Pater Markus begutachtet die Entwürfe des Comics. Bild Karl Hensler
Pater Markus begutachtet die Entwürfe des Comics. Bild Karl Hensler

Literatur

Der heilige Meinrad als Comicfigur

Zum elften Zentenar des hl. Meinrad erschien 1961 eine farbige Faksimile-Ausgabe zu dessen Geschichte. Basis des Werks war das im Mittelalter entstandene Blockbuch. In 50 Bildern wurde darin das Leben und Sterben unseres Klostergründers dargestellt.

Just auf den diesjährigen Meinradstag wurde zu einer Vernissage eingeladen, die es in sich hatte. Wie im EA vom 19. Januar berichtet wurde, schuf der Klosterbuchbinder Beat Frei in insgesamt zehn Jahren ein äusserst informatives und zudem, dank den zwischen Ernsthaftigkeit und Spass wechselnden Bildern, äusserst amü santes Comic-Heft. Auf Präsentationswänden konnten im Saal Entwurf-Bilder zum Comic bewundert werden. Solcherart war die Möglichkeit geboten, sich auf den Comic-Band einzustimmen. Oft war echtes Staunen Begleit dabei.


Etwas zum gelungenen Werk


Es war ein kleiner Anstoss von Pater Columban, seinerzeitiger Redaktor des heutigen «Salve», damals «Kloster» übertitelten Monatsheftes, darin anhand von Bildern die Meinradsgeschichte zu schildern. Der talentierte Zeichner fertigte ab 2008 vorerst zwei Seiten pro Ausgabe zu diesem Thema an. Eigentlich arbeitet er hauptberuflich seit 24 Jahren als Buchbinder im Kloster. Dabei hätte er auch die humorvolle Seite der Benediktinermönche kennengelernt. Anscheinend ist dieser Aspekt auf ihn übergeschwappt. Was mit den ersten Zeichnungen begann, wurden zu einer Herausforderung. Etwa drei Stunden wurden pro Bild aufgewendet, war vom Künstler zu vernehmen. Was daraus entstand, kann in unterhaltsamer Weise heute nachgelesen und betrachtet werden. Waren es im Blockbuch 50 Bilder, so entwarf der aktuelle Künstler deren 508, wovon er 427 auf die originell gestalteten 48 Inhaltseiten verteilte, die von einem Karton-Umschlag zusammengehalten werden. Das in 3623 Tagen entstandene Werk wird nicht nur die Jugend zu fesseln verstehen. Die originelle Comic-Geschichte beginnt im elften Jahrhundert. Die hilfreichen Chronisten und Archivare des Klosters tauchen da und dort im Heft auf. Pater Gregor half in der vorerst harzig verlaufenden Anfangszeit über manche Hürde. Auch Pater Salzgeber selig gab manchen Tipp zur Präzisierung der Geschichte. Pater Bernhard Wüest war ihm eine ausserordentlich hilfreiche Stütze gewesen. Kurzweilig schilderte der Künstler am Sonntag die Entstehung der Figuren. Er tat dies in einer Weise, dass sich auf den Gesichtern der Besucher immer wieder Schmunzeln zeigte.


Die Vernissage


Gespannt lauschende Erwachsene und neugierige Kinder aus dem Dorf und der weiteren Umgebung, sogar Gäste aus der französisch sprechenden Schweiz, waren interessierte Zuhörer. Sie erlebten am 21. Januar einen lebendigen, kurzweiligen, zeitweise gar spassigen Nachmittag im Grossen Saal unseres Klosters. Den sehr aufschlussreichen Dialog zum Werk zwischen dem Autor und Zeichner Beat Frei einerseits, sowie Pater Philipp Steiner andererseits begleitete Pater Theo Flury mit einfallsreicher Improvisations-Musik auf dem Flügel oder dem Cembalo. Statt einer umfangreichen Lesung führte der zeichnende Autor Beispiele aus dem Bilderreigen vor. Er tat dies in einer Weise, dass immer wieder Lacher im Saal aufkamen. Im Werk angedeutete Geräusche präsentierte er, die Gäste solcherart amüsierend, von Improvisationen durch Pater Theo auf dem Flügel musikalisch ergänzt, vor. Der bunten, unterhaltsamen Broschüre ist Seite für Seite zu entnehmen, dass sie mit viel Herzblut entstanden ist. Sie wiedergibt ein Bild, das förmlich zeigt, was werden kann, wenn nebst Begabung Liebe zur Arbeit diese begleitet. Es gilt zu hoffen, dass ein reger Verkauf solches Tun zu lohnen weiss. Heut soll dem Künstler eine überzeugte Gratulation Kraft zu neuen Taten geben.


Einsiedler Anzeiger / heka

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

23.01.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/LuYpNt