Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Kurt Zeltner
Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Kurt Zeltner
Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Céline Küttel
Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Céline Küttel
Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Kurt Zeltner
Konzentriert arbeiteten die Künstler in den trichterförmigen Leinwänden an den gemeinsamen Kunstwerken, welche persönliche Noten jedes Künstlers enthalten. Foto: Kurt Zeltner

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Im Strudel der Sinneserfahrung

Zum Schwyzer Kulturwochenende konnte man im Mauz Music-Club an drei Abenden Kunst auf eine ganz besondere Art erleben.

Dreimaldreimaldrei 360° hiess die Ausstellung, die man vom Freitag, 20. April, bis am Sonntag, 22. April, dreimal besuchen konnte. Im Mittelpunkte des Abends standen drei Maler, zwei Musiker und eine Schriftstellerin mit einem unveröffentlichten Werk.


Malerei, Musik und Lyrik


Der Mauz Music-Club zeigte sich an diesem Wochenende von einer eher unbekannten Seite. An den Wänden des Clubs standen Staffeleien mit bemalten Leinwänden, in der Mitte des Raumes befanden sich drei Leinwände mit einer trichterähnlichen Form und vor dem geschlossenen Vorhang der Bühne stand ein rotes Sofa. Daneben befand sich ein Cajon und eine E-Gitarre. Nach kurzer Zeit wurde der Raum dann von den sechs Akteuren und Akteurinnen dieses Abends eingenommen. Die drei Maler Valentina Musmeci, Jasminka Sakac und Kurt Zeltner begaben sich jeder in den Mittelpunkt einer der trichterartigen Leinwände. In ihrer Kunst begleitet wurden sie von Max Müller und Chili Huber die am Cajon und an der E-Gitarre wirkten. Mal sampelten sie zu Songs von Kurt Zeltner, mal jammten sie einfach gemeinsam, dann wiederum wirkten sie als Verstärker der von Livia Huber vorgelesenen Ausschnitte aus ihrem noch unveröffentlichten Werk «Schöne Maske Mensch».


Glückszahl 3


Als roter Faden dieser Abende fungierte die Zahl drei. Über drei Abende arbeiteten die drei Künstler an den gleichen drei Leinwänden. Dreimal wechselten sie sich während eines Abends ab, sodass sie an jedem Panoramabild einmal gemalt hatten. Sie taten dies jeweils genau 33 Minuten lang. Der ganze Anlass sei dreidimensional meinte Kurt Zeltner. Als Zuschauer und -hörer wurde einem bald klar, was damit gemeint war. Man kam der Kunst so nah, wie das sonst selten der Fall ist. Während Kurt Zeltner, Valentina Musmeci und Jasminka Sakac sich nämlich in ihre Pinselarbeit vertieften, konnte man als Zuschauer direkt daneben stehen und das im Entstehen begriffene Werk betrachten. Mit der Zeit erkannte man in jedem Bild jeden Künstler wieder, sei es durch wiederkehrende Motive, eine bestimmte Pinselführung oder durch die Verwendung eher spezielleren Materialien wie Schwämmen.


«Schöne Maske Mensch»


Immer mal wieder bekamen die anwesenden Gäste ein Häppchen Lyrik serviert. Livia Huber verstand es, die Zuhörer mit ihren Worten und ihrer Stimme in ihren Bann zu ziehen und in die Welt ihrer Protagonistin Mia zu entführen. In den verschiedenen Szenen erfuhr das Publikum stückchenweise mehr über Mia und ihre Eltern. Die Szenen switchen hin und her zwischen der Klinik, in der sich Mia befindet, früheren Gesprächen mit ihren Eltern und Gesprächen die Mia mit einer Polizeipsychologin führt. Die Geschichte wirkte fesselnd, nicht zuletzt aus dem einfachen Grund, dass einem alles ein bisschen komisch anmutete und man sich irgendwann zu fragen begann, warum sich die Hauptperson denn überhaupt in einer Klinik befand. Und obwohl die Geschichte auf eine bestimmte Art und Weise abstrakt blieb, konnte man als Zuhörer sehr gut die Menschlichkeit in der ganzen Geschichte erkennen. Sie zeigte sich in den Worten von Mias Mutter, der ihre eigene Schönheit unglaublich wichtig schien, in den ausweichenden Antworten von Mias Vater oder in den fast schon philosophischen Gesprächen Mias mit der Polizeipsychologin. Das Max Müller und Chili Huber sich richtig gut darauf verstanden, Livia Hubers Geschichte noch mit passender Musik zu untermalen, unterstützte das Hörerlebnis und die Stimmung der Geschichte zusätzlich. Aufgrund des vielen Geschehens war man als Besucher niemals gelangweilt. Ständig gab es etwas Neues, was die Aufmerksamkeit beanspruchte und man liess sich gern in den Strudel der Sinneserfahrungen hineinziehen.


Einsiedler Anzeiger / cel

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design
  • Literatur
  • Musik

Publiziert am

24.04.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/JddZ52