Die Künstlerinnen und Künstler der aktuellen Ausstellung in der Fram (von links): Irène Hänni, Barbara Schneider-Gegenschatz, Toni Ochsner, Inés Mantel und Christof Suter.
Die Künstlerinnen und Künstler der aktuellen Ausstellung in der Fram (von links): Irène Hänni, Barbara Schneider-Gegenschatz, Toni Ochsner, Inés Mantel und Christof Suter.
Irène Hänni erklärt einer Besucherin ihre auf Fotografien basierenden Bilder. Bilder Gina Graber
Irène Hänni erklärt einer Besucherin ihre auf Fotografien basierenden Bilder. Bilder Gina Graber

Kunst & Design

Bilder und Skulpturen im Dialog

Das Museum Fram zeigt bis am 27. November Werke von fünf Schwyzer Künstlerinnen und Künstlern, darunter auch Bilder des Einsiedlers Toni Ochsner. Die sorgfältige Momentaufnahme des zeitgenössischen Schwyzer Kunstschaffens überzeugt in jeder Beziehung.

In den Räumen der Fram ist momentan etwas anders als sonst, der gewohnte Blick durch den Saal wird abgelenkt: Für die Ausstellung «Konstellationen  Bilder & Skulpturen» wurden Wände eingezogen, die den Raum neu aufteilen. Diese dreidimensionale Umgestaltung verstärkt die spannungsvolle Präsentation der Bilder und Skulpturen und trägt gleichzeitig dazu bei, dass die Ausstellung als ein harmonisches Ganzes wahrgenommen wird. Fünf Künstler  ein Glücksgriff Initiantin Barbara Schneider-Gegenschatz und Initiant Toni Ochsner haben drei weitere Schwyzer Kunstschaffende eingeladen, ihre Werke an einer gemeinsamen Ausstellung in der Mitte des Kantons zu zeigen. Die Auswahl ist ein Glücksgriff, denn die gezeigten Bilder und Skulpturen treffen wahrhaftig «in einer breiten Vielfalt und Tiefe zusammen», wie im Flyer zur Ausstellung angekündigt, und repräsentieren bewusst fünf ganz verschiedene künstlerische Ausdrucksweisen. Barbara Schneider-Gegenschatz zeigt Bilder, die sie pastos mit Farbe und anderen Materialien gestaltet. Die Künstlerin aus Pfäffikon SZ lässt sich durch Träume und Wörter inspirieren, fügt diese zu Texten zusammen und integriert sie auch als mystische Zeichen in ihre fast reliefartigen Werke.

Humorvoll und wuchtig

«Kunst darf humorvoll sein», ist der Einsiedler Toni Ochsner überzeugt. «Kuhnst» nennt er deshalb seine markanten Kühe, die samt Bäri abstrahiert über die Leinwand paradieren und auch mal einen Fladen liegen lassen. Auch in älteren Bildern blitzt Schalk auf, ohne die schöpferische Kraft des Werks abzuwerten. Das mehrteilige, grossformatige Bild von Inés Mantel (Brunnen) hat nichts Humorvolles an sich, es stellt in wuchtigen Schwarz- und Rottönen die Schlacht am Morgarten dar. In reizvollem Gegensatz dazu stellt die Künstlerin mit Wurzeln in Sattel und Italien auf anderen Bildern mehrschichtige, hell-pastellige Seelenlandschaften dar.

Arbeiten aus Licht und Holz

Die fotografisch-technische Seite der Schwyzer Gegenwartskunst offenbart sich meisterhaft in den Werken von Irène Hänni (Goldau). Ihre langen, rahmenlosen, an Leisten hängenden Leinwandobjekte sind das Ergebnis von vielschichtig sich überlagernden Fotografien. Die präzisen Bilder voller Rhythmus und Bewegung sind von beeindruckender Leuchtkraft. Das Ausstellungskonzept findet mit den über den ganzen Raum verteilten Holzskulpturen von Christof Suter (Brunnen) zu seiner Perfektion. Der Bildhauer weiss mit der Kettensäge so präzis umzugehen wie mit dem Schnitzwerkzeug. Mit lasierender Farbe verfremdet er seine Figuren und verleiht ihnen dadurch intensivere Ausdruckskraft. «Konstellation» nicht verpassen! Der Besucherandrang an der Vernissage am Freitagabend war eher bescheiden, ein bisschen mehr Promotion in Einsiedeln hätte der Ausstellung gutgetan.

Ausstellung «Konstellationen  Bilder & Skulpturen»

mit Werken von
Irène Hänni,
Christof Suter,
Barbara Schneider-Gegenschatz,
Toni Ochsner
Inés Mantel



Öffnungszeiten bis 27.11.2016

Di bis Fr
14 bis 20 Uhr

Sa und So
11 bis 17 Uhr

Einsiedler Anzeiger (ggm)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

22.11.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/bCeGqC