Blanca Imboden präsentiert ihr Buch und erzählt viel über ihr Leben als Schriftstellerin. Bild Christian Marty
Blanca Imboden präsentiert ihr Buch und erzählt viel über ihr Leben als Schriftstellerin. Bild Christian Marty

Literatur

Besuch einer quirligen Dame

Am letzten Donnerstag versammelten sich viele Interessierte im Alten Schulhaus, um mehr von der Autorin Blanca Imboden zu erfahren.

War es eine Lesung? Oder eine Buchpräsentation? Es war beides zugleich und noch mehr als das: Am vergangenen Donnerstag hat Blanca Imboden, Verfasserin von rund einem Dutzend Bücher meist fiktionaler Natur über die Probleme des alltäglichen Lebens, im Alten Schulhaus ein Gastspiel gegeben: Am Nachmittag sprach sie zusammen mit ihrem Co-Autor Frank Baumann vor einer Schar Primarschüler insbesondere über die Tücken des Schreibens; am Abend thematisierte sie in Eigenregie vor etwa 25 Besuchern vor allem ihr eigenes Schaffen. Es wurde vorgelesen, es wurden Buchtitel angesprochen und es wurde viel erzählt über die sagenumwobene Existenz einer Schriftstellerin.

«Kalorien-Königin»

Es waren eingefleischte Fans, die den abendlichen Auftritt von Imboden besuchten, und diese wurden – zumindest legten zahlreiche Lacher das nahe – nicht enttäuscht: Die quirlige Dame – kaum jemals hat man eine Person in 60 Minuten derart viel sprechen gehört – gab in der Tat viel preis von sich. Wie kommt eine Schreibernatur auf ein Thema? In welchem Rhythmus lässt sich am Besten arbeiten? Wie sehen die Rückmeldungen auf die Texte aus? Welche Bücher hat man besonders gern? Und welche nicht so? Was sind die Pläne für die Zukunft? Es wäre ein gewöhnlicher Abend gewesen, hätte Imboden nur derlei Fragen beantwortet, doch gegen Ende der Vorstellung kam einiges – erheblich Privateres – hinzu: Mit Blick auf ihren Beststeller «Kalorien-Königin» plauderte sie freizügig über ihre anhaltenden Gewichtsprobleme; dies allerdings nicht in einem ernsten, sondern vielmehr in einem amüsierten, heiteren, stets selbstironischen Ton: Mit einem solchen «Problem» sei sowohl das Thema als auch die Erfahrung bereits gegeben, der Rest, das Schreiben, komme fast von alleine.

Plaudertasche

Blanca Imbodens schriftlicher Auftritt unterscheidet sich kaum von ihrem mündlichen, schreibt sie doch frisch von der Leber weg drauflos: Eine Pause gibt es nicht und hat die Sache erst einmal begonnen, so ist sie auch schon fast zu Ende, so kurzweilig gestaltet sich dies. Erst kürzlich erschienen ist der vierte Band ihrer Reihe mit dem Titel «Schule ist doof» – gewiss ist sie bei den Primarschülern damit auf offene Ohren gestossen. Ob auch die ältere Generation damit etwas anfangen kann? Wer – nun ja: sagen wir es ganz im Sinne Imbodens – selbst gewichtige Themen mit einer gewissen Leichtigkeit angehen kann, der hat an ihren Schriften zweifelsohne eine Freude (und lese zum Beispiel «Ein kenianischer Sommer»). Allen anderen sei – sagen wir es wieder im Sinne der Autorin – schwerere Kost empfohlen.

Einsiedler Anzeiger (chm)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

04.07.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/JVndwU