Karl Saurer, Tino Langjahr, Silvia Haselbeck und Erich Langjahr (von links): Engagierte Diskussion über das Handwerk der Dokumentarfilmer. Foto: Victor Kälin
Karl Saurer, Tino Langjahr, Silvia Haselbeck und Erich Langjahr (von links): Engagierte Diskussion über das Handwerk der Dokumentarfilmer. Foto: Victor Kälin

Film

Wenn der Film zum Dokument wird

Eingebettet in die beiden Dokumentarfilme «Steinauer Nebraska» und «Mein erster Berg» diskutierten Karl Saurer, Erich Langjahr und Silvia Haselbeck über ihre Werke und ihren Beruf.

An- und Einsichten zum Thema Dokumentarfilm bot die SRG Schwyz am letzten Sonntag mit ihrer Filmmatinee. Da wurden zum einen die beiden Filme «Steinauer Nebraska» (1993) und «Mein erster Berg» (2012) gezeigt; zum andern befragte SRG-Vorstandsmitglied Urs Fink Karl Saurer, Erich Langjahr und Silvia Haselbeck über das Handwerk des Dokumentarfilmers. Gewinn und Verlust Erhellend war Saurers Aussage, dass ihm erst heute bewusst geworden sei, «wie Dokumentarfilme selbst zu einem Dokument werden ». Der Auswandererfilm «Steinauer Nebraska» ist 24 Jahre alt. Am Beispiel der drei Brüder Steinauer thematisiert Saurer darin die grosse Auswanderungswelle, die vor 150 Jahren auch die Schweiz erfasste. Das filmische Werk verblüfft unverändert mit seiner ungebrochenen Aktualität – mit dem Unterschied, dass vor 150 Jahren die Schweiz das Emigrationsland war. Die Brüder Steinauer landeten letztlich in Nebraska. «Sie haben eine Heimat gefunden», bilanzierte Saurer. «Die Indianer haben sie verloren. » Er habe sich, so Saurer, tatsächlich überlegt, noch einen zweiten Film zu drehen – «Steinauer II» sozusagen. Pat Steinauer habe nämlich erlebt, dass er seine Farm aufgeben musste, da der Boden erodierte. Das Land im mittleren Westen Amerikas erwies sich letztlich nicht als die erhoffte schier unermessliche Produktionsfläche. Auch hier klopft «Steinauer Nebraska » in der Gegenwart an. «Diese magische Rigi-Kulisse» In Zug sei er aufgewachsen, erklärte Erich Langjahr, und da habe er diese «magische Rigi-Kulisse» täglich gesehen. Der zweite Grund, weshalb er mit «Mein erster Berg» der Rigi ein filmisches Dokument widmete, hängt stark mit dem Hauptdarsteller, dem Älpler Märtel Schindler zusammen. Er sei aufmerksam gemacht worden, dass «dort oben auf der Rigi einer ein Blockhaus baut». Schindler steht für Langjahr als Synonym «für einen Menschen, der am Berg seine Existenz hat». Obwohl 2012 gedreht, ist auch Langjahr mit seinem Thema mitten in der Gegenwart gelandet, wie die aktuelle Diskussion um die «Disneyfizierung der Rigi» zeigt. Die einladenden SRG-Trägerschaften des Kantons Schwyz und der Zentralschweiz haben mit Matinée und Podiumsgespräch ein gutes Gefäss gefunden und den Anwesenden einen interessanten und spannenden Filmsonntag geboten. Angesichts des reichen Filmschaffens im Kanton Schwyz und der Zentralschweiz ist eine Fortsetzung wünschenswert.


Einsiedler Anzeiger/Viktor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

24.10.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/ZqkFSj