Jeannine Kälin tanzt begeistert bei den Seventy Seven Dancers. Bild Magnus Leibundgut
Jeannine Kälin tanzt begeistert bei den Seventy Seven Dancers. Bild Magnus Leibundgut

Bühne

«Ich tanze für mein Leben gerne»

Seit 1977 tanzen die «Seventy Seven Dancers» auf Bühnen in der ganzen Schweiz. Derzeit treten sie im «Landhaus» in Bern-Liebefeld auf.

An vorderster Front mit dabei ist die 31-jährige Jeannine Kälin aus Einsiedeln. Magnus Leibundgut hat bei ihr nachgefragt.

Magnus Leibundgut: Tanzen ist Ihr Lebenselixier. War es bereits Ihr Mädchentraum?


Jeannine Kälin; In der Tat! Ich tanze für mein Leben gerne und bin schon als kleines Mädchen in meinem Leben von Musik und Tanz geprägt worden, nicht zuletzt durch meine Schwester. In diesem Sinne war es mein Mädchentraum, eines Tages Tänzerin zu werden.

Wie sind Sie in die Tanztruppe der «77 Dancers» vorgestossen?


Regula Bisig, Gründerin des Tanzstudios in Einsiedeln, hatte mich in Jazztanz unterrichtet. Via eine Riverdance-Gruppe, die einen irischen Stepptanz aufführte, bin ich dann bei den «Seventy Seven Dancers» gelandet.

Wie schaffen Sie es, ein Lokal in ein Pariser Cabaret zu verwandeln?


Wir lehnen uns da ans Moulin Rouge in Paris an, in dem Tänzerinnen an einem Dîner Spectacle auftraten. Die Gäste speisen zwischen 19 und 23 Uhr. Wir tanzen zwischen den einzelnen Gängen des Menüs.

Beim Burlesque wird Striptease präsentiert. Ziehen Sie sich bei diesem Tanz richtig aus?


Nicht ganz (lacht). Immerhin ziehen wir unsere Handschuhe aus und entledigen uns unserer Federfächer.

Beim Cancan zeigen Sie hohe Beinwürfe und Spagatsprünge. Ist das so schwierig, wie es aussieht?


Der Cancan ist tatsächlich ein anspruchsvoller Tanz, der viel Freude bereitet. Beim Spagatsprung, den man ja auch im Ballett und im Eiskunstlauf kennt, springt man in die Luft und zieht die Beine in der Luft nach oben, um so einen Spagat in der Luft auszuführen. Wir machen zwar den Spagat, jedoch keinen Spagatsprung.

Machen Sie gewagte Dinge?


Der Cancan wurde einst polizeilich verboten, weil man den Tänzerinnen unter die Röcke schauen konnte. Uns kann man auch unter die Röcke schauen, ohne dass gleich die Polizei kommt (lacht). Zu diesem Zweck ziehen wir auch prächtige Röcke an und überdies glamouröse Kostüme und elegante Hüte.

Sie sind am Samstag in Bern-Liebefeld aufgetreten. Wie sind Sie beim Publikum angekommen?


Sehr gut! Es war eine überaus schöne Erfahrung, die viel Spass gemacht hat. Es war unser erster öffentlicher Auftritt in dieser Saison.

Die Tanzgruppe «77 Dancers» wurde in Einsiedeln gegründet. Sind Sie heute noch mit dem Klosterdorf verbunden?


Das ist in der Tat so. Die «Seventy Seven Dancers» sind unterdessen im TanzRuum Einsiedeln einquartiert und werden angeführt von der Choreografin Sandra Rendon, die zusammen mit Sonja Birchler die Tanzschule führt. Im April werden die «Seventy Seven Dancers» dann auch wieder im Klosterdorf auftreten, im Kongresszentrum Zwei Raben.

Wollten Sie einst Profitänzerin werden?


Ja, das war so. Nur schon aus dem Grund, weil ich immerzu Profitänzerinnen bewundert habe. Nun ist es allerdings anders gekommen, und ich begleite als Betreuerin Kinder.

Tanzen sei gut für die Gesundheit und heile die Seele. Können Sie das bestätigen?


Das stimmt! Tanzen stellt auf und befreit einen vom Stress, den uns das Leben bereitet.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

26.11.2019

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schwyzkultur.ch/Bk2mw6