Der Vorstand wurde auch ohne Spiel stark gefordert – hier stellvertretend Quästor Lukas Lang (links) und Präsident Hanspeter Kälin (Aufnahme GV 2018). Foto: Archiv EA o
Der Vorstand wurde auch ohne Spiel stark gefordert – hier stellvertretend Quästor Lukas Lang (links) und Präsident Hanspeter Kälin (Aufnahme GV 2018). Foto: Archiv EA o

Bühne

Finanziell in der Schwebe

Welttheatergesellschaft Einsiedeln präsentiert in der Rechnung 2019 einen Verlust von 838’000 Franken Die Rechenschaftsberichte des Welttheater- Vorstands haben es in sich. Ohne Bundeshilfe sieht die finanzielle Zukunft der Gesellschaft düster aus.

Bereits die erste Bestandesaufnahme vom Mai 2020 liess keine Zweifel aufkommen, dass die Verschiebung des Welttheaters um ein Jahr die Gesellschaft teuer zu stehen kommt (EA 37/20). Geschätzte 750’000 Franken an Mehraufwand erwartete der Vorstand zu diesem Zeitpunkt. Mit der definitiven Absage erhöhten sich jene Ausgaben noch einmal beträchtlich, welche kaum mehr refinanzierbar sind.

900’000 Franken Reserve; 838’000 Franken Verlust


Wie sich Verschiebung und Absage finanziell auswirken, ist im schriftlich vorliegenden Jahresbericht 2019 nachzulesen. So schliesst die Rechnung mit einem Verlust von 838’000 Franken; eine Summe, welche das einstmals stolze Eigenkapital auf noch 51’000 Franken schrumpfen lässt. In diesem Fehlbetrag sind allerdings 900’000 Franken an Rückstellungen für die Spielzeit 2020 verbucht. Diese Summe will der Vorstand vorsorglich zur Seite legen, «da die definitiven Mehrkosten der Verschiebung ins Jahr 2024 nur schwer abschätzbar sind». Mit den 900’000 Franken wähnt sich der Vorstand auf der sicheren Seite. Dank Zusagen von Sponsoren und weiteren Beitraggebern sei die Summe gar «ausreichend hoch». Im Weiteren hat der Vorstand beim Kanton rechtzeitig ein Untersützungsgesuch eingereicht. Die Zusage steht zwar noch aus, doch rechnet Präsident Hanspeter Kälin mit Geldern aus dem Corona-Finanzierungspaket von Bund und Kanton in der Höhe «von über einer halben Million Franken». Diese Erwartung sei nicht utopisch, bekräftigt Kälin gegenüber unserer Zeitung. «Sollte diese Zahlung tatsächlich erfolgen, dann blicke ich verhalten optimistisch auch in die finanzielle Zukunft der Gesellschaft.»

Zwei neue Personen für den Vorstand


Im umfangreichen Jahresbericht des Präsidenten blickt Hanspeter Kälin aufgrund der im Frühjahr verschobenen Generalversammlung nicht nur auf 12, sondern auf 18 Monate zurück. Eingedenk aller Ereignisse, Veränderungen und Unsicherheiten habe sich bewahrheitet, «dass die Verschiebung die einzig mögliche Entscheidung war». Als positiv in Erinnerung bleiben «die vielen Solidaritätsbekundungen, welche in dieser schwierigen Zeit immer wieder motiviert» hätten. Dem Vorstand war und ist bewusst, dass die getroffenen Entscheide «nicht sehr populär» waren. Umso grösser der Dank für das Verständnis. Die Verschiebung auf das Jahr 2024 bringe, so Kälin, «eine Verschnaufpause, bevor wir dann mit neuer Energie und hoffentlich besseren Voraussetzungen die Vorbereitungen für 2024 in Angriff nehmen» – war der Vorstand in teilweise erneuerter Zusammensetzung tun wird: Für Alex Della Valle soll Sara Jäger (Pfäffikon) nachrücken und für Monika Windlin Adrian Zehnder, der Notar von Einsiedeln. Die übrigen Vorstandsmitglieder stellen sich inklusive Präsident für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Die Generalversammlung der Welttheatergesellschaft vom 21. Dezember findet ausschliesslich in schriftlicher Form statt. Die Unterlagen sind den Mitgliedern bereits zugestellt worden.

Einsiedler Anzeiger / Victor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.12.2020

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