Einige Modelle aus der Garderobe der Schwarzen Madonna von Einsiedeln. Während der «spirituellen Modeschau» in der Klosterkirche von Einsiedeln erzählte Bruder Gerold auch über seine Arbeit als Sakristan der Gnadenkapelle.
Einige Modelle aus der Garderobe der Schwarzen Madonna von Einsiedeln. Während der «spirituellen Modeschau» in der Klosterkirche von Einsiedeln erzählte Bruder Gerold auch über seine Arbeit als Sakristan der Gnadenkapelle.
 Bruder Gerold Zenoni (Mitte) überreicht Abt Urban Federer das erste Exemplar seines Buches. Bilder Gina Graber
Bruder Gerold Zenoni (Mitte) überreicht Abt Urban Federer das erste Exemplar seines Buches. Bilder Gina Graber
  Zur Ausstattung der Madonna gehören auch Kronen-Garnituren, Kreuze, Ringe und andere Schmuckstücke.
Zur Ausstattung der Madonna gehören auch Kronen-Garnituren, Kreuze, Ringe und andere Schmuckstücke.

Literatur

Das Hohelied der spirituellen Mode

Wenn der «bestangezogenen aller Madonnen» gehuldigt wird, kommen Gäste mit Rang und Namen aus nah und fern. So geschehen am Freitagabend in den Räumlichkeiten und in der Kirche des Klosters Einsiedeln. Anlass war die abendfüllende Buchpräsentation von «Madonnas Fashion  die ‹Spirituelle Modeschau› zum Einsiedler Gnadenbild» von Bruder Gerold Zenoni OSB.

33 Gewänder besitzt die Schwarze Madonna von Einsiedeln und die kostbaren Umhänge des berühmten Gnadenbildes erfreuen sich bei den Kirchenbesuchern grosser Beliebtheit. Bruder Gerold Zenoni, Sakristan der Gnadenkapelle, hat auf grossen Wunsch breiter Kreise ein Buch über die «Garderobe der Muttergottes» herausgegeben. Nun liegt es vor. Es löst endlich das in die Jahre gekommene und viel unscheinbarere Verzeichnis der 1970er-Jahre ab. Die 150 Seiten starke Neuerscheinung wurde durch die Vereinigung der Freunde des Klosters Einsiedeln ermöglicht, wie auch die ge diegene Buchvernissage für geladene Gäste, die mit einem reichhaltigen Apéro im Hofspeisesaal des Klosters eröffnet wurde.

Charmante Moderatorin aus Uri

Dem Altdorfer Bruder Gerold stand am Freitagabend Sabine Dahinden zur Seite. Die vom Schweizer Fernsehen SRF bekannte Moderatorin und der Benediktinermönch kennen sich seit ihrer Kindheit, als beide beim Tellspiel in Altdorf im Scheinwerferlicht standen: Sabine Dahinden als Kinderstatistin, Bruder Gerold als Walterli Tell. Die Vertrautheit zwischen den beiden «Ürnern» zeigte sich im Gespräch über die Entstehungsgeschichte während des Apéros. Sabine Dahinden entlockte Bruder Gerold sehr persönliche Aussagen und Anekdoten. Etwa, wenn er die Nähe zur Schwarzen Madonna beschreibt, die beim Kleiderwechsel entsteht. Am Vorabend verspüre er immer eine gewisse Spannung und: «Der Blick ins Gesicht der Madonna ist ein Privileg.» Auf den so gar nicht spirituellen Titel «Madonnas Fashion» angesprochen meinte Bruder Gerold schmunzelnd, falls das Buch dereinst auf Englisch übersetzt werde, könnte man wenigstens den Titel gleich übernehmen. Der Mönch genoss seinen Auftritt auf dem Podest im Hofspeisesaal sichtlich. Er erzählte von seiner kecken Anfrage an Georg Gänswein, Privatsekretär des Papstes, ob es möglich sei, Seiner Heiligkeit ein Exemplar seines Buches zukommen zu lassen, worauf er vom Kurienerzbischof prompt die Rückmeldung erhielt, er dürfe Papst Franziskus das Buch gerne überreichen. «Ich muss jetzt nur noch einen Termin abmachen und es Abt Urban sagen», witzelte Bruder Gerold, worauf Abt Urban Federer OSB vor versammeltem Publikum das Vorhaben umgehend abnickte. Zum Dank überreichte ihm Bruder Gerold das erste Exemplar des Buches. Nicht nur die Aufmerksamkeit des Papstes ist Bruder Gerold gewiss, auch über mangelnde Medienpräsenz kann er sich nicht beklagen. Neben Beiträgen in Schweizer Radio und Fernsehen SRF wurde unter anderem auch im Deutschlandradio ein Interview mit dem Buchautor gesendet.

Bruder Gerold und die Frauen

Als Benediktinermönch kommt Bruder Gerold Zenoni regelmässig der Schwarzen Madonna nahe, als Buchautor arbeitete er mit drei Frauen zusammen. Eveline Hasler hat das Vorwort geschrieben; die Schriftstellerin und der Mönch kennen sich seit vielen Jahren. Als künstlerische Beraterin fungierte Michaela K. E. von Prondzynski, die auch bei der Titelfindung massgebend war. Die Fotografin Inge Zinsli rückte die plan liegenden Roben sachlich ins rechte Licht; erst auf den zweiten Blick offenbart sich der Zauber der verschiedenen Stoffe, Motive und Stickereien. Auf Hochglanz wurde verzichtet: Kein künstlicher Glanz soll die Strahlkraft und die Textur der abgebildeten Gewänder stören.

Schönheit gehört zur Beziehung

Ziemt es sich für ein Gnadenbild überhaupt, so kostbar gekleidet zu sein? Abt Urban berief sich in seiner Laudatio auf das Hohelied Salomos: «Schwarz bin ich und schön» ist nachgerade der Leitspruch der Schwarzen Madonna von Einsiedeln. Das schlichte, dunkle Holz der Marienfigur und ihre königlichen Kleider sind keine Gegensätze. Schönheit gehöre zur Gottesbeziehung, folgerte Abt Urban, die prunkvollen Gewänder seien Ausdruck der Freude an Gott. Heino von Prondzynski, Präsident der Vereinigung der Freunde des Klosters Einsiedeln, betonte die Vielschichtigkeit des Buches: Neben den Darstellungen von Gewändern und Schmuck enthält es Texte von Bruder Gerold Zenoni sowie Anekdoten und Geschichten nam

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

08.12.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/6VmdLX