Seelenverwandtschaft:Christian Lienert und sein «Surfing Butterfly». Bilder Gina Graber
Seelenverwandtschaft:Christian Lienert und sein «Surfing Butterfly». Bilder Gina Graber
Der farbige Ballon entschwebt in einen traumhaften Himmel.
Der farbige Ballon entschwebt in einen traumhaften Himmel.

Kunst & Design

Verträumte Welten dank Airbrush

Wenn der Einsiedler Künstler Christian Lienert ausstellt, kommt das Publikum zahlreich. Ein Rundgang durch die vielfältige Gemäldeausstellung im Haus «Fram» öffnet Horizonte.

Es ist vier Jahre her, seit Christian Lienert seine Werke zuletzt dem Einsiedler Publikum zeigte. Er ist seinem unverkennbaren, fotorealistischen und fantastischen Stil in der Zwischenzeit treu geblieben. Die vertraute Leuchtkraft seiner Aquarelle und Acrylbilder nehmen einen in Bann und lassen die Gedanken schweifen, sei es hinein in die Welt von skurrilen Fabelwesen, in die zauberhaften Landschaften der Einsiedler Umgebung oder in transzendente Traumwelten.

«Diese Tiefe!»

Christian Lienert ist ein Meister der Airbrush-Technik, bei der die Farbe mit einer speziellen Pistole fein zerstäubt auf die Leinwand aufgespritzt wird. Diese Technik hat er perfektioniert und seine Bilder sind grossformatiger geworden. Grosse Bilder zu malen mache Spass, schwärmt der Künstler an der Vernissage am Sonntag. «Diese Tiefe!» die hatte er bisher nicht gekannt. Er hat sich von den durchaus reizvollen, akribisch genauen Kleinformaten verabschiedet und hat in seinen Werken einer bisweilen verträumten Weite und einer entrückten Tiefe Platz gegeben. Christian Lienerts Schaffenskraft ist ungebrochen und entwi ckelt sich stetig weiter. Die Motive kämen «einfach so», mal habe er zweihundert Ideen, mal keine. Kreative Geistesblitze schreibe er zu jeder Tages- und Nachtzeit sofort auf, damit sie nicht verloren gehen. Unter allen Exponaten sticht die «Ankerkopie» heraus: Eine detailgenaue Kopie des Werkes «Strickendes Mädchen» von Altmeister Albert Anker. «Beim Kopieren lernt man viel über die Technik anderer Künstler» meint Christian Lienert mit Stolz auf «seinen» Anker.

Fantastisch, surreal, schwebend

Den Hauptteil der Ausstellung machen fantastische Landschaften und allerlei surreale, von Wortspielereien inspirierte Wesen aus. Dabei fallen neben den grossen Bild formaten auch die zuweilen monochrome Bildgestaltung und entrückte Fabelwelten auf. Vieles wirkt schwebend, nicht nur der Ballon, der auf dem gleichnamigen grössten Bild der Ausstellung in einenbarock aufgerissenen Himmel zu entschwinden scheint. Mit den neuen, grossen Bildern wagt Christian Lienert auch technisch Neues: Konturen verlaufen, werden ver wischt, die Farbe wird auch mal pastos aufgetragen und verleiht dem Werk Struktur. Christian Lienert findet auf seinem Segelboot einen Ausgleich zur Malerei. Die Sihlseelandschaft stand denn auch immer schon im Zentrum seines Schaffens. Die aktuelle Ausstellung zeigt neue Landschaftsbilder, die kraftvoller und farbiger strahlen als in frühe ren Phasen. Er malt nur, wenn es ihm drum ist, und er meint zu seinem Werk: «Oft sehen die Leute Sachen in meinen Bildern, die mir gar nicht bewusst waren. Ich höre dann einfach zu, lächle und staune.»

Die Ausstellung dauert bis am 22. November 2015

Öffnungszeiten

Mo bis Fr
16 bis 20 Uhr
Sa und So
12 bis 20 Uhr

www.fram-einsiedeln.ch



Einsiedler Anzeiger (Gina Graber)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

17.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/YYk6Xt