Kühe beschlagen kann.» Zudem mussten die Kühe im Film Hörner haben. Im Muotathal fand man passende Tiere. «Dann transportierten wir die Kühe vom Muotathal zum Gotthard», was auch nicht ohne war.

Offene Ohren haben

Schon als kleiner Junge, «ohne Radio und Fernsehen, habe ich gerne Geschichten gehört», so der 80-Jährige. Er sehe die Szene beim Grossvater zu Hause heute noch vor sich. Mit Sennten ins Welschland zu fahren sei sehr beliebt gewesen, und zwar nicht nur bei den Bauern, sondern auch bei Akademikern. Es gebe beispielsweise Berichte von Stiftsschülern, die sich freiwillig als Treiber gemeldet hätten. «Das war das einzige Mal, dass sie fortgingen. Deshalb blieben ihnen diese Erlebnisse ein Leben lang in Erinnerung.» Richard Schönbächler interessiert sich schon seit Jahrzehnten für die Senntenfahrten und sammelte das spärlich vorhandene Material. Ein Film zum Thema war schon immer sein Traum gewesen.

Schwierige Realisation

Vor etwa sieben Jahren meldete sich ein Dokumentarfilmer beim Einsiedler. Nachdem er die von Richard Schönbächler zusammengetragenen Informationen zu den Senntenfahrten gelesen hatte, meinte dieser: «Das wäre ein schöner Film.» Das Problem sei jedoch, dass das Schweizer Fernsehen keine Dokumentarfilme mache. Zudem schätzte der Experte das nötige Budget für solch einen Streifen auf drei bis vier Millionen Franken. «Ich behielt das Projekt stets im Hinterkopf», erzählt der Einsiedler.

Im Trio realisiert

Als er hörte, dass die Medien- und Filmschaffende Claudia Steiner ihr eigenes Studio eröffnete, nahm der Visionär den Kontakt auf. «Sie war sofort begeistert von der Geschichte!» Zusammen holte man Roger Bürgler als Produzenten ins Boot. «Wir beschlossen, den Film als Trio zu realisieren», erinnert sich der 80-Jährige. Claudia Steiner schrieb das Drehbuch. Sie war begeistert von der Geschichte von Meinrad Lienert. «Das gibt dem Film einen roten Faden», ist der Macher überzeugt. Dadurch wird aus einem historischen Film ein Unterhaltungsfilm.

Grosser Anteil Fronarbeit

Für das Finanzielle war Roger Bürgler zuständig. Das benötigte Bud-get betrug rund 400'000 Franken. Die Filmemacher waren abhängig von Sponsoren, Gönnern und Stiftungen. Aktuell sind noch nicht alle Kosten gedeckt und im Film steckt viel Fronarbeit. Beispielsweise Richard Schönbächler selber schaute die Arbei

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Film

Publiziert am

10.01.2014

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