Die Statistenrolle am Verhandlungstisch im Film «Gotthard» ist Hanspeter Pfister, dem ehemaligen Vizedirektor der Schwyzer Kantonalbank, wie auf den Leib geschnitten. Bilder zvg
Die Statistenrolle am Verhandlungstisch im Film «Gotthard» ist Hanspeter Pfister, dem ehemaligen Vizedirektor der Schwyzer Kantonalbank, wie auf den Leib geschnitten. Bilder zvg
Hanspeter Pfister musste für seine Statistenrolle die Haare und einen Bart wachsen lassen.
Hanspeter Pfister musste für seine Statistenrolle die Haare und einen Bart wachsen lassen.
Diese sieben Statisten sind am Verhandlungstisch – darunter auch Hanspeter Pfister (Zweiter von links).
Diese sieben Statisten sind am Verhandlungstisch – darunter auch Hanspeter Pfister (Zweiter von links).

Film

Wie die «Giraffe» zum Film kam

Hanspeter Pfister, Einsiedeln, ist Statist beim Film «Gotthard», der am Sonntag und Montag im Schweizer Fernsehen gezeigt wird.

Wenn der historische zweiteilige Spielfilm «Gotthard», eine Produktion des Schweizer Fernsehens, am 11. und 12. Dezember auf SRF 1 ausgestrahlt wird, sitzt Hanspeter Pfister, Einsiedeln, zu Hause mit einem guten Tropfen Rotwein, womöglich einem Chianti, gespannt vor dem Bildschirm. Der 63-Jährige bekommt in diesem zweiteiligen Film, der beschreibt, wie ab 1872 der damals längste Eisenbahntunnel der Welt gebaut worden ist, gleich zwei Szenen zu sehen, in denen er als Statist mitspielt. «Das war eine tolle Erfahrung», sagt Hanspeter Pfister, der seit 1989 in Einsiedeln wohnt, seit zwei Jahren pensioniert ist und Kultur, Singen, Langlaufen und Wandern zu seinen Hobbys zählt, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei Vorpremiere nicht dabei

Bei der Schwyzer Vorpremiere des Films «Gotthard» am letzten Sonntag im Kino Cineboxx in Einsiedeln konnte Hanspeter Pfister leider nicht dabei sein. Er weilte im Engadin, wo die Voluntari der Ski-WM St. Moritz 2017 informiert wurden. Dieses Engagement als Ticketverkäufer erstaunt nicht weiter, denn er hat von 1976 bis 1985 in St. Moritz gewohnt und war, wie seine Ehefrau Ursi, Mitglied des Skiclubs Alpina St. Moritz. Doch schön chronologisch der Reihe nach.

Anfrage aus dem Nichts

Wieso er im Winter 2015 von der Central Casting per E-Mail für eine Statistenrolle im Film «Gotthard» angefragt worden ist, weiss Hanspeter Pfister bis heute nicht. Er war überrascht, weil er zuvor noch nie in einem Film als Statist mitgemacht hatte. «Ich habe ein paar Tage später zugesagt», erinnert er sich. Das überrascht wegen seiner speziellen Beziehung zur Bahn nicht weiter. Er wollte als Bub Lokführer werden, war Modelleisenbahnfan und durfte zwei Mal im Führerstand der Rhätischen Bahn mitfahren. Er bewarb sich beim Film «Gotthard» für eine Statistenrolle in der Innerschweiz und wurde Luzern zugeteilt. Er wäre lieber in Andermatt, wo Filmaufnahmen der Dampfbahn Furka-Bergstrecke ge macht wurden, dabei gewesen. Dort ist er Vereinsmitglied der Sektion Innerschweiz und leistet Fronarbeit  im Juni 2015 einen Tag als Bauarbeiter und im Juni 2016 fünf Tage als Mitarbeiter der Bauabteilung.

Einsatz in Meggen

Aber auch sein Statisteneinsatz in Meggen, nur einen Steinwurf von Luzern entfernt, ist dem ehemaligen Vizedirektor der Schwyzer Kantonalbank wie auf den Leib geschnitten. Er spielt ein Mitglied des Gotthardbahn-Komitees, das die Gotthardbahn errichtet und betrieben hat. Im Film ist er am Verhandlungstisch, wo über den Krediteinsatz der Banken diskutiert wird, und in der Hotellobby zu sehen. «Was am Tisch gedreht worden ist, habe ich als einziger der zwölf Statisten und Schauspieler während 15 Jahren bei der Schwyzer Kantonalbank gemacht», sagt Hanspeter Pfister und spricht seine Funktion als Leiter Kreditentscheid an. Welch ein Zufall! Und welch ein schöner Vergleich! Während heutzutage bei solchen Sitzungen Mineralwasser und Kaffee angeboten werden, sind früher Rotwein und Cognac serviert worden, weiss auch Hanspeter Pfister. Dazu wurden Cigarren geraucht, so wie im Film «Gotthard» auch. Beim Dreh in der St. Charles Hall in Meggen, einer Villa für besondere Anlässe, wurde ein einfacher Rotwein ausgeschenkt. In den Cognacgläsern war Eistee.

Zig mal gleiche Szene gedreht

Als Statist ist der 63-Jährige im Film stattlich gekleidet. Er trägt Frack, Zylinder, Stiefel und einen Bart. «Ich habe die Haare und einen Bart wachsen lassen müssen», sagt Hanspeter Pfister und erwähnt nebenbei, dass seine Ehefrau Ursi gesagt habe, er sehe gut aus. Er selber empfand die Pflege der längeren Haare und des Barts eher als mühsam. Hanspeter Pfister stand in der St. Charles während drei Tagen im Einsatz  am 30./31. August und 1. September des letzten Jahres. Die Nacht verbrachte er immer zu Hause in Einsiedeln. Die Szene am Verhandlungstisch wurde an zwei Tagen gedreht, jene in der Hotellobby vor und nach der Sitzung an einem Tag. «Die gleiche Szene ist jeweils bis zu acht Mal gedreht worden», erinnert sich Hanspeter Pfister. Diese

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

10.12.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/BkmKXH