Dies & Das
«I dr Butig» traf man sich – erfolgreiche Chärnehus-Ausstellung
Das Ausstellungsprojekt «I dr Butig» im Einsiedler Chärnehus sorgte für einen Besucherrekord. Gross und Klein begeisterte sich für die Schau mit altem Handwerk und zahlreichen interessanten Veranstaltungen.
Vom 14. Dezember 2025 bis 1. Februar 2026 war die Chärnehus-Ausstellung «I dr Butig – Altes Handwerk in Einsiedeln » geöffnet. Total zog die diesjährige Ausstellung rekordverdächtige 3345 Besucherinnen und Besucher an.
Wer an einem Samstag oder Sonntag den Weg ins Chärnehus fand, wurde schon von Weitem von den Klängen der hämmernden Besucherinnen und Besucher begrüsst, welche sich selbst einen Schlüsselanhänger aus Leder stanzten. Im Foyer herrschte emsiger Betrieb. Kleine und grosse Kinder bemalten Gips-Engel. Es wurde genäht, Freundschaftsarmbändel hergestellt und vor allem viel geschwatzt und sich über allerlei ausgetauscht. Wie in einer richtigen Butig eben. Wer dann den Weg in die eigentliche Ausstellung fand – und das waren dem Vernehmen nach nicht alle, waren doch besonders die Kinder kaum mehr von den Werkbänken wegzulocken – es wartete eine vielfältige Ausstellung über allerlei altes Handwerk. Man erfuhr spannende Details über die Berufe vergangener Tage, in denen man Dinge wieder und wieder reparierte, da die Arbeit günstiger war als das Material. In Zeiten von Fast-Fashion und günstigen «Wegwerfprodukten » scheint dies kaum mehr vorstellbar.
Weissnäherin, Schuhmacher oder Küfer
Die Ausstellungsgruppe präsentierte keineswegs nur das Bild einer romantisierten Handwerker- Vergangenheit, obwohl das Ausstellungskonzept mit den stilisierten Handwerker-Häusern sehr gefiel. Es wurde auch thematisiert, dass die Arbeitstage lang waren und der Lohn klein. Die Ausbildung war nicht kostenlos – dem Lehrmeister musste der Lehrling Lehrgeld bezahlen. Viele Besucherinnen und Besucher älteren Semesters erinnerten sich sehr gut an die vielen Handwerker-Butigen. Es war schön zu sehen und zu hören, dass die gezeigten Werkzeuge, Fotografien, Filmausschnitte oder Audiobeiträge bei den Anwesenden eigene Erinnerungen weckten. Es wurden Geschichten erzählt, wie der Störmetzger auf den Hof kam und wie im Viertel die Hausiererin mit der Schublädli-Trucke auf dem Rücken vorbeischaute oder wer der Familien-Schuhmacher gewesen war.
Auch Begleitveranstaltungen überzeugten
Die eigentlichen Stars der Ausstellung waren die vielen Handwerkerinnen und Handwerker, die ihr Können innerhalb und ausserhalb des Chärnehus zur Schau stellten. Die Besucherinnen und Besucher hatten jeden Samstag die kostenlose Möglichkeit, ein anderes Handwerk zu bestaunen. Zudem stellte die Theatergruppe Chärnehus eine eigene Produktion «Liecht i dr Butig» auf die Beine, welche der Ausstellung Leben einhauchte. Besonders erfreulich war zudem das rege Interesse der Schulen. Ganze 16 Klassen vom Kindergarten bis zur Oberstufe konnten durch die Ausstellung geführt werden. Die 160 Seiten umfassende Begleitschrift fand ebenfalls faszinierte Leserinnen und Leser. So durfte die Ausstellungsgruppe viele persönliche oder im Gästebuch niedergeschriebene Komplimente und Dankesworte für ihre Arbeit entgegennehmen.
Einsiedler Anzeiger / mitg.
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Einsiedler Anzeiger
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