Mit der Harman Camera Obscura hat Erwin Gubler zwölf historische Gebäude aus unserer Region fotografiert. Bild
Mit der Harman Camera Obscura hat Erwin Gubler zwölf historische Gebäude aus unserer Region fotografiert. Bild
Eine von zwölf Aufnahmen, die Erwin Gubler mit Hilfe einer Lochkamera in unserer Region gemacht hat: die Teufelsbrücke aus dem 17./18. Jahrhundert. Fotos: Erwin Gubler
Eine von zwölf Aufnahmen, die Erwin Gubler mit Hilfe einer Lochkamera in unserer Region gemacht hat: die Teufelsbrücke aus dem 17./18. Jahrhundert. Fotos: Erwin Gubler
Eine von zwölf Aufnahmen, die Erwin Gubler mit Hilfe einer Lochkamera in unserer Region gemacht hat: das Haus «Nauern» in Egg aus dem  18. Jahrhundert.
Eine von zwölf Aufnahmen, die Erwin Gubler mit Hilfe einer Lochkamera in unserer Region gemacht hat: das Haus «Nauern» in Egg aus dem 18. Jahrhundert.
Ein Beispiel der Experimentellen Fotografie: ein sogenanntes Lightpainting (Lichtzeichnung), das Erwin Gubler mit Hilfe eines Lichtstabes und einer Langzeitbeleuchtung am Ufer eines Gewässers aufgenommen hat.
Ein Beispiel der Experimentellen Fotografie: ein sogenanntes Lightpainting (Lichtzeichnung), das Erwin Gubler mit Hilfe eines Lichtstabes und einer Langzeitbeleuchtung am Ufer eines Gewässers aufgenommen hat.
Ein Beispiel der Experimentellen Fotografie:ein besonders aufwendiges Bild ist ein sogenannter «Schirm». Hier muss alles perfekt aufeinander abgestimmt sein – Setup, Timing, Farben, Licht, Kameraeinstellungen.
Ein Beispiel der Experimentellen Fotografie:ein besonders aufwendiges Bild ist ein sogenannter «Schirm». Hier muss alles perfekt aufeinander abgestimmt sein – Setup, Timing, Farben, Licht, Kameraeinstellungen.

Kunst & Design

Fotografieren wie vor 180 Jahren

Sein Herz schlägt für die Fotografie: Erwin Gubler aus Willerzell hat sich bereits in alle erdenklichen Bereiche der Fotografie gewagt. Jetzt, als es scheinbar nichts mehr zu entdecken gab, fand er den Weg zurück zu den Wurzeln.

