Die «3-Fränkler» im Hotel Bären - 1

Literatur

Die «3-Fränkler» im Hotel Bären

Informative und interessante Begleitschrift zur Chärnehus Ausstellung «Einsiedeln - seine Gasthäuser, seine Gäste»: Die Schrift umfasst 156 Seiten und viele Abbildungen. Der EA schmökerte im Werk und fand einige Trouvaillen.

Die Schrift «Einsiedeln - seine Gasthäuser, seine Gäste. Von der Herberge zum Take Away», realisiert zur gleichnamigen Ausstellung, wurde von zehn Autorinnen und Autoren verfasst - darunter vier Gastautoren: Bruder Gerold Zenoni mit «Berühmte Gäste im Kloster und Dorf Einsiedeln», Ernst-Louis Bingisser «Einsiedler Wirtshausnamen», Peter Telser «Meine Erinnerungen als Koch im Hotel Bären» und «Einige Jahre im Hotel leben» von Klaus Korner. Hören wir diesem Quartett kurz zu und lassen die vier Autoren in Erinnerungen schwelgen.

Bruder Gerold: Adolf Hitler?

«Adolf Hitler in Einsiedeln?» lautet ein Zwischentitel des Beitrags von Bruder Gerold Zenoni. Tatsache ist der Besuch des Königs von Kambodscha, seine Majestät Norodom Sihamoni, im Kloster Einsiedeln vom 6. Mai 2012. Er nahm die Tradition königlicher Geschenke für das Kloster wieder auf, indem er dem Abt und einigen Mönchen kostbar gefertigte silberne Becher und Dosen überreichen liess. Aufgeführt ist im Beitrag von Bruder Gerold eine Liste mit Persönlichkeiten mit einer Verbindung zu Einsiedeln und die alle irgendwie die Gastfreundschaft des Klosters in Anspruch genommen haben dürf ten. Von A wie Salim Alafenisch (Schriftsteller) bis Z wie Ulrich Zwingli (Reformator).

Klaus Korner: Zimmer 21

Rosa Korner-Kälin (1910 bis 2009), die Mutter von Klaus Korner, kaufte Ende der 1950er-Jahre das Hotel St. Peter. Er wohnte in Zimmer 21 mitten unter den Gästen, seine Mutter neben der Küche. Als Stube diente in ruhigen Zeiten das Säli. Sonst gab es kein Familienleben im klassischen Sinn. Nach Weihnachten kamen in den 1960er-Jahren die Engländerinnen und Engländer. Dank der Beziehungen der Tauben-Wirtin, Frau Kälin, brachte die School Journey Association während mehrerer Jahre jeweils nach Weihnachten Hunderte von Schülerinnen und Schülern zum Skifahren nach Einsiedeln. Vor allem die abenteuerlustigen Frauen forderten die Einsiedler Männerwelt echt heraus. Als junger Mann sah sich Klaus Korner ein paar Mal in der komischen Rolle, Kollegen aus einem Hotelzimmer zu entfernen.

Peter Telser: 60 Stunden und mehr

Peter Tesler kam 1966 als junger Koch aus Innsbruck nach Einsiedeln ins Hotel Bären. Er erinnert sich: Wochenarbeitszeiten von 60 Stunden und mehr waren keine Seltenheit und pro Woche gab es einen freien Tag. Dennoch kannte man das Wort «Stress» noch nicht. Da es zu der Zeit in Einsiedeln noch keine Umfahrungsstrasse gab und somit an einem schönen Sonntagabend viele Skifahrer im Dorf hoffnungslos im Stau standen, ent schloss sich mancher, hier einzukehren. Was dann bedeutete, dass man locker noch 60 Portionen Fondue und mehr zubereiten musste. Gemüse wurde teilweise vom Kloster geliefert und hatte somit einen kurzen Lieferweg. Zu der Zeit hatten noch lange nicht alle eine Tiefkühlanlage. Es gab eine zentrale Tiefkühlanlage (Meister an der Erlenbachstrasse), wo man einige Fächer gemietet hatte. Es gab auch einige Pensionäre, die jeden Tag zum Essen kamen, intern nannte man sie nur «3-Fränkler», da sie für ein Mittagessen nur 3 Franken bezahlen mussten.

Ernst-Louis Bingisser: Hin und her

Wer hat nicht schon gehört, in Einsiedeln gebe es 100 Wirtschaften. Ernst-Louis Bingisser hat die Zahlen. Viele Wirtschaften gingen in den letzten 50 Jahren ein. In den letzten paar Jahren schlossen einige weitere Gasthäuser für immer. Somit bleiben im Bezirk Einsiedeln rund 80 Gastbetriebe verschiedenster Art. Von unterschiedlicher Art waren und sind auch die Haus- und Wirtshausnamen. Auf halbem Weg zwischen dem Einkaufszenter Migros und der Jugendkirche steht das Du Nord. Um 1900 stand dieses Haus wirklich noch an der nördlichen Peripherie von Einsiedeln. Das Du Nord hatte in seiner langjährigen Biografie vier verschiedene Namen: Eiche, Café Meier, Market (Name des Besitzers) und Du Nord. Als ob diese Namensänderungen noch nicht genug gewesen wären, wechselte dieses Gasthaus zwischen 1890 und 1950 seinen ersten Namen Eiche zu Du Nord und wieder zu Eiche und wieder zu Du Nord. Unter diesem Name

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

19.12.2014

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schwyzkultur.ch/YWFbf2