Im Museum Fram in Einsiedeln präsentieren fünf Künstlerinnen und Künstler aus der Region ihre Arbeiten. Unterschiedlicher könnten die Exponate nicht sein.
Im Museum Fram in Einsiedeln präsentieren fünf Künstlerinnen und Künstler aus der Region ihre Arbeiten. Unterschiedlicher könnten die Exponate nicht sein.
Von links: Simone Steinegger, Zeno Schneider, Simone de Tomasi, Franz Marian Kälin, Toni Ochsner und Kuratorin Detta Kälin. Fotos: Gina Graber
Von links: Simone Steinegger, Zeno Schneider, Simone de Tomasi, Franz Marian Kälin, Toni Ochsner und Kuratorin Detta Kälin. Fotos: Gina Graber
Die «Verzückung der hl. Teresa von Ávila» von Franz Marian Kälin.
Die «Verzückung der hl. Teresa von Ávila» von Franz Marian Kälin.

Kunst & Design

Fram mit hiesigem Kunstschaffen

Im Museum Fram haben die religiösen Amulette und Votivgaben modernen Kunstwerken Platz gemacht. Fünf Künstlerinnen und Künstler aus der Region präsentieren ihre Arbeiten.

Die Exponate im Museum Fram könnten unterschiedlicher nicht sein. Kuratorin Detta Kälin ist es gelungen, fünf Kunstschaffenden eine beachtenswerte Plattform zu bieten. Die Ausstellung beeindruckt durch ein harmonisches Nebeneinander von Arbeiten aus drei Künstlergenerationen. Die Präsentation der Objekte mit vielfältigen Formen, Grössen und Materialien schafft in den grosszügigen Räumen des Hauses Fram eine spannende und gleichzeitig kontemplative Atmosphäre. I m einleitenden Podiumsgespräch sind sich alle fünf Künstlerinnen und Künstler einig: Das Material ist Inspiration und Herausforderung zugleich. Oder wie es Zeno Schneider beschreibt: «Man entscheidet sich für eine Technik, ein Material – und dann arbeitet es aus einem heraus.» Klang-Farb-Töne Zeno Schneider verarbeitet hartes Metall zu Skulpturen. Seine Objekte aus einer Vielzahl rostiger Federstahldrähte schmeicheln dem Auge mit ruhigen Rottönen und erzeugen je nach Intensität der Berührungen zarte bis scheppernde Töne. So schafft er mit seiner Kunst vielschichtige, sinnliche Klänge, was er als seine Aufgabe als Künstler versteht. Auch Toni Ochsner benützt unter anderem Metall für seine experimentellen und immer wieder überraschenden Ideen – nebst dem ganzen, unerschöpflichen Materialfundus dieser Welt. Die Gestalten auf seinen grossformatigen Bildern und seine farbigen Objekte aus Holz und Eisen blicken den Betrachter selbstbewusst an. «Blicke» nennt er denn auch seine Serie verspielter Fabelwesen, in augenzwinkernder Anlehnung an die Tatsache, dass der moderne Mensch unter Dauerbeobachtung steht. I hre ganz eigene Vorliebe zu Holz und Metall stellt Simone de Tomasi mit ihren kraftvollen Bildern unter Beweis. Sie hat als Kunststudentin in Amsterdam auf einem alten Schiff gelebt und entdeckte dort ihre Liebe zum Schiffsbau und zur Architektur. Technik, Häuser und die facettenreichen Möglichkeiten der perspektivischen Darstellung haben sie seither nicht mehr losgelassen. Windschiefen, alten Gaden vor wildenWolkenformationen verhilft sie mit dynamischem Pinselstrich zu neuem Leben. Franz Marian Kälin präsentiert ältere Gemälde, darunter zwei seiner Schlüsselwerke: die «Verzückung der hl. Teresa von Ávila» und «Das Mädchen und der Tod.» Der Altmeister begnügt sich nicht einfach mit Farbe und Pinsel, das Malmaterial entpuppt sich bei genauer Betrachtung als ein Sammelsurium von Substanzen: Stofffetzen, krautige Pflanzenteile, allerlei Splitter und eine Menge «Einsiedler Anzeiger» hat er in die mystischen, wandfüllenden Werke eingearbeitet, was ihnen Plastizität und dadurch noch mehr Ausdruckskraft verleiht. Kunst als Wundertüte L eicht und geheimnisvoll sind die Werke von Simone Steinegger: Die äusserst vielseitige Künstlerin, die sich in Einsiedeln bei zahlreichen Theaterprojekten auch einen Namen als Bühnenbildnerin gemacht hat, präsentiert Kunst auf kindliche, spielerische Art in Wundertüten. Den einzigen Hinweis auf den Inhalt der nur farblich unterschiedlichen Tüten geben die Bezeichnungen wie «Für Fasnächtler», «Für arme Schlucker», «Für Grosseltern». Der Käufer hat die Wahl: Lässt er die Wundertüte als Kunstobjekt wie sie ist oder befriedigt er seine Neugier und zerstört er das Objekt, indem er die Verpackung öffnet?

Der kleine, feine Einblick ins aktuelle Einsiedler Kunstschaffen ist noch bis am Samstag, 28. Januar, möglich. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr; der Eintritt ist gratis.

Infos

www.fram-einsiedeln.ch

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

17.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/u4M4A1