Lars Hermann überzeugte mit seiner Version von «What a Wonderful World» auf der E-Gitarre. Bild René Steiner
Lars Hermann überzeugte mit seiner Version von «What a Wonderful World» auf der E-Gitarre. Bild René Steiner

Musik

Gelungener Start ins Jubiläumsjahr

Die Musikschule Einsiedeln startete am Mittwochabend in ein Jahr mit viel Musik 1972 wurde sie gegründet, somit feiert die Musikschule Einsiedeln im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag. Am Mittwochabend erfolgte der Startschuss zum Jubiläumsjahr.

 Eine Musikschule in Einsiedeln – was heute als Selbstverständlichkeit erscheint, war es vor 50 Jahren bei Weitem nicht. Wie alles Neue gab auch ihre Einführung viel Stoff zum Reden und Diskutieren. Und es brauchte dazu viel Überzeugungsarbeit. Diese Zeit ist vor allem mit einem Namen verbunden: Franz Hensler. Nicht zuletzt er darf heute zufrieden auf die erfreuliche Entwicklung – aller Widerstände zum Trotz – zurückblicken und sich an dieser musikalischen Erfolgsgeschichte freuen. Musik, Dankesworte und Geschichte Die Besucherzahl am Mittwoch im Gemeindesaal des Alten Schulhauses bewegte sich in eher bescheidenem Rahmen. Den Anwesenden wurde allerdings einiges geboten: Drei beeindruckende Musikvorträge, etwas Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre, der Blick auf das kommende Jahr und vor allem die Präsentation der «druckfrischen» Musikschul- Broschüre. Leta Bolli, als Schulpräsidentin auch Chefin der Musikschule, stellte in ihren Begrüssungsworten zugleich diese neue Broschüre vor. Die alte aus dem Jahre 2017 war inzwischen aufgebraucht, in der neuen konnten die neuen Angebote der letzten Jahre integriert werden, wie Adrian Meyer, Musikschulleiter seit 2016, erklärte. Schön: wieder einmal etwas Gedrucktes in der Hand! Klein begonnen – gross geworden Meyer hielt zudem einen kurzen Rückblick zur Geschichte der Einsiedler Musikschule. Dabei betonte er die wenigen Wechsel in der Leitung – vier Musikschulleiter in 50 Jahren – sowie die engagierte Lehrerschaft, die zum Teil seit vielen Jahren an der Musikschule Einsiedeln unterrichtet. Was 1972 mit einem Musiklehrer, Franz Hensler, und 42 Instrumentalschülern begann, zählt heute 900 Schülerinnen und Schüler sowie 40 Lehrpersonen. Dabei sind auch rund 100 Erwachsene, die die Gelegenheit zum Musikunterricht nutzen. Diese Möglichkeit gab es 1972 noch nicht. Damit ist die Musikschule Einsiedeln die grösste des Kantons, nimmt man die musikalischen Fachbelegungen zum Massstab. Eckpunkte der Erfolgsgeschichte Franz Pirker, aktuell Bezirksammann und seinerzeit als Schulpräsident zuständig für die Musikschule, sorgte in seiner Ansprache gleichsam für die Eckpunkte dieser Musikschulgeschichte. So stellte er das vielfältige Wirken von Franz Hensler vor und nannte seinen ehemaligen Singlehrer den «Einsiedler Musikpionier und Musikkönig». Keine schlechte Bezeichnung, meint der Schreiber! Doch Pirker blieb nicht in der Vergangenheit stecken, er schilderte die wichtigsten Änderungen der Rahmenbedingungen, die «die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft» schafften. Die bedeutendste war wohl 2007 die Genehmigung des Musikschulreglements mit 70 Prozent Zustimmung. Waren es in den ersten Jahren vorwiegend Musiklehrer im Nebenamt und die Angebote für Kinder und Jugendliche eher beschränkt, finden die Lehrpersonen heute ganz andere Bedingungen vor, es herrsche «heute ein viel grösseres heterogeneres Umfeld von Mitbewerbern und Angeboten». Pirker betonte, wie wichtig engagierte Lehrer sind, die mit Freude ihre Begeisterung den Schülern vermitteln. So springe der Funke der Begeisterung auf die Schüler und von ihnen auf die Eltern. Jubiläumskonzert und Porträtkonzerte Musikschulleiter Meyer stellte das Programm des Jubiläumsjahres näher vor. Nebst den üblichen Anlässen und Auftritten mit Musikschülern und Ensembles soll es im Juni ein grosses Jubiläumsfest geben, das vor allem die zahlreichen Ensembles der Musikschule berücksichtigt. Andererseits finden sogenannte Porträtkonzerte mit Musiklehrpersonen statt. Was damit gemeint ist, dafür gab es am Mittwochabend gleich drei Müsterchen. Zu Beginn präsentierten Isabel Gehweiler, Violoncello, und Sandra Hamburger, Klavier, mit präzisem und engagiertem Spiel den ersten Satz der Sonate für Violoncello und Klavier von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ihre ausdrucksvolle, intensive Interpretation begeisterte. Zwischendurch legte Lars Hermann seine Version von Satchmos (Louis Armstrong) «What a Wonderful World» in die Saiten seiner E-Gitarre. Den Abschluss machte die «Pequeña Csarda» für Saxophon und Klavier von Pedro Iturralde. Auch dieser Vortrag überzeugte! Simon Engel zeigte auf dem Saxofon die Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instruments, Mirjam Wagner begleitete hervorragend auf dem Flügel diese ausdrucksstarke Interpretation. Diese gelungenen Auftritte waren die beste Werbung für den 16. Januar. An diesem Sonntag steigt das erste Porträtkonzert der Musikschule im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln.

Einsiedler Anzeiger / René Steiner

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.12.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/msYjyd