 Bergsteigen, Gleitschirmfliegen, Höhlentouren, Langlaufen, Joggen, Fotografieren und vieles mehr gehören zu den Aktivitäten, die der heute 74-jährige Erwin Gubler aus Willerzell mit viel Engagement und Herzblut währen den letzten 50 Jahren ausgeübt hat. Er ist ein wahrer Tausendsassa, auch wenn er es heutzutage beim Sport etwas langsamer angehen muss. Besonders viel Zeit und Energie hat er in die Fotografie gesteckt. Angefangen hat alles mit dem Bergsteigen. Mit einer Edixa- Spiegelreflexkamera dokumentierte er dabei seine vielen Kletter- und Hochtouren. Er gründete Fotoclubs, leitete Fotokurse und verwirklichte zahlreiche, aufwendige Fotoprojekte – alles nebenberuflich. «Ich wollte eigentlich nie Fotograf werden», sagt Gubler. Mit dem Besuch diverser Schulungen und im Eigenstudium hat er sich alles selber beigebracht. Im Alter von 57 Jahren packte ihn die Idee, doch noch vollberuflich Fotograf zu werden. Er liess sich pensionieren und war dann als freischaffender Fotograf bis Ende 2017 tätig. «Ich dachte, ich hätte alles schon fotografiert» Wenn es ums Fotografieren geht, dann überlässt Erwin Gubler nichts dem Zufall. Vom Drücken des Auslösers bis zum fertigen Bild hatte er seit Beginn den gesamten fotografischen Prozess in den eigenen Händen, sowohl analog als auch digital. Ende 2017 beendete er seine Tätigkeit als freischaffender Fotograf und hatte das Gefühl, alles fotografiert zu haben. Schon bald fand er den Weg zur experimentellen Fotografie, mit der er sich früher nur ansatzweise befasst hatte. Vor allem die Highspeedfotografie mit den verschiedenen Teil-Bereichen hat ihn voll in den Bann gezogen! Camera Obscura Sein neustes Projekt sind Fotografien mit der Camera Obscura, auch Lochkamera genannt. Es ist die ursprünglichste Form der Fotografie. Bereits im 18. Jahrhundert befassten sich Optiker und Chemiker mit der Möglichkeit, ein Bild für immer auf einem Medium festzuhalten. Der Name Camera Obscura stammt aus dem lateinischen und bedeutet «Dunkle Kammer». Bereits um 1500 beschrieb Leonardo da Vinci das Prinzip der Camera Obscura. Er entdeckte, dass sich in einem dunklen Raum auf einer Zimmerwand ein Haus von gegenüber abbildete. Das Licht schien durch das Schlüsselloch und die Camera Obscura war «geboren»! Mit einer lichtdichten Schuhschachtel und einem nadelgrossen Loch hatte Gubler schon vor zirka 20 Jahren experimentiert. Die Ergebnisse waren aber nicht sonderlich gut! Für das neue Projekt kaufte er sich eine professionelle Harman-Lochkamera, siehe Bild. Sie besteht aus dem Gehäuse, dem kleinen Loch von 0,35mm Durchmesser und dem Filmhalter. «Zurück zu den Wurzeln» Im Herbst 2019 startete der «Freischaffende Pensionär» das Projekt. Die Idee war, zwölf Bilder von Gebäuden im Bezirk Einsiedeln zu realisieren, welche älter als 100 Jahre sind. Ebenfalls wollte Gubler die Geschichte und die Bilder in einem persönlichen Buch dokumentieren: «Die Anfänge der Fotografie – von 1690 bis 1839» Die geplanten Aufnahmen mussten genau vorbereitet werden: Die Lichtverhältnisse, das Wetter, der Standort, der Bildausschnitt, die Belichtungszeit etc. Aufgrund der erwarteten, langen Belichtungszeiten zwischen 5 und 30 Sekunden musste natürlich mit dem Stativ fotografiert werden. In der Gebäudeauswahl standen unter anderem die Teufelsbrücke, das Kloster, das Haus Nauern in Egg und so weiter. Pro Aufnahme benötigte der Fotograf zirka 15 Minuten! Die Qualität der Originalabzüge ist natürlich nur im Buch optimal. Erwin Gublers Bilder mit der Lochkamera sind ein Gegenstück zur Handyfotografie, bei der alles «ruckzuck» und automatisiert abläuft!

Fotografische Meilensteine



• 1966–1985, Dokumentationsfotografie Alpinismus

• 1984 Gründung und Leitung des Fotoclubs Ägeri

2006 Gründung und Leitung des Fotoclubs Muotathal

• Kursleitung Fotokurse für SLR-Kameras ab 1993 (Klubschule Luzern)

• Schwarz-Weiss-Laborkurse ab 1996 (Klubschulen Luzern und Zürich)

Ab 2002: Aufträge für Tourismus, Gewerbe und Private

• 2003–2008: Konzept, Realisation und Durchführung der ersten Fotolehrgänge im analogen und digitalen Bereich an den Klubschulen Luzern und Zürich

• Schulungen von Foto-Verkaufspersonal der Migros Luzern

 2010–2018 Mulitmedia Produktion «Ein Alpsommer im Muotathal» erstellt und aufgeführt

Teilnahme an der Photo12

• 2015–2016 Einstieg in die 3D-Fotografie. Projekt «Faszination Höhlen» realisiert. Aufführungen von 2015–2018



Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

02.02.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/dfEPXs